Auf die Idee zu seiner Serie Flowers kam Andy Warhol, als ihm Henry Geldzahler, Kurator für amerikanische Kunst im Metropolitan Museum of Art, ihm eine Ausgabe des Magazins Modern Photography zeigte. Darin entdeckte er ein Foto von Hibiskusblüten, das von Patricia Caulfield stammte. Warhol begann eine Komposition auszuarbeiten, für die er die Fotografie in Quadratform umwandelte und die Blüten so verschob, dass sie in das neue Format passten.
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Schon bald, nachdem er mit der Arbeit an der Flowers-Serie begonnen hatte, entschied Warhol, dass sie im Mittelpunkt seiner für den Herbst 1964 geplanten Ausstellung in der Galerie von Leo Castelli stehen sollten. Warhols Werke erregten die Aufmerksamkeit von Caulfield, die ihn daraufhin wegen Urheberrechtsverletzung verklagte. Um den Fall beizulegen, Warhol bot Caulfield Drucke aus der Serie an, doch sie ging nicht darauf ein. Dennoch einigte man sich schließlich außergerichtlich.

Warhols Flowers sind von so mancher Ironie umgeben. Zunächst einmal erschien es den Kritikern so, als habe Warhol eine scharfe Kehrwendung von seinen üblichen VIP- und Markenmotiven vollzogen, doch tatsächlich hatte Warhol das Blumenbild in einer Zeitschrift entdeckt und war dem Motiv niemals in freier Natur bzw. im echten Leben begegnet. Auch hatte er es verändert und das natürliche Bild demselben Prozess unterzogen, den er auch seinen Bildern von Marilyn Monroe und den Suppendosen von Campbell hatte angedeihen lassen – was bedeutet, dass die Blume nicht weniger Gegenstand von Warhols Versuch der Schaffung einer unsterblichen Ikonographie war.
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Im Gegensatz zu den Bildern von Superstars und kommerziellen Logos, besitzen Blumen eine vergängliche Qualität, mit einer Schönheit, die bald verblasst. Durch die Schaffung der Serie Flowers, versuchte Warhol sogar das unmöglichste Thema zu verewigen – die Natur selbst.
Zudem war das Siebdruckverfahren ursprünglich für den kommerziellen Gebrauch gedacht. Indem Warhol das Bild der Blume diesen künstlerischen Prozess durchlaufen ließ, entzog er der Blume ihre individuellen Eigenschaften.
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Es liegt viel Ironie in der Tatsache, dass Warhol – ein Künstler, der sein Geld damit verdiente, Massenbilder von Marken und Logos herzustellen – ausgerechnet mit einem Blumenbild wegen Urheberrechtsverletzungen unter Beschuss geriet – ein Motiv, dass eigentlich niemand "besitzt". Es heißt, dass seine Erfahrungen mit Patricia Caulfield dazu führte, dass Warhol nur noch seine eigenen Fotografien verwendete.

1970 präsentierte Andy Warhol sein Portfolio Flowers, das aus 10 Drucken bestand, die unterschiedlich komponiert waren. Die Arbeiten aus der Serie von 1964 waren die ersten in Warhols Œuvre, die kein festes Hochformat hatten und auf vielfältige Weise installiert werden konnten.
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Heute mag die Flowers-Serie wie ein Teil von Warhols Œuvre erscheinen, aber damals war sie eine mutige Wendung in der Themenwahl des Künstlers. Kurz zuvor hatte er an seiner Serie Death and Disaster gearbeitet, und die Serie vor Flowers hieß The 13 Most Wanted Men, bestehend aus Fahndungsfotos aus der Broschüre der New Yorker Polizei von 1962. Die Serie wurde für den New York Art Fair in Auftrag gegeben, aber vor der Ausstellung zensiert. Zwanzig Jahre nachdem Flowers zum ersten Mal gedruckt worden war, kehrte Warhol mit seiner Daisy-Serie zum Thema Blumen zurück.
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Heute zählt Flowers zu Warhols beliebtesten Serien auf dem Auktionsmarkt und erzielt hohe Preise. Die bislang teuerste Version von Flowers erzielte 2022 bei Christie's 15,8 Millionen US-Dollar. Sie war eine der größten Versionen und gehörte zudem zu den Originalen, die 1964 bei Leo Castelli gezeigt worden waren.










