Jene unterirdischen Gewölbe des Alcázar von Sevilla, die als die "Bäder der María de Padilla" bekannt sind, wurden im 12. und 13. Jahrhundert im Stil der Architektur des Almohad-Reiches gebaut und sind Gegenstand vieler Legenden. Es heißt, dass María de Padilla, eine edle Dame von berückender Schönheit, es liebte, nackt durch den Palast zu ihren Bädern zu gehen, um damit für Aufsehen bei den Höflingen zu sorgen. Ob wahr oder nicht, wurde diese Legende jedenfalls im 19. Jahrhundert vom französischen Maler Paul-Jean-Louis Gervais dargestellt.
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María de Padilla wurde 1334 als Tochter des kastilischen Adligen Juan García de Padilla und seiner Gemahlin Maria González de Hinestrosa geboren. Der gleichaltrige Peter I., König von Kastilien (auch als Peter der Grausame bekannt), traf sie im Sommer 1352, als er gen Asturien zog, um dort gegen seinen Halbbruder Henri de Trastamare zu kämpfen. Sofort begannen Peter und María eine Affäre, obwohl der König mit Blanche de Bourbon, Tochter des Herzogs Pierre I. von Bourbon und der Isabelle de Valois, verlobt und ab dem 9. Juli zumindest formell sogar verheiratet war. Die Ehe war von Peters Kanzler João Afonso de Albuquerque und der Königinmutter Maria arrangiert worden und gewiss keine Liebesheirat. Verliebt war Peter in María de Padilla, die er zu seiner Mätresse und bald darauf sogar zu einer Ehefrau machte und damit seine Position an seinem eigenen Hof gefährdete. Dort missbilligte man sein Handeln und versuchte mehrere Male, die Beziehung zu beenden.
Peter verließ seine Gemahlin nur drei Tage nach der Hochzeit im Jahr 1353, um bei María und der soeben geborenen gemeinsamen Tochter, Beatrice, zu leben. Als Wohnsitz überließ er ihnen einen königlichen Palast, den Alcázar von Sevilla, wo María einen eigenen Hofstaat erhielt. Das Paar bekam noch drei weitere Kinder, die Peter vom Erzbischof von Toledo legitimieren ließ.
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Der Alcázar von Sevilla war von den damals im al-Andalus genannten Teil der Iberischen Halbinsel herrschenden Mauren zunächst als Fort errichtet worden. Auch nach der Reconquista wurde er weiter ausgebaut. So ließ Peter I., der Grausame, nach einem Erdbeben im Jahr 1364 einen prächtigen Palast im Mudéjar-Stil errichten und von Künstlern aus Toledo und Granada dekorieren. Dieser Palast gilt als herausragendstes Beispiel für diesen Stil auf der Iberischen Halbinsel und ist eine der ältesten königlichen Residenzen Spaniens. Seit 1987 ist er als Welterbe der UNESCO gelistet.
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Die unterirdischen Gänge des Palastes bestehen aus Galerien, überragt von hohen Arkaden. Sie bildeten das Hauptbecken, in dem María gerne badete. In den heißen Sommermonaten Sevillas bleiben die Temperaturen in den Bädern bis zu 15 Grad kühler, was sie zu einem angenehmen Aufenthaltsort machte. Einige der Wände sind mit Gemälden dekoriert. Diese Fresken entstanden zwischen 1565 und 1579 und befinden sich in mehreren der Galerien. Wiederentdeckt im Jahr 1997, wurden die eher schlecht erhaltenen Kunstwerke aufwändig restauriert.
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María de Padilla war zu jenem Zeitpunkt bereits tot. Sie starb im Juli 1361 in Sevilla. Nach ihrem Tod erklärte Peter, der 1354 sogar noch eine weitere illegitime Ehe eingegangen war, sie zu seiner wahren und einzigen Gemahlin. Die legitime Königin von Kastilien, Blanche de Bourbon, starb ebenfalls 1361 unter nie völlig geklärten Umständen in ihrer von ihrem Gemahl angeordneten Gefangenschaft. Nachdem er jahrelang gegen seinen Halbbruder Henri de Trastamare gekämpft hatte, wurde er schließlich von diesem 1369 besiegt und eigenhändig ins Jenseits befördert. Bestattet wurde Peter I. neben seiner geliebten Maria de Padilla in der Kapelle der Könige in der Kathedrale von Sevilla.



