Wenn Paul Durand-Ruel einem Maler des Impressionismus ein Angebot machte, konnte dieser das in der Regel nicht ablehnen, denn meist war es ausschließlich Durand-Ruel, der einem Vertreter dieser im 19. Jahrhundert umstrittenen Stilrichtung tatsächlich ein Angebot machte. Das beutete aber nicht, dass der Kunsthändler seine Position als „Pate des Impressionismus“ ausgenutzt hätte – ganz im Gegenteil. „Ohne Durand wären wir alle verhungert, wir Impressionisten. Wir verdanken ihm alles“, sagte Claude Monet einmal.
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Paul Durand-Ruel glaubte an den Erfolg des Impressionismus wie kaum ein anderer. Um den Malern ein sorgenfreies Arbeiten zu ermöglichen, kaufte er immer wieder deren Werke und stattete sie bisweilen mit einem regelmäßigen Einkommen aus, auch wenn es ihn selbst in den Ruin zu treiben drohte. Denn er selbst fand zunächst kaum Käufer, die die Gemälde von Künstlern wie Monet, Renoir, Pissarro oder Sisley haben wollten. Durand-Ruel dachte jedoch nicht daran aufzugeben und setzte stattdessen auf ein länderübergreifendes Konzept. Neben seiner Galerie in Paris betrieb er Niederlassungen in Brüssel, London und New York, und es war im Big Apple, wo 1886 endlich ein Streifen Licht den bis dahin so finsteren Horizont erhellte.
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Es ging bergauf und der in Kunst- und Sammlerkreisen gut vernetzte Paul-Durand Ruel handelte viele Werke, die heute weltberühmt sind und zu den gefeiertsten Exponaten in den renommiertesten Museen gehören. Bestes Beispiel ist Renoirs Das Frühstück der Ruderer von 1880/81, das 1923 vom amerikanischen Sammler Duncan Phillips erworben wurde und seitdem einer der Stars der Phillips Collection in Washington. D.C. ist. Dieser bedeutende Ankauf für die damals unglaubliche Summe von 125.000 US-Dollar (heute ca. 2,4 Millionen US-Dollar) fand jedoch erst ein Jahr nach dem Tod des bedeutenden Kunsthändlers statt und wurde von dessen Sohn Joseph Durand-Ruel abgewickelt, der die Arbeit seines Vaters zusammen mit seinem Bruder Georges fortsetzte.
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Paul Durand-Ruel selbst verkaufte zwischen 1891 und 1922 über 10.000 Gemälde und viele weitere wurden von seinen Nachkommen gehandelt. Doch verblieben auch einige im Besitz seiner Familie. Diese möchte sich nun von 62 Meisterwerken trennen und hat sich dafür an Christie’s Paris gewandt. „Durand-Ruel. Generations of Vision“ lautet der Name der Auktion, die am 22. Oktober in der Hauptstadt Frankreichs während der Paris Art Week abgehalten werden wird und den Großteil der Sammlung umfasst. Weitere Lose kommen am darauffolgenden Tag im Zuge der „Art Moderne“-Auktion unter den Hammer. Keines der Werke wurde zuvor auf dem Auktionsmarkt angeboten.

Angeführt wird die faszinierende Offerte von Claude Monets Bord des falaises à Pourville, das 1882 an der normannischen Küste entstand. Monet befand sich damals in einer niedergeschlagenen Stimmung. Durand-Ruels unermüdlicher Zuspruch und seine Unterstützung führten jedoch dazu, dass Monet bei diesem und einem weiteren Aufenthalt in Pourville fast 200 Arbeiten schuf, darunter auch das vorliegende Meisterwerk, dessen Wert auf 11-15 Millionen Euro geschätzt wird.

Weitere Highlights sind Alfred Sisleys La route du Cœur-Volant en hiver, Louveciennes von ca. 1872 (2,5-3,5 Millionen Euro), Camille Pissarros Le Louvre, soleil d'hiver, matin von 1900 (2-3 Millionen Euro) sowie Pierre-Auguste Renoirs Jeunes filles au bord de la mer, das auf 4-6 Millionen Euro geschätzt wird.

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Die Gesamtschätzung für die Sammlung Durand-Ruel liegt bei 30-43 Millionen Euro. Alle 62 Werke werden vorab der Auktionen vom 16.-22. Oktober bei Christie’s Paris ausgestellt.
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