Die Auktion des Auktionshauses Native sticht in vielen Punkten hervor. Die Experten haben die Ehre, einen Großteil der bedeutenden Sammlung Helmut Zake präsentieren zu dürfen. Ebenfalls zum Aufruf kommt eine Sammlung mit Stammeskunst, die von einem belgischen Ehepaar zusammengetragen wurde, sowie moderne Kunst und Möbel des 20. Jahrhunderts.
Die Leidenschaft Helmut Zakes für afrikanische Kunst begann in den 1960er Jahren und wuchs stetig an. Neben seiner leitenden Position im Bereich der Angelegenheiten ausländischer Studenten und internationaler Beziehungen an der Universität Heidelberg, gründete Zake eine Gesellschaft für Sammler, die sich der Diskussion über Ethnologie und afrikanische Kunst widmete.

Die Gruppe, die er gemeinsam mit dem Ethnografen und Ethnologen Hans Himmelheber formierte, trug den Namen „Heidelberg Gesprächskreis von Sammlern und Ethnologen“, war aber schon bald unter der Bezeichnung „Zake-Kreis“ bekannt.
Ziel der Gruppe war es, afrikanische Kunstwerke in einem kulturell angemessenen Rahmen zu platzieren sowie einen Weg zu ermitteln, um ihren Wert zu bestimmen. Zake erwies sich dabei als anspruchsvoller Sammler, dessen Leidenschaft sich vor allem auf qualitativ hochwertige Stücke richtete. Und so ist seine Sammlung eine wahre Fundgrube von Objekten von beispielloser Seltenheit und Authentizität.

Unter den unterschiedlichen Ausprägungen der afrikanischen Kunst ist die Skulptur wahrscheinlich diejenige, die in der westlichen Welt die meiste Aufmerksamkeit erhalten hat. Vertreten sind dabei hauptsächlich anthropomorphe Skulpturen, aber auch Tiere, wie Vögel, Antilopen, Affen oder Leoparden. Sie sind jedoch eher die Ausnahme. Noch seltener anzutreffen sind Skulpturen oder Fetische, die eine sich bewegende menschliche Figur darstellen.
Zu den häufigeren Ausformungen zählen hingegen jene von auf einem Hocker sitzenden Figure oder solchen, die mit gebeugten Knien dastehen. Shango-Skulpturen, wie dieses Exemplar der ethischen Gruppe der Yoruba in Nigeria, werden von Priestern und Priesterinnen während ritueller Tänze getragen, die Shango gewidmet sind. Shango nimmt in seiner Position als Donnergott die oberste Rolle im Pantheon der Yoruba-Götter ein.

Auch die Masken sind Kunstobjekte, die Historiker und Sammler gleichermaßen faszinieren. Doch ihre Aufgabe geht weit darüber hinaus ein reines Kunstobjekt zu sein. Vielmehr sind es Kultgegenstände und Zeugen heiliger Handlungen, die für das gesellschaftliche Bestehen ihrer jeweiligen Ethnie von hoher Bedeutung sind.

Von der Idoma-Kultur, die hauptsächlich im Südosten Nigerias lebt, sind einige wenige Masken bekannt, die mehrere Gesichter aufweisen. Zu diesen zählt auch das vorliegende Exemplar, das mit roten, weißen und grünen Pigmenten bemalt ist. Diese Masken kamen nicht nur religiösen Handlungen oder Begräbnissen zum Einsatz, sondern definierten darüber hinaus die unterschiedlichen sozialen Ränge.

In Burkina Faso begleiten Masken die einzelnen Lebensabschnitte und saisonalen Traditionen und kommen daher hauptsächlich in der Trockenzeit zum Einsatz. Über eine sehr reiche künstlerische Tradition verfügen die Bwa, die an der Grenze von Burkina Faso und Mali leben. Abgesehen von „Maskenbrettern“ oder „Masken-Blättern“ stellen viele ihrer Masken Tiere dar und können beeindruckende Dimensionen erreichen (bis zu 2,5 m hoch oder breit). Oft sind sie mit schwarzen, weißen oder roten Mustern überzogen, die die sozialen und religiösen Gesetze vorgeben, die die Menschen in ihren Dörfern einhalten müssen, wenn sie den Segen Gottes erhalten möchten.

Die zweite Sammlung, die bei Native zum Aufruf kommt, wurde vom belgischen Ehepaar René und Odette Delenne in den 1970er Jahren zusammengetragen und umfasst sowohl afrikanische als auch ozeanische Kunst. Zu den Highlights der ebenfalls angebotenen Modernen Kunst gehört ein abstraktes Leinwandgemälde von Pierre Dimitrienko, bei den Möbeln des 20. Jahrhunderts sticht vor allem der Sessel Distex der italienischen Design-Legende Gio Ponti hervor.
Die Auktionen finden am 26. Januar bei Native in Brüssel statt.
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