Muss ein Kunstdetektiv unermüdlich im Einsatz sein, sich in der Unterwelt herumtreiben und knallhart mit Gangsterbossen verhandeln, um gestohlene Kunstwerke an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben? Offenbar nicht. Diese Erfahrung machte jetzt zumindest der berühmte niederländische Kunstdetektiv Arthur Brand, der erst kürzlich ein im März 2020 aus dem Singer Laren Museum entwendetes Gemälde von Vincent van Gogh in Empfang hatte nehmen können.
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Wie Brand gegenüber The Art Newspaper erzählte, saß er am Freitagabend in der vergangenen Woche gemütlich vor dem Fernseher und schaute sich ein Fußballspiel an, als es recht spät an seiner Haustür klingelte. Es war ein – laut niederländischen Medien nichts ahnender – Paketbote, der eine größere Lieferung an ihn dabei hatte, die zu Brands Erstaunen jene sechs Gemälde im Wert von ca. 100.000 Euro beinhaltete, die Anfang September aus dem alten Rathaus der niederländischen Gemeinde Medemblik, Noord-Holland, gestohlen worden waren. Brand alarmierte die sofort Polizei.
Bei den Gemälden handelt es sich um Porträts von Friesenkönig Radbod, Prinz Wilhelm von Oranien, Königin Wilhelmina, Prinz Moritz von Oranien und Graf Johann von Nassau sowie um eine biblische Szene. Von einem ebenfalls gestohlenen Barometer und einem Kronleuchter fehlt nach wie vor jede Spur.
In dem Interview stellte Brand die Vermutung an, dass die Diebe möglicherweise nach der medienwirksamen Rückkehr des Van-Gogh-Gemäldes kalte Füße bekommen haben könnten oder die Polizei ihnen bereits auf den Fersen war.
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Im Medemblik ist man verständlicherweise hocherfreut über das unerwartete Wiederauftauchen der Gemälde, wie Ratsmitglied Jeroen Broeders in einer Pressemitteilung zum Ausdruck bringt: „Manchmal weiß man erst, wie viel einem etwas bedeutet, wenn es nicht mehr da ist. Das gilt sicherlich auch für diese Gemälde. Wir sind sehr zufrieden mit der Rolle, die Arthur Brand gespielt hat. Er hat seinem Namen als ‚Kunstdetektiv‘ wieder einmal alle Ehre gemacht.“
Die von der Gemeinde ausgesetzten 10.000 Euro Belohnung möchte Arthur Brand übrigens nicht einfordern.
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