Seit 1999 widmet sich die Teutoburger Münzauktion in Borgholzhausen der Versteigerung von numismatischen und philatelistischen Schätzen und kann sich mittlerweile über 5.000 kaufende Kunden in aller Welt freuen, die bei den vierteljährlich stattfindenden Auktion eifrig mitbieten.
Vom 13. bis 17. September ist de nächste Gelegenheit dazu, wenn die Teutoburger Münzauktion drei hochinteressante Kataloge mit Münzen, Briefmarken, Banknoten und mehr versteigert.

Die Einzelmünze, die mit dem höchsten Schätzpreis zum Aufruf kommt, ist ein 1826 geprägter „doppelter August d’or“ mit dem Porträt von König Friedrich August I. von Sachsen. Wie in so vielen deutschen Ländern gab man auch in Sachsen ab dem 18. Jahrhundert Goldmünzen nach dem Vorbild französischer Louis d’or aus. Während der „normale“ August d’or einem Wert von 5 Talern entsprach, war der Doppel-August d’or entsprechend 10 Taler wert. Das vorliegende Exemplar ist nicht nur vorzüglich, sondern auch äußerst selten.

Das nächste Los verbindet eine seltene Münze mit einer interessanten, wenn auch kontroversen Persönlichkeit, die darauf abgebildet ist. Heinrich Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel war gebildet und liebte das Theater, für das er selbst Stücke schrieb. Zudem war er, der Protestant, in der Alchemie so bewandert, dass er mit dem katholischen Kaiser Rudolf II. eine Freundschaft verband. Andererseits lag Heinrich Julius ständig im Streit mit dem Adel und den Städten seines Landes und führte die Hexenverfolgung auf ein ganz neues Level.

Die einzeln angebotenen Münzen entführen uns aber auch noch weiter in die Vergangenheit, u.a. in die griechische Antike. In dieser Offerte liegt ein sehr seltener Goldstater, der der berühmten Artemis von Ephesos gewidmet ist. Die Statue der Jagdgöttin befand sich im Artemis-Tempel in der heutigen Türkei, der eines der Sieben Weltwunder der Antike war.

Nach seinen Feldzügen, die erst in Indien endeten, standen die von Alexander dem Großen eroberten Gebiete unter griechischem Einfluss. So auch Baktrien, ein Königreich, das größtenteils auf dem Gebiet des heutigen Afghanistans lag. Wie die griechische Inschrift der vorliegenden Tetradrachme verrät, ist auf ihr Eukratides I. abgebildet, der von 171-145 v. Chr. über Baktrien herrschte.

In die frühe Geschichte der Münzprägung in der Bundesrepublik Deutschland tauchen wir mit diesem Los ein, das die ersten fünf Gedenkmünzen umfasst, die in den Münzprägestätten entstanden. Die erste war 1952 dem 100-jährigen Bestehen des Germanischen Nationalmuseums gewidmet, die zweite und dritte erinnerten 1955 an den 150. Todestag Friedrich Schillers und den 300. Geburtstag des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden. 1957 gedachte man des 100. Todestages des romanischen Lyrikers Joseph von Eichendorff und erst 1964 folgte die Gedenkprägung anlässlich des 150. Todestags des Philosophen Johann Gottlieb Fichte.

„Habemus papam“ oder vielmehr „habemus papas“ kann man nur im Angesicht dieses Loses sagen. Denn hierbei handelt es sich um eine hervorragende Sammlung mit 182 Papstmedaillen des 16. bis 20. Jahrhunderts.

Doch es geht auch wesentlich umfangreicher, so wie mit diesem Händlernachlass in fünf Umzugskartons und weiteren Behältnissen, der Münzen aus verschiedenen Ländern vom Mittelalter bis zur Moderne umfasst.

Zwar in nur zwei Kartons verpackt aber nicht weniger interessant ist dieses Los mit vielen Euro-Kursmünzensätzen und Gedenkmünzen. Ebenfalls mit dabei sind Briefmarken aus dem Vatikan von 2003 bis 2011.

Apropos Briefmarken: Diese werden am 16. und 17. September in einer eigenen Auktion versteigert. Unbedingt hervorgehoben werden muss hier ein Nachlass mit deutschen Postwertzeichen und Briefen von 1872 bis 1960.

Die Versteigerung von Banknoten bildet am 17. September den Abschluss der Auktionsreihe, der aber auch mit einigen Highlights trumpfen kann. Äußerst selten ist beispielsweise diese 10 Dollar-Banknote, die 1907 von der Deutsch-Asiatischen Bank in Kiautschou ausgegeben wurden.

Hochinteressant ist auch eine Sammlung mit Lagergeld von 107 verschiedenen deutschen Ausgabestellen, das während des Ersten Weltkriegs an Kriegsgefangene verteilt wurde.

Und schließlich sollen auch 54 Notgeldscheine nicht unerwähnt bleiben, die 1920 im oberösterreichischen Teichwald angegeben wurden. Die äußerst seltenen Scheine zeigen Herrscher der der österlichen Erblande vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg.
Die Versteigerungen finden vom 13. bis 17. September bei der Teutoburger Münzauktion, Brinkstraße 9, in Borgholzhausen statt. Eine Besichtigung, vor allem der umfangreichen Konvolute, wird empfohlen.
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