Um ein solch prestigereiche Auktion wie die kommende präsentieren zu können, haben die Experten des Hauses Binoche et Giquello die Pracht des Château de Boutemont, eine Anlage aus dem 17. Jahrhundert, des Château de Formentin sowie einiger großer Pariser Immobilien einmal genauer unter die Lupe genommen.
Am 9. Februar werden die Möbel und Kunstwerke, die aus diesen geschichtsträchtigen Orten zusammengetragen werden konnten, nun in einer Auktion angeboten, die dem französischen Geschmack einen Ehrenplatz einräumt. Der Katalog mit mehr als 200 Losen umfasst Möbel, Altmeister-Gemälde, Wandteppiche und archäologische Meisterwerke, die sowohl Kunst-, als auch Geschichtsliebhaber begeistern werden.

Zu den Top-Losen gehört ein Paar Rötelzeichnungen von Hubert Robert, einem französischen Maler und Kupferstecher des 18. Jahrhunderts, dessen Talent für architektonische Zeichnungen ihm zu Lebzeiten großen Erfolg bescherte. Roberts Liebe zur Rötelzeichnungen entstand, als er während eines Aufenthaltes in Rom auf Jean-Honoré Fragonard traf, mit dem er sich anfreundete und Italien bereiste. Gemeinsam schufen sie rote Ansichten der Städte und Landschaften, von verlassenen Palästen und dem Verfall überlassenen Gärten.

Malerische Ansichten von Ruinen, die damals von den Kunden besonders geschätzt wurden, sollten zu Roberts Hauptthema werden, dem er sich während seiner gesamten Karriere immer wieder widmete und das ihm das meiste Prestige einbrachte.

Eine andere Art der Architekturmalerei betrieb Raoul Dufy eineinhalb Jahrhunderte später. Es waren jedoch nicht verfallene Paläste, die ihn fesselten, sondern die belebten Straßen von Paris, wie auch in dem vorliegenden Aquarell La rue Vieille du Temple. Großen Einfluss auf Dufys Arbeit hatte seine Begegnung mit den Fauves, deren Stil er annahm und schließlich einer ihrer Hauptvertreter wurde. Mit seinem Pinsel erweckte er die französische Hauptstadt zu allen Jahreszeiten und in jeder Stimmung auf der Leinwand zum Leben.

Die Möbelofferte wird von einem Schreibtisch aus geschwärztem Birnenholz aus der Epoche der Régence angeführt. Der beinahe zwei Meter breite Schreibtisch ruht auf gewölbten Beinen und verfügt über fünf Schubladen. Während ein Dekor aus Messingfäden die gesamte Oberfläche umrahmt, dominieren Applikationen aus vergoldeter Bronze die Vorderseite.
Die mit Leder bezogenen und geschwärzten Tische sind charakteristisch für die Régence, eine Epoche, in der die Ebenisten Eiche, Buche, Walnuss, Tanne, Birne und auch exotische Hölzer bevorzugten. Populär wurde damals auch die Technik des Plattierens sowie Intarsien und die Verwendung von Blattgold.

Diesen außergewöhnlichen Louis XIV-Wandteppich, der um 1700 in der Manufacture Royale de Beauvais gefertigt wurde, zieren Grotesken auf gelben Grund. Als Grotesken bezeichnete man damals Dekorationen, die von den in Neros Domus Aurea in Rom entdeckten Wandbildern inspiriert waren. Die hier verwendeten Motive, die unter der Leitung von Philippe Béhagle auf dem Webstuhl ausgeführt wurden, basieren auf sechs Entwürfen des königlichen Kammer- und Kabinettzeichners Jean Berain der Ältere.
Angesichts seines großen Erfolgs wurde der Wandteppich mehrmals neu aufgelegt, allerdings unter Verwendung immer neuer Variationen und Motivkombinationen, die vom ursprünglichen Thema abgeleitet waren. Der hier vorliegende Wandteppich mit dem Titel L'Offrande à Pan ist eine schmale Version der Komposition, die mit den Motiven L'Offrande à Bacchus und Musiciens in Verbindung steht.

In der Kategorie Archäologie muss zunächst auf diesen großartigen Torso aus dem 1.-2. Jahrhundert hingewiesen werden. Das römische Meisterwerk repräsentiert den Gott Pan oder einen Faun, dessen Ziegenbeine nur noch begrenzt erkennbar sind. Skulpturen von Pan oder Faunen waren der Fruchtbarkeit gewidmet und wurden häufig in heiligen Hainen oder Höhlen aufgestellt, die der entsprechenden Anbetung dienten.

Historisch interessierte Bieter dürfen sich über eine Büste des Lucius Verus (130-169) freuen, der ab 161 Mitkaiser von Mark Aurel war. Nachdem er gegen die Partner Krieg geführt hatte, genoss Lucius Verus in Rom ein Leben voller Vergnügen und Ausschweifungen. Dennoch schaffte es Lucius Verus, seinen offiziellen Aufgaben nebenbei mit einer gewissen Effizienz nachzukommen.
Die vorliegende Marmorbüste zeigt den Mitkaiser ohne Ehrenzeichnen mit dem für die Epoche typischen gelockten Haar und Bart. Ausgeführt wurde die Büste in Antoninischer Zeit, um 130-192, also zu Lebzeiten des Lucius Verus oder etwas später.
Weitere Highlights der Auktion sind eine bedeutende Portaluhr, eine Marmorskulptur der Jagdgöttin Diana sowie Gemälde von Félix Ziem und Eugène Berman.
Die Auktion findet am 9. Februar um 14 Uhr statt. Alle weiteren Informationen zur Auktion entnehmen Sie bitte der Website von Binoche et Giquello.
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