Im frühen 19. Jahrhundert wurden in Tinkerode im Ostharz, wo bereits in der Eisenzeit das dieser den Namen gebende Metall abgebaut wurde, 400 Gramm Gold zutage gefördert. Tinkerode lag damals auf dem Gebiet des Herzogtums Anhalt-Bernburg und der Landesherr, Herzog Alexius Friedrich Christian, gab den Befehl, den außergewöhnlichen Fund in Golddukaten zu verwandeln. Für 116 Exemplare reichte die Ausbeute, deren Herkunft auf den Münzen in Latein vermerkt ist.

Ein vorzüglich erhaltenes Prachtexemplar dieser seltenen Münze kommt am 23. Mai in der Auktion Geprägtes Gold bei der Teutoburger Münzauktion zum Aufruf, die insgesamt 623 Lose umfasst.

Ein weiteres Highlight dieser spannenden Offerte ist diese Goldmedaille zu 4 Dukaten, die 1704 von der Stadt Augsburg bei dem dort ansässigen Goldschmied und Medailleur Philipp Heinrich Müller in Auftrag gegeben wurde. Wie das Motiv mit der Taube, die, einen Ölzweig im Schnabel, auf die auf einem Felsen gestrandete Arche Noah zufliegt, bereits verrät, war ein Ereignis der Hoffnung Anlass für die Prägung dieser Münze. Bei diesem Ereignis handelte es sich um den Abzug der bayerischen Truppen, die die Freie Reichsstadt Augsburg im Zuge des Spanischen Erbfolgekrieges besetzt hatten.
Am 24., 25. und 27. Mai erfolgt die Versteigerung der rund 2.500 Lose der 146. Auktion des Hauses, die Münzen, Medaillen, Orden, Ehrenzeichen und Militaria gewidmet ist.

Auch hier muss auf das Werk eines der bedeutendsten Medailleure seiner Zeit hingewiesen werden: ein 5-facher Reichstaler, der 1634 auf das Begräbnis des schwedischen Königs Gustav II. Adolf in der Stockholmer Riddarholmskyrkan angefertigt wurde. Der protestantische König war zwei Jahre zuvor in der Schlacht bei Lützen, ein Schauplatz des Dreißigjährigen Krieges, in Sachsen gefallen.
Der ausführende Medailleur war Sebastian Dadler, der sich 1634, nach Aufenthalten Augsburg und Dresden, in Danzig niedergelassen hatte. Dadlers Fähigkeiten waren weithin bekannt, sodass er sich auch über Aufträge aus Polen, den Niederlanden und eben Schweden freuen durfte.

Auch numismatische Schätze aus Fernost haben ihren Weg in diese vorzügliche Offerte gefunden, darunter diese äußerst seltene 20-Cash-Probemünze aus der Provinz Szechuan, die um 1903/05, also ganz am Ende der Qing-Dynastie und damit am Ende des Kaiserreiches in China geprägt wurde. Kaiser war damals Guangxu, dessen nach seinem Tod verliehener Tempelname De Zong lautet. Die eigentliche Herrscherin war jedoch seine Tante Cixi, die eine Nebenfrau des Kaisers Xianfeng gewesen war und bereits während der kurzen Regentschaft ihres Sohnes Tongzhi die Zügel in der Hand gehalten hatte.
Mit einem der Highlights der Banknoten-Auktion, die am Nachmittag des 27. Mai stattfindet und rund 460 Lose umfasst, kehren wir wieder nach Danzig zurück und gewissermaßen auch ins 17. Jahrhundert.

Bei dem fraglichen Objekt handelt es sich um eine seltene Danziger 500-Gulden-Banknote, die am 10. Februar 1924 von der Bank von Danzig ausgegeben wurde. Neben dem Stadtwappen zeigt die Banknote zwei Wahrzeichen der Stadt, zum einen das von 1600 bis 1609 errichtete Große Zeughaus, zum anderen den 1633 vor dem Artushof installierten Neptunbrunnen.
Den Abschluss der Auktionsreihe bildet am 28. Mai der 863 Lose starke Briefmarken-Katalog.

Hier sei auf ein postfrisches Heftchenblatt mit fünf magentaroten 10-Pfennig-Germania-Marken aus dem Deutschen Reich von 1911 hingewiesen. Neben den Marken beinhaltet das Heftchen auch einen Reklameanhänger, der den Briefmarkenhandel von Philipp Kosack in Berlin bewirbt. Kosack konnte für das Reichspostmuseum sowohl eine Blaue als auch eine Rote Mauritius besorgen und war zudem ein wichtiger Verleger von philatelistischer Literatur. Aufgrund seiner jüdischen Herkunft emigrierte Kosack 1935 nach Dänemark, wo er drei Jahre später starb.
Die Versteigerungen finden bei der Teutoburger Münzauktion, Brinkstraße 9, in Borgholzhausen statt. Vorbesichtigungen sind dort nach einer Terminvereinbarung möglich.
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