Der baskische Polizeibeamte, der die Untersuchungen geleitet hatte, gab vor Gericht an, dass dieser Fall "eine der größten Fälschungen oder Manipulationen in Bezug auf archäologisches Material aus der Römerzeit" darstelle, wie der Guardian zu berichten weiß.

Alles begann im Jahr 2006, als der spanische Archäologie Eliseo Gil dafür gefeiert wurde, neben weiteren Objekten, auch eine der ersten Darstellungen des Kreuzigung entdeckt zu haben. Die Artefakte, die in der römischen Siedlung Veleia zutage gefördert worden waren, wurden in der nahegelegenen baskischen Stadt Vitoria ausgestellt.
Gils Entdeckungen wurden wie ein Wunder betrachtet, waren in einige der Keramikscherben aus dem 3. Jahrhundert doch die ersten Darstellungen des gekreuzigten Christus, ägyptische Hieroglyphen sowie die frühesten schriftlichen Zeugnisse der baskischen Sprache eingeritzt.
Während Gil bekannt gab, dass aufgrund seiner Funde die "Geschichtsbücher neu geschrieben" werden müssen, erwies sich alles leider als zu gut um wahr zu sein.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre konnte eine Gruppe von Experten auf jede Menge Ungereimtheiten bezüglich der Fundstücke hinweisen. Während einige Scherben Spuren modernen Lehms aufwiesen, bezogen sich andere auf Götter, die nie existiert hatten sowie auf den französischen Philosophen René Descartes aus dem 17. Jahrhundert. Ganz zu Schweigen davon, das in der Kreuzigungsszene die Buchstabenfolge "RIP" zu lesen war, was nach christlichem Glauben der Göttlichkeit Jesu widerspricht.
Zweifel kamen auch deshalb auf, da die Gravierungen auf den Keramikscherben größtenteils vollständig erhalten waren, ganz so, als wären sie er nach Zerbrechen des Gefäßes eingeritzt worden. Auch Rechtschreibung, Interpunktion und Grammatik ergaben häufig keine Sinn. So wurde der Göttername Jupiter mit einem "J" geschrieben, statt mit einem "I", obwohl das "J" im lateinischen Alphabet nicht existiert. Auch die anderen an der Ausgrabung beteiligten Archäologen konnten sich nicht daran erinnern, die Gravuren während der Grabungskampagne gesehen zu haben, die erst während der Grabungsanalyse auftauchten.

Das zuständige Gericht hielt nun fest, dass die 36 Artefakte "mit heutigen Einritzungen verändert worden waren, die suggerieren sollten, dass die Gravuren und Inschriften ebenso alt wie die Objekte selbst sind und dass sie den historischen und kulturellen Wert besitzen, der ihnen fehlte". Es sei noch darauf hingewiesen, dass durch die Fälschungen die authentischen römischen Artefakte irreversibel beschädigt wurden.
Eliseo Gil und sein Mitarbeiter, der Physiker Rubén Cerdán, der gefälschte Berichte verfasst hatte, die die Echtheit der Artefakte bestätigten, wurden der Fälschung und der Verbreitung falscher Berichte für schuldig befunden. Gil wurde zu einer Haftstrafe von 2 Jahren und drei Monaten verurteil, Cerdán zu einer Haftstrafe von 15 Monaten. Zudem müssen die beiden Männer der Kommunalverwaltung, die die archäologische Ausgrabung finanziert hatte, 12.500 Euro zahlen.
Der "Dritte im Bund", der Geologe Óscar Escribano, erhielt eine einjährige Haftstrafe und eine Geldstrafe, nachdem er sich bereits Anfang dieses Jahres schuldig bekannt hatte. Zudem hatte er angegeben, dass das Ganze "nichts weiter als ein Witz" hatte sein sollen.
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