Im Juni versteigert das Auktionshaus Cortrie in Hamburg Uhren am 13. und Schmuck am 20. Tag des Monats und kann in beiden Offerten mit herausragenden Losen punkten.
Als absolutes Highlight hat die Uhrenauktion einen Vorläufer der teuersten Taschenuhr der Welt im Angebot, die 2014 für über 20 Millionen Euro versteigert wurde. So wie jene Henry Graves Supercomplication stammt auch die vorliegende Uhr aus dem Hause Patek Philippe und verfügt ebenso über eine superseltene Komplikation, die der Traditionsuhrmacher vor der Rekorduhr von 1933 lediglich elf Mal verbaut hat: die Äquation (Zeitgleichung). Die vorliegende Uhr und ihre sechs "Schwestern" zählten dazu.

Von diesen sieben Uhren existiert vermutlich nur noch jene, die nun bei Cortrie angeboten wird. Um 1870 in Genf gefertigt, wurde sie über den Pariser Konzessionär Rodanet an einen Kunden aus dem arabischen Kulturkreis verkauft, wofür das rückseitig eingearbeitete arabische Schriftzeichen aus Emaille spricht.

Ein weiteres Highlight von Patek Philippe ist für das Handgelenk gedacht: eine Nautilus Jumbo aus Edelstahl aus der ersten Serie von etwa 1977 (Ref. 3100-1). Die gepflegte Armbanduhr mit Leuchtindizes und -zeigern wurde von ihrem Erstbesitzer ins Auktionshaus gebracht.

In der Schmuck-Offerte sei zuallererst auf das äußerst hochwertige Collier Transformation von Hofjuwelier Roesner hingewiesen, bei dem der Name Programm ist: Die neun gelbgoldenen Elemente lassen sich je nach Lust und Laune miteinander kombinieren. Als Schmucksteine dienen ein Saphir, ein kolumbianischer Smaragd, ein Siam-Rubin sowie weiße Diamanten im Brillant- und Smaragdschliff.

Mit Farbedelsteinen und Diamanten kann auch die Ring-Auswahl begeistern. Ebenfalls bei Roesner wurde ein fantasievoller Gelbgold- und Platinring angefertigt, den, flankiert von zwei Rubin-Tropfen, ein ovaler Tansanit von ca. 7,83 ct ziert. Der Star eines Weißgoldringes ist ein leicht getönter Diamant im Altschliff von ungewöhnlicher Größe (5,2 ct).

Zurück in der Uhren-Offerte sei auf eine weitere Rarität hingewiesen: ein "Carnet de bal", also ein Etui, in dem eine junge Dame anhand von Karten die ihren Verehrern auf einem Ball versprochenen Tänze organisieren konnte. Im vorliegenden Fall auf sehr edle Weise, besteht das Etui doch aus Gelbgold, blauem Guilloche-Emaille, einer Elfenbeinminiatur und Elfenbeinkarten sowie Diamanten, die teilweise die Worte "Souvenir D'Amitie" ("Andenken der Freundschaft") bilden. Das eigentliche Highlight ist jedoch die eingebaute Uhr, was bei solchen Tanzkartenetuis eine wahre Seltenheit darstellt.

Ebenfalls für die Dame gedacht ist die Anhänger- bzw. Formuhr Der Henkelkorb von ca. 1810. Die Uhr, die in einem emailliertem Goldkörbchen aufbewahrt wird, wird von einer kurzen Chatelaine in Form einer Hand gehalten.

Rund 100 Jahre später konnte der in einen Frack gekleidete Herr gleichzeitig elegant aussehen und dabei die Zeit im Auge behalten. Der Schlüssel zum Glück waren die flachen Frackuhren, von denen bei Cortrie ein sehr seltenes Modell vorliegt, das Vacheron & Constantin im Stil des Art déco für Van Cleef & Arpels angefertigt hat.

Eine weitere Arbeit von Hofjuwelier Roesner liegt in der Schmuck-Offerte mit diesem Zuchtperlencollier vor, dessen Schließe ein in Gelbgold gefasster Smaragd von ca. 10,50 ct ziert. Ganz auf Diamanten im Brillantschliff setzte Nobeljuwelier Mahlberg bei der Ausführung dieses Ohrringpaares aus Gelbgold. Insgesamt bringen es die edlen Steine auf ca. 8,3 ct.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die losen Diamanten und Farbsteine der Auktion, darunter dieser natürliche und unbehandelte Rubin von ca. 4,76 ct.

Zum Schluss möchten wir Sie auf eine weitere Rarität hinweisen: den Taschenuhrenautomat Das Wander-Theater des Genfer Herstellers Bouvier Frères. Nur zehn weitere Exemplare sind bisher von dieser Uhr auf dem Auktionsmarkt angeboten worden. Die vorliegende Uhr ist jedoch die einzige davon, bei der der Automat auf der Vorderseite zu sehen ist.
Die Auktionen finden am 13. und 20. Juni jeweils um 16:30 Uhr im Auktionshaus Cortrie, Süderstraße 282, in Hamburg statt. Besichtigungen sind ab dem 3. Juni möglich. Um eine vorherige Terminvereinbarung wird gebeten.
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