Die seit 2011 im Auktionshaus Kloss durchgeführten Kunstauktionen stoßen regelmäßig auf internationales Interesse. Die Kataloge umfassen ein vielfältiges Angebot mit alter und neuer Kunst und Grafik, Antiquitäten und Kunsthandwerk, Uhren und Schmuck sowie russischer und asiatischer Kunst.
Zu einem besonderen Schwerpunkt des Hauses hat sich Kunst aus der DDR entwickelt. Aus dieser Kategorie stammt auch das Top-Los der Herbstauktion am 24. September. Dabei handelt es sich um ein Unikat des Bildhauers Waldemar Grzimek. Die 47,5 cm hohe Bronze Diskuswerfer wurde 1957 als unikater Vollguss ausgeführt und diente als Vorlage für die später im Sportforum Berlin aufgestellte Großplastik.

Die Arbeiten von Waldemar Grzimek, der 1961 aus der DDR ausgebürgert wurde, werden seit den 1940er Jahren in nationalen und internationalen Ausstellungen gezeigt. Seine Skulpturen finden sich zudem in vielen deutschen Städten, darunter Berlin, Heilbronn und Darmstadt, als Kunst im öffentlichen Raum.

Weitere Künstler in der Kategorie Ostdeutsche Kunst sind Horst Strempel, Hans Ticha und Heinz Zander. Zander, der sich mit den Techniken der Ölmalerei Alter Meister auseinandersetzt, ist in der Auktion mit mehreren Werken vertreten. Dabei zwei Ölgemälde: Blick auf den Sewansee von 1992, Held auf der Insel, ein Frühwerk von 1972, sowie eine Bleistiftzeichnung mit dem Titel Ein stiller Parnaß.

Von Hans Ticha kommt Zwiebelchen von 1987 zum Aufruf, das im eigenwilligen, schablonenhaften und leicht erotischen Stil des Künstlers, der zwischen russischem Konstruktivismus und amerikanischer Pop Art anzusetzen ist, ausgeführt wurde. Von Horst Strempel wird ein direkt nach dem Zweiten Weltkrieg in Berlin ausgeführtes Stillleben mit Büchern angeboten. Strempel leistete in den Nachkriegsjahren Bedeutendes für die Kunstszene des sowjetisch besetzten Ost-Berlins. Letztendlich ging er jedoch in den Westen, da sich seine künstlerischen Ideale nicht mit denen der neuen Regierung in Einklang bringen ließen.

In der Kategorie Grafik kommt mit Cologne eine Grafik mit unikatem Charakter von Dieter Roth zum Aufruf. Der Siebdruck wurde 1970 in 110 signierten Exemplaren ausgeführt. Weshalb es sich dennoch gewissermaßen um Unikate handelt? Weil die Anzahl der für die verschiedenen Drucke verwendeten Farben variiert.

Ein weiteres Highlight unter den Grafiken der Auktion ist Hap Grieshabers Totentanz von Basel von 1966. Die Inspiration dazu erhielt er durch das Totentanz-Fresko an der Friedhofsmauer des Dominikaner-Klosters in Basel, das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Auf dieser Grundlage schuf Grieshaber mit Totentanz von Basel ein Buch mit 40 Farbholzschnitten und Textblättern, die dem Leser bzw. Betrachter, wie bei der Vorlage, den allgegenwärtig lauernden Tod vor Augen führen sollen.

Unter den Büchern der Auktion ist eine deutsche Originalausgabe von Francis Hutchinsons Historischer Versuch von der Hexerey von 1726 hervorzuheben. Das Buch gewährt einen Einblick in das England zu Beginn des Zeitalters der Aufklärung, als die Zeit des Aberglaubens und der Hexenprozesse noch nicht vollständig überwunden war.

200 Jahre jünger ist ein weiteres Highlight der Bücherofferte: Eine Ausgabe der Architekturzeitschrift L'Architecture Vivante von 1927, die sich auf 41 Seiten und 25 Tafeln dem gemeinsamen Werk von Le Corbusier und Pierre Jeanneret widmet.

Die umfangreichste Kategorie der Auktion ist der asiatischen Kunst gewidmet. Hervorzuheben sind hier zwei feuervergoldete chinesische Bronzefiguren aus dem 18. Jahrhundert. Sie stellen einen Lama, also einen spirituellen Lehrer im Buddhismus, sowie Guandi (Guan Yu), einen General der späten Han-Dynastie, dar.

Weitere schöne Stücke aus China kommen mit einem Paar korallenroter Meiping-Vasen sowie einem imposanten höfischen Stellschirm der Qing-Periode zum Aufruf. Für den Stellschirm wurden Materialien wie Speckstein, Jade, Lapislazuli, Elfenbein und Perlmutt geschnitzt und zu einem feinen Landschaftsbild mit Gelehrten, Kranichen und Booten zusammengefügt.
Die Herbstauktion von Kloss findet am 24. September um 13 Uhr in der Rosenthaler Straße 16 in Berlin-Pankow statt. Die insgesamt 467 Lose des Katalogs können dort vom 18.-20. September sowie am 23. September in Augenschein genommen werden.
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