Der Lebensweg des flämischen Malers Michiel Sweerts (1618-1664) führte diesen von Brüssel nach Rom und Amsterdam und sogar nach Persien und Indien. Währen seines elf Jahre währenden Aufenthalts in Rom (1645-56) wandte er sich der Bambocciade zu, der in der italienischen Metropole entwickelten Genremalerei mit Szenen aus dem Alltagsleben. Doch auch Charakterstudien gehörten zu seinem Œuvre, in dem die Farbe Blau aufgrund ihrer spirituellen Wirkung häufig zum Einsatz kam.

So auch bei dem vorliegenden Selbstbildnis, das 1959 zuletzt in einer Ausstellung in Rom zuletzt öffentlich zu sehen war. Rom war vermutlich auch der Ort, an dem das Gemälde, in dem Sweerts seine meisterhafte Beherrschung des Spiels aus Licht und Schatten präsentierte, entstand.
Sweerts schloss sich 1661 einer Gruppe von Missionaren an, die von Marseilles nach Südostasien reisten. Für den Maler endete die gemeinsame Odyssee allerdings bereits in Syrien, da er sich als nicht geeignet für die Mission erwies. Sein weiterer Weg führte ihn über Persien in die südindische Jesuitenkolonie Goa, wo er 1664 starb.

Michiel Sweerts Selbstportrait ist Teil der Offerte der kommenden Saalauktion des Auktionshauses Schuler, die vom 11.-13. Dezember stattfinden und am 9. Dezember (ab 9 Uhr) durch eine Onlineauktion ergänzt wird. In der breitgefächerten Auktion kommen auch drei Arbeiten von Natalija Gontscharowa, einer der am teuersten gehandelten Künstlerinnen auf dem Auktionsmarkt, zum Aufruf.

Weibliche Unterstützung erhält Natalija Gontscharowa von ihrer Schweizer Kollegin Clara Porges, die mit einer Küstenansicht sowie dem atmosphärischen Ölgemälde Blick gegen Maroztal und Piz Maroz, das mit expressiven Farbkontrasten besticht, zum Aufruf.

Passend zur Jahreszeit sind auch einige winterliche Schweizer Ansichten in der Auktion vertreten, darunter von Adolf Dietrich und mit Blick auf Somvix vorliegend vom Maler und Illustrator Alois Carigiet. Albert Manser ergänzt dies mit seinem in Öl auf Hartfaserplatte ausgeführten Werk Winterabend. Ergänzend dazu werden vier weitere volkstümliche Arbeiten Mansers angeboten.

In der Miniaturen-Offerte ist Anton Graff, einer der bedeutendsten Portraitmaler des Klassizismus mit einem Herren- und einem Damenportrait vertreten. Zu Graffs bekanntesten Arbeiten gehören ein Portrait Friedrich Schillers sowie ein Altersbildnis Friedrichs des Großen.

Eine wundervolle attische Hydra aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. gewährt uns Einblicke in ein Frauengemach jener Epoche. Die Rückseite des Keramikgefäßes weist Spuren eines Fehlbrandes auf, was das schöne Stück aber nur noch interessanter macht.

Nicht minder interessant ist ein Ning-Hsia-Seidenteppich, der im 19. Jahrhundert in der Mongolei geknüpft wurde. Seine Inschrift lautet "Für den Gebrauch im Baodian" gefertigt, womit ein Tempel im Kaiserpalast in Peking gemeint ist. Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammt ein thailändischer Manuskript-Schrank, dessen Golddekor den Ramakien-Epos erzählt.

Der Schrank wäre doch der perfekte Aufbewahrungsort für Flora Danica, bedeutendsten botanischen Werk Skandinaviens, aus dem auch die Motive der gleichnamigen Porzellanserie von Royal Copenhagen stammen. Bei Schuler werden die ersten 18 Hefte in sechs Bänden angeboten.

Zwei Henkelschälchen mit Flora Danica-Dekor sind Teil der Porzellanofferte, ebenso wie ein Teeservice von 1767-69, das ein "Pompejanisches Dekor" ziert. Kurz zuvor war die Ruinenstätte im damaligen Königreich Neapel als das antike Pompeji identifiziert worden, was den Ausgrabungen neuen Aufschwung gab und viele Künstler und Kunsthandwerker inspirierte.

In der Accessoire-Abteilung der Auktion ist besonders eine mit Lammfell gefütterte Handtasche mit passenden Handschuhen von Chanel zu empfehlen - ein kuschelig warmes Ensemble, das zudem einen Smartphone-Akku davon abhält, sich bei klirrender Kälte zu schnell zu entladen.
Abgerundet wird das Angebot mit Schmuck, Armbanduhren, Möbel, Silber und Weinen. Die Auktion findet vom 11.-13. Dezember im Auktionshaus Schuler, Seestraße 341, in Zürich statt. Versteigerungsbeginn ist jeweils um 9 Uhr. Die Ausstellung zur Auktion ist dort noch bis zum 6. Dezember geöffnet.
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