Denkt man an Kunst in Verbindung mit der Verleger-Familie Burda, kommt einem vermutlich als erstes Frieder Burda (1936-2019) in den Sinn, dessen umfangreiche und erstklassige Sammlung von moderner und zeitgenössischer Kunst seit 2004 im stiftungsgeführten Museum Frieder Burda in Baden-Baden ausgestellt wird. Frieders älterer Bruder Franz Eugen hatte ein anderes Steckenpferd, dem diesen Monat bei Christie’s eine eigene Auktion gewidmet ist.
Es war in den 1960er Jahren, als Franz Eugen Burda (1932-2017) damit begann, Meissener Porzellan des 18. Jahrhunderts zu sammeln – eine Leidenschaft, die er in den nächsten 40 Jahren fortsetzte, wobei er sich auf Figuren und Schnupftabakdosen konzentrierte. Das Ergebnis war eine der herausragendsten Privatsammlungen des berühmten „weißen Goldes“ aus Sachsen, die Arbeiten der bedeutenden Modelleure Johan Joachim Kändler, Friedrich Elias Meyer, Johan Friedrich Eberlein und Peter Reinicke umfasst.
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Das Highlight unter den Schnupftabakdosen, die damals gerne als diplomatische Geschenke verwendet wurden, ist ein diamantbesetztes Exemplar mit Dresdener Ansichten auf der Außen- und Warschauer Ansichten auf der Innenseite (die sächsischen Kurfürsten waren von 1697 bis 1763 auch die gewählten Könige von Polen). Fleurs-de-lys und Lorbeerkränze deuten zudem darauf hin, dass das kostbare Stück für den Hof der Bourbonen in Frankreich gedacht war. Möglicherweise erhielt Prinzessin Maria Josepha von Sachsen die Dose, als sie 1747 mit dem französischen Thronfolger vermählt wurde.

Die Porzellanfiguren, die Franz Eugen Burda so einzusetzen pflegte, wie sie ursprünglich gedacht waren, nämlich als konversationsanregende Dekoration einer festlichen Tafel, stammen aus zwei bedeutenden Serie der Meissener Manufaktur aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Commedia dell’arte und Cris de Paris.
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Für die Commedia dell’arte-Serie dienten die humorvoll-satirischen Charaktere der gleichnamigen Schauspieltruppe als Vorlage, die sich nach ihrer Verbannung vom Hof Ludwigs XIV. in Dresden großer Beliebtheit erfreute. Von der Cris de Paris-Serie wurden in Meißen zwei Sets geschaffen, das zweite entstand ab den frühen 1750er Jahren. Die Figuren der Serie stellen die unterschiedlichsten Händler auf den Straßen von Paris dar, darunter eine Pastetenverkäuferin und ein Koch.

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Nicht alle der über 160 Lose der Sammlung stammen aus der Meissener Manufaktur. Ein Beispiel dafür ist eine Schweizer Schnupftabakdose in Form eines Schmetterlings mit Spieluhr, die um 1815 für den chinesischen Markt geschaffen wurde.
Die Versteigerung der Sammlung Franz Eugen Burda wird von Christie’s London als Online-Auktion präsentiert, die vom 11.-25. September sicherlich viele interessierte Bieter anlocken wird.
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