Am vergangenen Sonntag ist Unternehmer und Kunstsammler Frieder Burda im Alter von 83 Jahren im Kreise seiner Familie in Baden-Baden gestorben. Mit ihm verliert die deutsche, aber auch die internationale Kunstszene einen bedeutenden Förderer, der Kunst nicht nur sammelte, sondern für den es auch eine Herzensangelegenheit war, sie mit anderen zu teilen.

Geboren wurde Frieder Burda 1936 als zweiter von drei Söhnen des Verlegerehepaares Franz und Aenne Burda. Die Weichen für die berufliche Karriere waren damit gelegt und Frieder Bruda ging diesen Weg sehr erfolgreich.
Seine wahren Leidenschaften fand er jedoch außerhalb des Verlagshauses: 1956 entdeckte er das Fliegen für sich, brachte es schließlich bis zum Linienpilotenschein. Viel persönlicher war jedoch seine Begeisterung für die Kunst.
Alles begann mit einem Fontana
Den Einstieg in die Welt des Kunstsammelns tat er 1968 auf der documenta in Kassel, wo er ein Werk von Lucio Fontana erwarb. Diesem Erwerb folgten 1000 weitere, die er mit Leidenschaft, aber auch mit viel Sachkenntnis und Systematik tätigte.

So entstand über die Jahre eine herausragende Sammlung mit moderner und zeitgenössischer Kunst, die viele Werkkomplexe umfasst. Vertreten ist der deutsche Expressionismus mit Künstlern wie Max Beckmann, Wilhelm Lehmbruck und Ernst Ludwig Kirchner, der abstrakte Expressionismus mit Jackson Pollock, Mark Rothko und Willem de Kooning sowie Kunst nach 1960 und 1990, wo u.a. Arbeiten von Gerhard Richter, Sigmar Polke, Georg Baselitz, Neo Rauch und Albert Oehlen glänzen. Aber auch das Spätwerk Pablo Picasso hat hier einen Platz gefunden.
Kunst für alle
1998 entschied sich Frieder Burda dafür, seine Sammlung öffentlich zugänglich zu machen und gründete zu diesem Zweck die Stiftung Frieder Burda. Engagiert wurde der amerikanische Architekt Richard Meier, der einen Museumsbau entwarf - das Frieder Burda Museum in Baden-Baden, das 2004 eröffnet wurde.

Das Museum, das sich an die Kunsthalle Baden-Baden anschließt, zeigt nicht nur Werke aus der Sammlung des Stifters, sondern regelmäßig auch Sonderausstellungen mit moderner und zeitgenössischer Kunst. Anfang des Jahres war es Banksys zerschreddertes Love is in the Bin (vormals: Girl with Balloon) einen Monat lang in dem renommierten Museum zu sehen.
Bis zuletzt stand Frieder Burda hinter seinem "Glauben an das universell Verbindende der Kunst".
Titelbild: Frieder Burda | Foto: © Barbara Klemm via museum-frieder-burda.de




