Die Kleider von ihm sind die einzigen, in denen ich ich selbst bin. Er ist weit mehr als ein Couturier, er ist ein Persönlichkeitsschöpfer.
Das berühmte schwarze Kleid, das Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany (1961) trug und ursprünglich von Givenchy entworfen wurde, ist Teil der Filmgeschichte und stellt nur einen kleinen Teil der langen Zusammenarbeit zwischen dem Hollywoodstar und dem französischen Designer dar. Hubert de Givenchy stand hinter vielen von Hepburns ikonischen Looks und die beiden haben gemeinsam ein zeitloses Vermächtnis des Stils geschaffen.

Hubert de Givenchy arbeitete mit Audrey Hepburn zum ersten Mal 1953 am Set des Films Sabrina zusammen, in dem Hepburn einen eher glanzlosen Teenager spielt, der nach Paris geht und sich dort in eine Dame von Eleganz und Klasse verwandelt. Nachdem Hepburn die Entwürfe der Paramount-Kostümdesignerin Edith Head abgelehnt hatte, bat sie stattdessen darum, für die Rolle „ein echtes Pariser Kleid“ tragen zu dürfen. Daraufhin wurde sie an den französischen Designer Hubert de Givenchy verwiesen, der wiederum den Auftrag zunächst ablehnte, da er eine Kollektion zu vollenden hatte. Hepburn ließ sich daraufhin alle Entwürfe des Projekts zeigen und wählte schließlich alle davon für die Pariser Garderobe ihrer Rolle aus. Unter den Kleidern war auch ein schwarzes Satinkleid mit U-Boot-Ausschnitt, das sie zur Stilikone machte und Hepburns ikonische Assoziation mit dem „Kleinen Schwarzen“ begründete.
Lesen Sie auch: Haute Couture: Wo Mode und Kunst aufeinandertreffen

Drei Jahre später entwarfen Givenchy und Hepburn gemeinsam sämtliche Kleider für die Figur Jo Stockton, die Hepburn in dem Musical-Film Ein süßer Fratz („Funny Face“) an der Seite von Fred Astaire verkörperte, einschließlich des atemberaubenden Hochzeitskleides für das große Finale. Da Hubert de Givenchy für die Kleider in Sabrina keinerlei Anerkennung erhalten hatte (die war komplett an Edith Head gegangen), sorgte Hepburn bei Ein süßer Fratz dafür, das das keinesfalls noch einmal passierte.
Lesen Sie auch: Die besten Hochzeitskleider der Auktionsgeschichte

1961 fand schließlich die legendäre Zusammenarbeit von Hepburn und Givenchy für den Film Frühstück bei Tiffany statt, die Hepburn dank des schwarzen Kleides, das sie in der Eröffnungsszene trug, an die Spitze der Hollywood-Modegeschichte brachte. Die drei Originalkleider, die Givenchy dafür entworfen hatte, wurden von der Produktion jedoch als ungeeignet eingestuft, da sie zu viel Bein sehen ließen. Der untere Teil des Kleides wurde von Edith Head umgestaltet, sodass keines der drei Originalkleider von Givenchy es in den Film oder auf eine der Werbefotografien schaffte.
Die veränderten Kleider wurden angeblich von Hepburn und Head nach Ende der Dreharbeiten zerstört. Von den drei Originalkleidern befindet sich eines in den Givenchy-Archiven, ein weiteres im Museo del Traje in Madrid und das dritte wurde 2006 bei Christie’s für unglaubliche 467.200 GBP (692.390 Euro) versteigert.
Lesen Sie auch: Die 6 teuersten Filmkostüme der Auktionsgeschichte

Aus dem ersten Treffen zwischen Audrey Hepburn und Hubert de Givenchy in den 1950er Jahren entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft, die soweit ging, dass die Schauspielerin den Designer als ihren „besten Freund“ und dieser sie wiederum als seine „Schwester“ bezeichnete. Hepburn bevorzugte Givenchy-Designs sowohl in ihren Filmen, als auch in ihrem Privatleben. Von Cecil Beatons Fotoshootings für Vogue bis hin zu Preisverleihungen und Galas wurde Hepburn selten in der Kleidung eines anderen Designers gesehen. 1954 griff Givenchy eines der von Edith Head für den Film Ein Herz und eine Krone („Roman Holiday“, 1953) kreierten Kleider auf. Hepburn trug es bei der Oscar-Verleihung, wo sie als beste Hauptdarstellerin für Ein Herz und eine Krone ausgezeichnet wurde. Das Kleid gilt heute als eines der besten Oscar-Kleider der Geschichte und wurde 2011 für 84.000 GBP (ca. 98.000 Euro versteigert.
Lesen Sie auch: "The Fashion Bible": Die Geschichte des Vogue Magazine

Natürlich trug Hepburn auch eine Kreation von Givenchy, als sie 1969 mit ihrem zweiten Ehemann Andrea Dotti, den Bund fürs Leben einging. Die Freundschaft zwischen der Schauspielerin und dem Designer hatte bis zu Hepburn viel zu frühem Tod im Jahr 1993 Bestand und ist bis heute legendär, machte sie aus Audrey Hepburn doch eine der größten Modeikonen Hollywoods. Ihre Anmut, Klasse und Schönheit wurden durch die von Hubert de Givenchy entworfenen Kleider hervorgehoben und zusammen schufen sie ein wahres Vermächtnis der Mode.
Entdecken Sie weitere Artikel zum Thema Mode im Barnebys Magazin!

