Nach all der Großartigkeit des Barockzeitalters machte es sich Frankreichs Adel im 18. Jahrhundert endlich gemütlich. Statt in den Sälen des Versailler Schlosses zu repräsentieren und meist herumzustehen, traf man sich in geselliger Runde in den Pariser Salons, die elegant und voller Raffinesse eingerichtet waren. Ja, selbst in ihrem Boudoir oder Schlafzimmer empfing eine Dame von Welt ihre engsten Freunde.
Neben Erfrischungen ist es für eine gute Gastgeberin das oberste Gebot, ihrem Besuch eine Sitzgelegenheit anzubieten. Das 18. Jahrhundert war da sehr erfindungsreich und hatte alles im Angebot: Sofas, Sessel, Stühle mit und ohne Armlehnen, Schemel und allerhand Ruhemöbel. Zu den letztgenannten gehörte dann auch die „Gebrochene Herzogin“.

Ruhemöbel dienten, der Name verrät es bereits, zum Ausruhen. Einfach mal die Beine hochlegen, ohne dafür gleich ganz ins Bett gehen zu müssen – ein Tagesbett also. Die älteste Variante ist die Chaiselongue, deren Ursprung bereits im 16. Jahrhundert zu finden ist. Das französische Wort bedeutet „langer Stuhl“ und man erahnt dadurch, dass es sich um einen (bequemen) Stuhl bzw. Sessel handelt, an dem der sonst davor stehende Fußschemel oder Hocker einfach befestigt wurde, wodurch ein neues Möbelstück entstand.
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Dieses kam gut an und im Laufe des 18. Jahrhunderts kamen neue Varianten hinzu. Eine davon war die Duchesse (frz. für Herzogin), eine Chaiselongue, deren unteres Ende durch eine niedrigere Rückenlehne gekennzeichnet ist. Dabei blieb es jedoch nicht und mit der Duchesse brisée („Gebrochene Herzogin“) wurde eine Variante geboren, die das Konzept der Chaiselongue gewissermaßen umkehrte, indem sie in zwei (Sessel und verlängertes Fußteil) oder sogar drei Teile (Sessel, Hocker und Fußteil) aufgeteilt werden konnte und so viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten bot.
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Weshalb das Möbelstück Duchesse genannt wurde, ist nicht bekannt. Möglicherweise war es eine Herzogin, die als erste ein solches Exemplar bestellte. Doch um welche hohe Dame es sich gehandelt haben könnte, ist ebenfalls nicht überliefert.


