Das Sammelgebiet der Numismatik besticht nicht nur mit historischen Münzen, die manchmal ganze Jahrhunderte überdauert haben, sondern auch mit den Geschichten, die sie oft erzählen.

Eine Geschichte, allerdings eine traurige, erzählt diese österreichische Silbermedaille aus dem Jahr 1855. Der Anlass war eigentlich ein erfreulicher, wurden diese Medaillen doch anlässlich des ersten Kindes von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth, Erzherzogin Sophie Friederike, geprägt. Doch die Freude sollte nur zwei Jahre später in tiefste Trauer umschlagen, als die kleine Sophie, während sie ihre Eltern gemeinsam mit ihrer nächstgeborenen Schwester Gisela bei einem Staatsbesuch in Ungarn begleitete, unvermittelt an einer Durchfallerkrankung starb – ein Verlust, der die noch junge Ehe des Kaiserpaares nachhaltig belastete.
Die Silbermedaille kommt in der kommenden Auktion der Teutoburger Münzauktion zum Aufruf, die vom 1.-4. Dezember stattfinden und fast 4.000 Lose umfassen wird.

Weitere Highlights aus dem Hause Habsburg sind ein in Breslau geprägter Reichstaler mit dem Brustbild Kaiser Ferdinands III., der mit seiner schönen Patina besticht, sowie ein goldenes 5 Dukaten-Stück mit Kaiser Franz I.

Der Kaiser ist auf dieser äußerst seltenen Münze aus dem Jahr seiner Thronbesteigung als ruhmreicher Feldherr mit Lorbeerkranz und Harnisch dargestellt. Auf seiner Brust ist zudem der Orden vom Goldenen Vlies mit Collane zu erkennen, dessen Großmeister in Österreich Franz I. war.

Zwei weitere Highlights stammen aus dem immer wieder neu aufgeteilten Herrschaftsgebiet von Braunschweig und umzu, wo die Welfen das Szepter schwangen. Rudolf August von Braunschweig-Wolfenbüttel hatte jedoch wenig Interesse am Regieren und überließ dies seinem jüngeren Bruder Anton Ulrich. Auf dem vorliegenden Golddukat von 1680 ist Rudolf Augusts Wahlspruch "REMIGIO ALTISSIMI“ ("nach dem Willen des Höchsten") zu lesen sowie der Name Gottes in hebräischer Schrift.

Johann Friedrich von Braunschweig-Calenberg wollte gerne herrschen, musste sich als drittgeborener Sohn jedoch mit Fürstentum Calenberg begnügen. Johann Friedrich führte einen aufwändigen Lebensstil und legte den Grundstein für Schloss Herrenhausen als Sommerresidenz. Der Golddukat von 1673 mit seinem Konterfei und Palmeninsel auf der Rückseite ist von größter Seltenheit und in der vorliegenden Erhaltung ein wahres Prachtexemplar.

Noch prägefrisch hat es ein Doble Excellente aus Sevilla in die Auktion geschafft. Auf ihm blicken sich Isabella von Kastilien und Ferdinand von Aragón an, deren Heirat die jeweiligen Königreiche miteinander vereinte und damit die Grundlage des heutigen Spanien schuf.

In die Regierungszeit der beiden "katholischen Könige" fiel auch Christoph Kolumbus' Seereise nach "Indien", die den Startschuss zum Zeitalter der Seefahrt abfeuerte. Einer seiner prominentesten Namen ist James Cook, der die australische Ostküste für England in Besitz nahm. Und so ist Queen Elizabeth II. auch heute das Staatsoberhaupt des modernen Staates Australien. Natürlich ziert sie auch diese goldene 100 Dollars-Münze von 2011, die den Schätzen des Landes, in diesem Fall die Perle, gewidmet ist.

1975 feierte die Pahlavi-Dynastie ihr 50-jähriges Jubiläum als Schahs von Persien und gaben zu diesem Anlass diese Gedenkmünze in 500 Exemplaren aus. Doch 1979 war alles vorbei, Persien wurde zur Islamischen Republik Iran und die Palais wurden vor die Tür gesetzt. Auch die Gedenkmünzen hatten es nicht leicht: 400 von ihnen wurden wieder eingeschmolzen.

Das Königreich Belgien besteht noch heute, ist allerdings das jüngste in Europa (gegründet 1830). Zum ersten König wurde damals Leopold von Sachsen-Coburg-Saalfeld gewählt, der anlässlich der Vermählung seines ältesten Sohnes Leopold, Herzog von Brabant mit Marie Henriette von Österreich diese 100 Francs-Münze prägen ließ.

Das Große Fass ist heute eine Touristenattraktion im zerstörten Heidelberger Schloss. Tatsächlich ist es das vierte Große Fass, das dort seit 1591 installiert wurde. Auf der undatierten kleinen Goldmedaille, die bei der Teutoburger Münzauktion zum Aufruf kommt, ist vermutlich das dritte Fass abgebildet, das 1728 von Karl Philipp von der Pfalz in Auftrag gegeben worden war.

Nur selten angeboten wird eine Komplettsammlung aller Gedenk- und Kursmünzen zu 3 und 5 Mark von 1924 bis 1932 nach Typen, wie sie in dieser Offerte vorliegt. Sorgfältig aufbewahrt in Kapseln und einer Sammelschatulle, dürfen sie sich rühmen, vorzüglich bis prägefrisch zu sein.

Auch chinesische Münzen sind in der Auktion gut vertreten. 1995 feierte die Volksrepublik die Entdeckungen des Altertums und konzentrierte sich bei dieser Münze auf die Erfindung des Porzellans, die etwa 2000 Jahre zuvor – nach einer mehrere Jahrhunderte umfassende Entwicklungsdauer – in China stattgefunden hatte.
Die Versteigerungen werden von der Teutoburger Münzauktion vom 1. bis 4. Dezember als Live-Onlineauktionen durchgeführt. Gleiches gilt für die Briefmarkenauktion, die am 4. und 5. Dezember das Angebot ergänzt. Vorbesichtigungen sind ur nach telefonischer Voranmeldung möglich.



