Es war Queen Victorias weißes Kleid mit weißer Spitze, das sie 1840 bei ihrer Vermählung mit Prince Albert trug, welches den Trend des weißen Brautkleides lostrat, vor allem als es einige Jahre später Fotografien davon gab. Vor Queen Victorias Hochzeit waren Brautkleider meist in einer bunten Farbe gehalten (in Skandinavien war sogar Schwarz beliebt), sodass man sie auch später noch tragen konnte. Im 20. Jahrhundert durchlief die Brautmode so manche Veränderung, da die Kleider nur noch einmal getragen wurden und oft den Geschmack der jeweiligen Dekade entsprachen. Einige der stilprägenden Hochzeitskleider des 20. Jahrhunderts wollen wir uns im Folgenden einmal genauer anschauen.
1920er & 1930er Jahre
In den 1920er und 1930er Jahren gab es zwei Trends in Sachen Brautmode. In den Zwanzigern kamen gewagte Hochzeitskleider in Mode, die von kurzen "Flapper"-Stil der Dekade geprägt waren. Heruntergerutschte Taillen in Kombination mit hochgezogenen Säumen bedeuteten, dass das Entblößen der Knöchel von einem schockierenden Tabu zur alltäglichen Hochzeitsmode wurde. Diese kürzeren Kleider wurden oft mit dem beliebten Juliet-Mützenschleier kombiniert, der den Cloche-Hut-Stil nachahmte, der die Mode in den 1920er Jahren dominierte.
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Neben diesem Anstieg gewagter Hochzeitsmode entstand ein eher „traditioneller“ Zweig der Hochzeitskleidung für jene, die das Entblößen der Knöchel für zu unangemessen für einen Gottesdienst hielten. Satinkleider mit langen Schleppen und Schleier wurden gegen Ende der 1920er und in den 1930er Jahren immer beliebter.

Der Aufstieg der Medien wirkte sich auch auf die Hochzeitsmode aus, da Zuschauer oft die Straßen säumten, um eine Braut in ihrem Hochzeitskleid zu sehen und Fotos erschienen in Zeitungen auf der ganzen Welt. Der Trend zu extravaganten Hingucker-Kleidern verstärkte sich dadurch. Ein Kleid, das den Aufstieg dieser Brautkleider definierte, war das, das Margaret Whigham (spätere Duchess of Argyll) 1933 zu ihrer Hochzeit trug. Es wurde von Norman Hartnell entworfen und 30 Näherinnen brauchten sechs Wochen, um es herzustellen. Die Publicity rund um das Kleid war so groß, dass der Verkehr in Knightsbridge drei Stunden lang von den Zuschauern blockiert wurde, die lautstark die Braut in ihrem Kleid sehen wollten.
1940er Jahre
Der Zweite Weltkrieg und die Rationierungen hatten in den 1940er Jahren einen großen Einfluss auf die Mode und die Hochzeitskleidung. Die „Make Do & Mend“-Kampagne der britischen Regierung führte zu einem Aufblühen der Kreativität modebewusster Frauen, die von der Rationierung betroffen waren. Frauen nähten oft ihre eigenen Kleider aus leicht erhältlichen Stoffen wie Fallschirmseide, überarbeiteten alte Kleider, sammelten Coupons mit anderen Frauen oder teilten Kleider miteinander. Einfache Kleiderdesigns und Rock- und Jackensets wurden ebenfalls populär, als Hochzeiten zu zurückhaltenden Angelegenheiten wurden, die oft hastig arrangiert wurden, wenn Soldaten Urlaub hatten.
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Später im Jahrzehnt brachte die Hochzeit von Queen Elizabeth II. mit Prince Philip im Jahr 1947 und der „New Look“, der die von Christian Dior im selben Jahr kreierte Sanduhrfigur feierte, die Mode für Spitzen- und langärmlige Kleider mit voluminösen Röcken und gerafften Taillen zurück.
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1950er & 1960er Jahre
Der Einfluss von Grace Kellys Kleid von 1956 hallte in den 1960er Jahren wider. Definierte Taillen mit wogenden Röcken wurden von Bräuten getragen, die ein „traditionelles“ und romantisches Element für ihre Hochzeit suchten.

Im Laufe des Jahrzehnts mit der Einführung von Mary Quants Miniröcken und dem dramatischen Stil der 60er Jahre begann sich die Hochzeitsmode zu ändern. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es in keinem Jahrzehnt eine so vielfältige Hochzeitsmode wie in den 1960er Jahren.
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Als die Mitte der sechziger Jahre näher rückte, wünschten sich immer mehr Frauen trendige Kleider wie Mod-Themenkleider, A-Linien-förmige Kleider und „Babydoll“-ähnliche Kleider, die auf der von Twiggy getragenen Mode basieren und die Büste im Gegensatz zur Taille betonten. Sogar das Minikleid wurde zu einer akzeptablen Wahl für eine Hochzeit. Am bekanntesten ist wohl jenes von Yoko Ono, dass sie bei ihrer Hochzeit mit John Lennon im Jahr 1969 trug.
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1980er & 1990er Jahre
Die Bilder der Hochzeit von Lady Diana mit Prince Charles im Jahr 1981 gehören zu den berühmtesten Hochzeitsfotos, die je gemacht wurden. Kein anderes Hochzeitskleid hatte so viel Einfluss wie Dianas Seidenkleid mit Puffärmeln und weitem Rock und einer 26-Fuß-Schleppe, das von David und Elizabeth Emanuel entworfen wurde. Dies führte zu einem Jahrzehnt „großer“ Hochzeiten und noch größerer Brautkleider, da Bräute der Prinzessin mit extravaganten Kleidern mit großen Ärmeln, Schleppen, Röcken und Blumensträußen nacheifern wollten.
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Dies änderte sich nicht bis zur Hochzeit von John F. Kennedy Jr. und Carolyn Bessette im Jahr 1996, die bekanntermaßen ein einfaches Seiden-Slip-Dress von Narciso Rodriguez trug. Gemäß der Vogue „veränderte [ihr Kleid] das Spiel mit Hochzeitskleidern zweifellos – und machte es akzeptabel und wünschenswert, etwas Raffiniertes und Einfaches zu tragen: einen weißen Seidenunterrock anstelle von Prinzessinnen-Tüll und einem verzierten Kleid“. Dadurch wurde die Hochzeitsmode gegen Ende der Dekade minimalistischer, moderner und zurückhaltender.
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