In einer Folge der Sitcom Die Nanny bemerkt die in der Vergangenheit schwelgende Protagonistin Fran Fine, dass man in den 70er Jahren Schlaghosen trug, um die infolge des dauernden Umknickens in Plateauschuhen geschwollenen Knöchel zu kaschieren. Das Disco-Jahrzehnt war die Hochzeit dieses Fußmodetrends, an dem sich nach wie vor die Geister scheiden. Und trotzdem lebt er immer wieder auf, beispielsweise in den 1990er Jahren, als er sehr prominent von den Spice Girls protegiert wurde. Doch auch früher waren Plateauschuhe bereits in Mode: in den 1940/50er Jahren, wobei man die dicke Sohle mit einem separaten Absatz kombinierte. Marilyn Monroe trug sehr gerne ein Modell aus durchsichtigem Plastik, dessen Riemen austauschbar waren und so dem jeweiligen Outfit angepasst werden konnten.
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Doch der Wunsch, durch sein Schuhwerk möglichst viel Abstand zum Untergrund zu erhalten, ist wesentlich älter und tauchte im Laufe der Zeit an mehreren Orten des Globus’ auf. Die Erfindung des Absatzschuhs ist jedoch noch recht jung. Nachdem er asiatischen Reitervölker bereits bekannt war (der Absatz diente vermutlich dazu, das Durchrutschen im Steigbügel zu verhindern), tritt er in Europa erst im 17. Jahrhundert in Erscheinung – an den erlauchten Füßen von König Ludwig XIV. von Frankreich, der zudem einen roten Absatz in Mode brachte, der als Statussymbol jedoch nur ihm und den höchsten männlichen Mitgliedern des Adels vorbehalten war. Ludwig, dem die Repräsentation über alles ging, wollte damit sein Erscheinungsbild, er war 162,5 cm hoch (zu damaliger Zeit nicht unnormal), imposanter gestalten und kombinierte die Schuhe zudem mit einer voluminösen Allongeperücke.
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Bevor der Absatzschuh – natürlich auch in der Damenmode – seinen Siegeszug antrat, musste man sich anderweitig behelfen. Bereits in der Antike gab es den sogenannten kóthornos (Kothurn), eine geschnürte Sandale mit durchgehender dicker Korksohle, der zunächst in Darstellungen des Dionysos als dessen Jagdschuhwerk auftaucht und später von den Schauspielern der griechischen Tragödie getragen wurde. Ab der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts verbreitete sich diese Schuhmode, jetzt für die Dame und Chopinen genannt, von Spanien aus in Europa. Vor allem in Venedig nahm der Trend teilweise skurrile Formen an mit Korksohlen von bis zu mehr als 74 cm. Die Damenwelt freute sich über den erschlankenden Effekt, den die unter den langen Röcken getragenen Chopinen hervorriefen, die Kirche begrüßte die damit einhergehenden Einschränkungen, denn ein Fortbewegen ohne Hilfe geschweige denn Tanzen war mit Chopinen praktisch ein Ding der Unmöglichkeit.
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Neben dem Kothurn waren jedoch auch die Trippen aus Kork oder Holz, die mit einem Riemen am Fuß gehalten wurden, ein Vorläufer der Chopine. Trippen kamen während des Mittelalters auf und dienten vermutlich dazu, die damals noch nicht sonderlich stabilen und mit nur dünnen Sohlen ausgestatteten Schuhe vor dem Unrat der unbefestigten Straßen und die Füße zusätzlich vor der vom Erdboden aufsteigenden Kälte zu schützen. Trippen kommen relativ selten in mittelalterlichen Fundhorizonten vor, was dafür spricht, dass sie eher von höheren Gesellschaftsschichten getragen wurden und nicht für die Allgemeinheit bestimmt waren.

Auch in Jan van Eycks Arnolfini-Hochzeit von 1434 sind Trippen abgebildet und das Dargestellte Paar gehörte definitiv nicht zum armen Teil der Bevölkerung. Da bei den Herren der Schöpfung damals Schnabelschuhe beliebt waren, erleichterten Trippen eventuell auch das Gehen in ihnen.
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Nachdem der Absatzschuh in Mode gekommen war und sich die Machart der Schuhe immer mehr verbesserte, wurde die Trippe allgemein gebräuchlich. Um die Kleidung bei Regen vor Schlammspritzern zu schützen, trugen Frauen Trippen, während Männer Lederstiefel bevorzugten. Trippen kamen aber auch bei der Arbeit in einer nassen Umgebung zum Einsatz, beispielsweise beim Wischen von Fußböden oder in Bädern.

Als Vorbild dafür könnten auch die aus dem Osmanischen Reich stammenden Nalins gedient haben, die dort in den Badehäusern, aber auch im häuslichen Umfeld getragen wurden, jedoch nicht als Überschuh, sondern als Sandale am nackten Fuß. Die aus Holz gefertigten Sohlen mit zwei getrennt angebrachten, vertikalen Platten, wurden mit edlen Materialien wie Perlmutt verziert und es galt, je höher die Sohle und je feiner die Verzierung, desto höher der Status der Person, die die Nalins trug.
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Auch im fernen Japan war man sich der Notwendigkeit bewusst, edle Stoffe vor dem Schmutz der Straße in Sicherheit zu bringen. Dort verbreiteten sich die Geta, die ursprünglich aus China stammen, seit der Heian-Zeit (794-1185) und es entwickelten sich ganz unterschiedliche Formen. Heute werden Geta vor allem bei Anlässen getragen, die eine traditionelle Kleidung wie einen Kimono erfordern. Im Gegensatz zu den europäischen Trippen oder den osmanischen Nalins verfügen Geta nicht über einen einfachen Riemen über dem Spann, sondern über eine dreieckige Halterung, die die heutigen Zehentrenner bzw. Flip Flops beeinflusst hat.

Eine kuriose Variante der Plateausohle führt uns schließlich noch in das Amerika der Prohibition (1920-1933). Wer sich dort trotz des Verbots ein Gläschen genehmigen wollte, war auf die sogenannten „Flüsterkneipen“ (Speakeasy) angewiesen, die im Geheimen agierten. Und die Kneipen müssen natürlich mit Nachschub versorgt werden, was selbstredend auch nur im Verborgenen geschehen konnte. Die Moonshiners mussten, ihr Name verrät es bereits, ihrer illegalen Aktivität des Nächtens nachgehen, meist inmitten eines Waldes. Natürlich bekam die Polizei Wind davon. Damit ihre Verfolger ihre Spur nicht verfolgen konnten, schnallten sich die Moonshiners Sohlen unter die Schuhe, die die Hufe von Kühen imitieren.
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Ob nun aus Gründen der Mode oder der Notwendigkeit getragen, haben Plateauschuhe eine lange Geschichte hinter sich, die mit Sicherheit noch nicht zu Ende ist – ob man das nun gut findet oder nicht.










