Hervorragend bestückt mit Raritäten und numismatischen Schätzen ist die kommende Versteigerung der Teutoburger Münzauktion, die am 28. und 29. Februar in Borgholzhausen stattfindet. In über 3.400 Losen werden an diesen beiden Tagen Münzen, Medaillen, Banknoten, Briefmarken und vieles mehr angeboten. Einige Highlights der Offerte sehen Sie nun im Folgenden.

Eines dieser Highlights ist ein Triens bzw. Tremissis, der um 590/600 in Köln geprägt wurde. Köln lag damals, nach dem Untergang des Weströmischen Reiches inmitten des Herrschaftsgebietes des fränkischen Geschlechts der Merowinger, das weite Teile des heutigen Deutschlands, Frankreichs und der Beneluxstaaten umfasste.

Für die Gestaltung der Münzen orientierten sich die Münzer der Merowinger an byzantinischen (oströmischen) Münzen, wobei die Münzbilder auf abstrakte Weise verfremdet kopiert wurden. Dies war auch bei der vorliegenden Merowinger-Münze der Fall, die vermutlich auf das Vorbild eines Tremissis des oströmischen Kaisers Anastasios I. (430-518) zurückgeht. Der Tremissis zeigt den Herrscher im Profil mit Diadem sowie die Siegesgöttin Victoria mit Kranz und Kreuz.
Der Erhaltungszustand des Kölner Triens ist vorzüglich und unterstreicht damit seinen Status als Münze von größter Seltenheit.

Ein weiteres Highlight der Auktion ist ein preußischer Friedrich d'or ("goldener Friedrich") von 1749 - bzw. von 1746, denn die Jahreszahl wurde nachträglich geändert, was noch gut zu erkennen ist! Der Friedrich d'or wurde 1741, im Jahr nach der Thronübernahme Friedrichs II. erstmals geprägt. Als Vorbild diente der französische Louis d'or.

Eingeführt wurde die wertvolle Goldmünze bereits 1737 unter Friedrichs Vater Friedrich Wilhelm I. als Wilhelm d'or. Sie löste die bis dahin gebräuchlichen Dukaten ab. Auch ein solcher Dukaten ist in der Offerte zu finden: geprägt wurde dieser 1648 unter Friedrichs II. Urgroßvater Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg und zeigt diesen im Profil mit Kurhut.

Weitere, auf Reichsgoldmünzen abgebildete Fürsten in der Auktion sind Wilhelm Ernst, der letzte Großherzog Sachsen-Weimar-Eisenach, sowie Karl Günther, der von 1880 bis 1909 über das kleine thüringischen Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen herrschte.

Auch das am höchsten bewertete Los der Auktion ist unter den Reichsgoldmünzen zu finden. Es handelt sich um eine vorzüglich erhaltene und äußerst seltene 10 Mark-Goldmünze, von der im Jahr 1873 nur 1500 geprägt wurden. Auf ihr abgebildet ist das Konterfei des Großherzogs Friedrich Wilhelm II. von Mecklenburg-Strelitz.

Hervorzuheben unter den altdeutschen Goldmünzen und -medaillen ist jene Goldmedaille, die 1850 anlässlich des 300. Geburtstag der Landesschule Grimma bei Leipzig. Geprägt unter Sachsens König Friedrich August II., zeigt sie das Brustbild des Gründers der Schule, Kurfürst Moritz von Sachsen (1521-1553).

Unter den Reischssilbermünzen begeistert eine in ihrer guten Erhaltung seltene 2-Mark-Münze mit dem Profilbild Ludwigs III. von Hessen.

Um ein weiteres Prachtexemplar handelt es sich bei einem Silbertaler, geprägt 1702 unter Christian Ulrich, dem zweiten Herzog von Württemberg-Oels. Christian Ulrichs Vater hatte das Schlesische Herzogtum Oels für das Haus Württemberg 1647 "erheiratet".

Ganz ohne Herrscherbild kommt ein Löser zu 4 Reichstalern aus, der 1664 unter Herzog Christian Ludwig von Braunschweig-Lüneburg geprägt wurden. Die Löser waren reine Schaumünzen, die den Reichtum der Herzöge durch die Silberminen im Harz widerspiegeln sollten. Auf der vorliegenden Münze wird dies durch den dargestellten Bergbau verdeutlicht.

Um das einzig bekanntes Exemplar handelt es sich bei einer Halbtaler-Klippe von 1618. Klippen wurden häufig als Notgeld geprägt und dienten später auch als Repräsentationsmünzen. Das vorliegende Exemplar wurde unter Johann III. von Ostfriesland geprägt, der von 1601-1625 Graf von Rietberg war.

Widment wir uns abschließend noch der Kategorie "Gedenkmünzen der DDR". Besonders hervorzuheben ist hier eine sehr seltene Motivprobe von 1982 für eine 20-Mark-Münze. Mit ihr sollte der Politikerin Clara Zetkin (1857-1933) gedacht werden, die gleichermaßen als Frauenrechtlerin und Friedensaktivistin in Erscheinung trat.

Die Versteigerungen beginnen am 28. Februar um 9:30 Uhr und am 29. Februar um 10 Uhr. Veranstaltungsort ist der Auktionssaal der Teutoburger Münzauktion in der Brinkstraße 9 in Borgholzhausen.



