Im Vintage Haute Couture-Himmel bei Neumeister

Eine solche Auktion hat es in Deutschland noch nicht gegeben: Im Juli präsentiert das Münchener Auktionshaus Neumeister zum 10-jährigen Jubiläum seiner Vintage-Auktionen eine herausragende Offerte mit Designerstücken aus bedeutenden Sammlungen.

Im Vintage Haute Couture-Himmel bei Neumeister

Kleine (Zeit-) Reise in die Modemetropole Paris gefällig? Die Auktion Vintage Culture – from Haute Couture to Generation Z, die am 15. Juli bei Neumeister in München stattfindet, macht es möglich.

"Es ist uns gelungen, herausragende Stücke aus internationalen Sammlungen zu einem erstklassigen Spektrum von Vintage-Highlights zu vereinen. Etwas Vergleichbares hat Deutschland bislang noch nicht gesehen", erklärt Katrin Stoll, Auktionatoren und Inhaberin des Auktionshauses.

Zum Aufruf kommen 428 Lose mit Haute Couture, Prêt-à-Porter und luxuriösen Accessoires der angesehensten Pariser Modehäuser sowie Armbanduhren, Modezeichnungen und Fotografien. Die Stücke stammen teilweise aus der Sammlung des bedeutenden Haute-Couture-Sammlers und -händlers Didier Ludot in Paris sowie aus der hochkarätigen Vintage-Couture-Sammlung von Monika Gottlieb in Düsseldorf.

Sehen Sie nun einige Highlights der Auktion.

Christian Dior für Dior Haute Couture, Paris, Kleid, Kollektion Frühjahr Sommer 1956 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER
Christian Dior für Dior Haute Couture, Paris, Kleid, Kollektion Frühjahr Sommer 1956 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER

Wie kein anderer prägte Christian Dior mit seinem New Look die Mode der 1950er Jahre. Ein außergewöhnliches Sammlerstück, das von Christian Dior persönlich als Prototyp für die Haute Couture-Kollektion Frühjahr Sommer 1956 entworfen wurde, kommt mir einem Kleid aus kastanienbraunem Seiden-Crêpe zum Aufruf.

Cristobal Balenciaga für Balenciaga Haute Couture, Paris, Mantel, Kollektion Herbst Winter 1963/65 | Fotos: NEUMEISTER und NEUMEISTER / Michael Leis
Cristobal Balenciaga für Balenciaga Haute Couture, Paris, Mantel, Kollektion Herbst Winter 1963/65 | Fotos: NEUMEISTER und NEUMEISTER / Michael Leis

Das Feeling der Swinging Sixties versprüht dieser Wollmantel von Cristóbal Balenciaga. Die für die 1960er Jahre typische knallige Farbe trägt den Namen Shocking Pink, welches jedoch bereit sin den 1930er Jahren für eine Parfumschachtel der Modedesignerin Elsa Schiaparelli kreiert wurde.

Mit Couturier Hubert de Givenchy in alle Ewigkeit verbunden ist der Name Audrey Hepburn, mit der er seit den Dreharbeiten zum Film Sabrina (1953) zusammenarbeitete. Hepburn war jedoch nicht seine einzige Muse. Auch das Supermodel der 1940/50er Jahre, Bettina Graziani war eine solche und zudem die einstige Besitzerin dieses royalblauen Kleides.

Links: Hubert de Givenchy für Givenchy Haute Couture, Paris, Kleid, Kollektion Frühjahr Sommer 1956 || Rechts: Karl Lagerfeld für Chloé, Paris, 2-teiliges Ensemble, Prêt-à-Porter Kollektion Frühjahr Sommer 1980 | Fotos: NEUMEISTER
Links: Hubert de Givenchy für Givenchy Haute Couture, Paris, Kleid, Kollektion Frühjahr Sommer 1956 || Rechts: Karl Lagerfeld für Chloé, Paris, 2-teiliges Ensemble, Prêt-à-Porter Kollektion Frühjahr Sommer 1980 | Fotos: NEUMEISTER

Bevor Karl Lagerfeld 1983 zum Künstlerischen Leiter von Chanel ernannt wurde, arbeitete er für das ebenfalls französische Modehaus Chloé. Für dessen Kollektionen ließ er sich u.a. von den geometrischen Werken der Malerin Sonia Delaunay inspirieren, so auch bei dem vorliegenden Set aus Bluse und Hosenrock.

Chanel Haute Couture, Paris, 3-teiliges Ensemble, 1974/75 | Fotos: NEUMEISTER und NEUMEISTER / Michael Leis
Chanel Haute Couture, Paris, 3-teiliges Ensemble, 1974/75 | Fotos: NEUMEISTER und NEUMEISTER / Michael Leis

Lagerfelds Wechsel zu Chanel rettete das Modehaus vor dem Ruin und hauchte ihm neues Leben ein. Chanel erfand die traditionellen Chanel-Charakteristika neu und eroberte damit den internationalen Markt zurück, an dessen Spitze Chanel seitdem steht. In der Auktion bei Neumeister kommen Chanel-Kreationen vor und nach Lagerfeld zum Aufruf.

Yves Saint Laurent für Yves Saint Laurent Haute Couture, Paris, 3-teiliges Ensemble, Kollektion Herbst Winter 1988 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER
Yves Saint Laurent für Yves Saint Laurent Haute Couture, Paris, 3-teiliges Ensemble, Kollektion Herbst Winter 1988 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER

Spricht man von Pariser Haute Couture, darf natürlich auch Yves Saint Laurent nicht fehlen. Angeführt werden dessen Entwürfe in der Auktion von einem 3-teiligen Ensemble aus braunem Ziegen-Veloursleder und curryfarbenem Seidensatin, das sowohl den Pariser Chic als auch die Einflüsse von Saint Laurents Wahlheimat Marrakesch widerspiegelt. Die aufwändigen Strassstickereien wurden von Maison François Lesage ausgeführt, mit dem Yves Saint Laurent 44 Jahre lang zusammengearbeitet hat.

Robert Dumas für Hermès, Paris, Aktentasche "Sac à depeche", 1970-1975 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER
Robert Dumas für Hermès, Paris, Aktentasche "Sac à depeche", 1970-1975 | Fotos: NEUMEISTER / Michael Leis und NEUMEISTER

Die vielen exklusiven Accessoires der Auktion haben nicht nur Stücke für die Dame zu bieten. Es kommt auch ein absoluter Klassiker für den Herrn zum Aufruf: Die Aktentasche Sac à depeche, die bereits seit 1928 von Hermès hergestellt wird - ursprünglich als Diplomaten-Tasche.

Benedetta Bruzziches, Rom, Clutch, Kollektion 2015 Fotos: NEUMEISTER
Benedetta Bruzziches, Rom, Clutch, Kollektion 2015 Fotos: NEUMEISTER

Die Auktion würde nicht Vintage Culture – from Haute Couture to Generation Z heißen, wenn nicht auch aktuelle Stücke zum Aufruf kämen. Dazu gehören fünf Täschchen der römischen Designerin Benedetta Bruzziche, wie dieses Modell mit hochaktuellem Flamingo-Motiv.

René Gruau (1909 Rom 2004) Links: Modezeichnung für Christian Dior, 1948 || Rechts: Modezeichnung für Pierre Balmain, 1952 | Fotos: NEUMEISTER
René Gruau (1909 Rom 2004) Links: Modezeichnung für Christian Dior, 1948 || Rechts: Modezeichnung für Pierre Balmain, 1952 | Fotos: NEUMEISTER

Unter den Modezeichnungen der Offerte sind vor allem jene von René Gruau hervorzuheben, der in den 1950er Jahre für viele führende Modehäuser arbeitete und vor allem mit Chrsitian Dior eng verbunden war. Natürlich hatte Gruau jeder der von ihm vorliegenden Zeichnungen mit seiner typischen Signatur versehen.

Doch auch wer mit Mode nicht viel am Hut hat und Leder statt als Handtasche eher in Form einer edlen Automobilausstattung bevorzugt, kommt in dieser Auktion nicht zu kurz. Der Offerte mit edlen Vintage-Textilien schließt sich eine kleine, aber nicht weniger edle Offerte mit Vintage-Fahrzeugen an.

1941 Mercedes Benz Typ 170 V Baureihe W 136, Cabriolet | Fotos: NEUMEISTER
1941 Mercedes Benz Typ 170 V Baureihe W 136, Cabriolet | Fotos: NEUMEISTER

In der Chanel-typsichen Farbkombination Schwarz-Beige kommt ein echtes Schmuckstück aus dem Jahr 1941 auf die Auktionsbühne gefahren: Ein 2-türiges Mercedes-Benz Cabriolet vom Typ 170 V, Baureihe W 136. Siebzehn Jahre jünger ist ein knallroter Roadster Sprite MKI aus dem Hause Austin-Healey. Schaut man diesem Vintage-Schätzchen "ins Gesicht", muss man nicht lange raten, weshalb sein Spitzname Frogeye ("Froschauge") lautet.

1958 Austin-Healey Sprite MKI (Frogeye) Roadster | Fotos: NEUMEISTER
1958 Austin-Healey Sprite MKI (Frogeye) Roadster | Fotos: NEUMEISTER

Des Weiteren dürfen sich Sammler von Classic Cars auf eine BMW 700 Limousine von 1962 und einen VW T2 Westfalen Campingwagen von 1972 freuen.

Die Auktion findet am 15. Juli um 16 Uhr in der Barer Straße 37 in München statt. Dort kann vom 12.-14. Juni die Ausstellung zur Auktion besucht werden.

Entdecken Sie alle Lose der Auktion gleich hier!