Die Gazette du Bon Ton. Art, modes & frivolités war ein französisches Modemagazin, das zwischen 1912 und 1925 in Europa sowie den USA (dort als Gazette du Bon Genre) erschien. Das Ziel des Herausgebers war es, die Mode als eine weitere Kunstrichtung zu etablieren. Daher war die Auswahl der präsentierten Mode auch sehr streng. Es wurden exklusive Verträge mit den großen Couturiers der damaligen Zeit geschlossen, darunter Paul Poiret, Charles Frederick Worth oder Jeanne Paquin. Ergänzt wurden die Modezeichnungen durch oft spöttische Essays über die Mode, die von Schriftstellern, Historikern und Personen der Kunstszene verfasst wurden.

Gründer und Herausgeber von Gazette du Bon Ton war Lucien Vogel (1886-1954), der zuvor bereits für andere Frauenzeitschriften wie Femina oder La Vie Heureuse gearbeitet hatte.
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Im Fokus von Gazette du Bon Ton standen die Modezeichnungen, die von den bekanntesten Zeichnern der Epoche des Art Déco angefertigt und für das Magazin in Schablonentechnik gedruckt wurden. Die Zeichnungen stammten u.a. von Erté, André Édouard Marty, George Barbier und Pierre Brissaud. Präsentiert wurde darin nicht die Mode allein. Die Modelle wurden stets in einer interessanten Umgebung oder inmitten einer belebten Szene dargestellt.
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Durch die Art ihrer Verbreitung unterschied sich die Gazette du Bon Ton von anderen großen Modemagazinen wie Les Modes, Harper's Bazaar oder Vogue. So konnte man die zehnmal im Jahr erscheinende Zeitschrift nicht einfach kaufen, sondern musste sie abonnieren, was 100 Franc im Jahr kostete. Umgerechnet wären das heute etwa 425 US-Dollar (ca. 380 Euro). Dieser Umstand sowie der Druck auf feinem Papier und die Fokussierung auf eine exklusive Auswahl an Modedesignern machen deutlich, dass die Gazette du Bon Ton auf eine wohlhabende Leserschaft zugeschnitten war.
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Aufgrund des Ersten Weltkriegs wurde die Veröffentlichung von Gazette du Bon Ton zwischen 1915 und 1920 eingestellt. 1921 verkaufte Lucien Vogel sie an den Condé Nast Verlag, der einige Jahre zuvor bereits die Vogue übernommen hatte. Dennoch waren der Gazette nur noch vier weitere Jahre beschieden; ihre letzte Ausgabe erschien 1925.
![Gazette du Bon Ton. Art, modes & frivolités (Croquis de modes) [herausgegeben von Lucien Vogel]. Paris, Emile Lévy, November 1912-Juni 1914, Januar-Juni 1920. 23 Ausgaben in 4 Bänden. Foto © Sotheby's](https://images.prismic.io/barnebys/0e86ef30-d7d1-47aa-8b87-16c6f2e484f5_GazetteTitel.png?auto=compress,format)


