Es könnte sich um den letzten „verborgenen“ Bugatti aus der Vorkriegszeit handeln…
Zum ersten Mal wird diese verborgene Legende, die 50 Jahre lang auf keiner Straße zu sehen gewesen war, auf einer Auktion angeboten: ein Bugatti Type 57S von 1937, vom dem lediglich 42 Exemplare gebaut wurden, was ihn zu einem der wertvollsten und begehrtesten unter den Vorkriegsautomobilen macht.
Lesen Sie auch: Die 10 teuersten Classic Cars der Auktionsgeschichte
Zu den früheren Besitzern des Autos gehörten der Schiffsmagnat Sir Robert Ropner sowie Rodney Clarke, Direktor des bahnbrechenden britischen Connaught-Grand-Prix-Teams. Seit 1969 befand es sich im Besitz seines vor einigen Jahren verstorbenen letzten Eigentümers, dem angesehenen Ingenieur und Bugatti-Fan Bill Turnbull aus North Staffordshire, der es in seiner Werkstatt effektiv vor fremden Blicken schützen konnte. Auch wurde es dort gemäß Turnbulls hohen Standards restauriert – ein Projekt, das Turnbulls Lebenswerk darstellte. Zum Zeitpunkt seines Todes waren die Arbeiten beinahe abgeschlossen, sodass – laut Versteigerer Bonhams – das Auto „nur noch wieder zusammengebaut werden“ musste.
Auf Veranlassung von Turnbulls Nachlassverwaltern wird der Bugatti ohne Mindestpreis mit einer Schätzung von 5-7 Millionen GBP angeboten. Er wird Teil von Bonhams „Legends of the Road“-Auktion sein, bei der am 19. Februar in London viele motorisierte Meisterwerke zum Aufruf kommen werden.

Unter den 57S-Modellen stellte eines mit Atalante-Coupé-Karosserie im vergangenen Jahr den Rekord auf und wurde in London für 7,85 Millionen GBP (1 Million GBP über dem Schätzpreis) verkauft. Das Auto bei Bonhams ist kein Atalante, sondern ein offener Grand Tourer mit speziell angefertigter britischer Viersitzer-Sportkarosserie, entworfen vom Karosseriebauer Corsica Coachworks. Diese Spezialausstattung ist Ropner zu verdanken. Zudem machte sein 3,3 Liter-Motor den 57S zum schnellsten Straßenwagen seiner Zeit.
Aufgrund seiner britischen Registrierungsnummer „DUL 351“ erhielt das Auto den Spitznamen Dulcie.
Durch den Erfolg der Marke auf den Rennstrecken in den 1930er Jahren galten Bugatti-Sportwagen als „Grand-Prix-Autos für die Straße“ und wurden auch von Rennfahrern gern privat genutzt.
Das Chassis dieses „Dulcie“-Bugattis wurde als einer von nur drei speziellen Leichtbau-Rahmen identifiziert, die nach der für Bugatti erfolgreichen Rennsaison von 1936 für den optimierten 57S hergestellt wurden.

Sholto Gilbertson, Leiter von Bonhams Motor Cars UK, dazu: „Es ist wirklich ein außergewöhnliches Beispiel für eines der wertvollsten und begehrtesten Automobile der Vorkriegszeit. Andere Bugatti 57S befinden sich in Museen oder bekannten Sammlungen. Ein solches Auto seit 1969 zum ersten Mal auf dem offenen Markt anzubieten, ist außerordentlich.“
„Es könnte sich um den letzten „verborgenen“ Bugatti aus der Vorkriegszeit handeln und wir sind sehr erfreut diese wiederentdeckte Straßenlegende in der New Bond Street präsentieren zu dürfen.“
Weitere Neuigkeiten aus der Auktionswelt finden Sie im Barnebys Magazin.




