Die vergangene Woche war eine Woche, die das Wiener Dorotheum so schnell nicht vergessen wird. Die letzte Auktionswoche 2018 des führenden Auktionshauses Mitteleuropas war gespickt mit Extremen - erwünschten und weniger erwünschten.
Eigentlich sollte Pierre Auguste Renoirs Landschaftsgemälde Golfe, mer, falaises vertes am Mittwoch gemeinsam mit rund 250 anderen Werken der Klassischen Moderne versteigert werden. Stattdessen wurde es am Montag Opfer eines Diebstahls. Drei professionell agierende Diebe entnahmen die auf 120.000-160.000 Euro geschätzte Leinwand ihrem Rahmen und verließen anschließend, unterschiedliche Ausgänge benutzend, die Ausstellung zur Auktion.

Bei der Entwendung des Gemäldes wurde ein stiller Alarm ausgelöst. Die kurze Zeit später eingetroffene Polizei konnte das Aussehen der Täter über Aufnahmen der Überwachungskameras bereits feststellen. Hinweise zu der Tat nimmt das Landeskriminalamt Wien entgegen.
Tatsächlich sind Kunstdiebstähle in Österreich eher rar gesät. Auch das Dorotheum, das alle ihm anvertrauten Objekte umfassend versichert, musste in den letzten Jahrzehnten keinen solchen Vorfall bislang verzeichnen.
Weitaus erfreulicher hingegen verlief die Versteigerung mit Post War und Zeitgenössischer Kunst am 27. November, bei der Arbeiten der deutschen und italienischen Nachkriegsavantgarde im Mittelpunkt stand und viele Interessenten anlockte.

Da war ein neuer Weltrekord eigentlich bereits vorprogrammiert. Den gab es schließlich auch, und zwar für das 1958 entstandene Integrazione Ovale von Carla Accardi. Nachdem das Werk vor der Auktion auf 160.000-240.000 Euro geschätzt worden war, wurden am Ende 295.800 Euro dafür gezahlt. Dies bedeutete ein neues Rekordergebnis für die italienische Künstlerin, das ihren bisherigen Rekordpreis von 234.800 Euro, der 2016 mit Biancobianco ebenfalls im Dorotheum erzielt worden war, übertrumpfte.

Ein weiteres Highlight im Auktionskalender des Dorotheums war die Versteigerung der Sammlung Wiesenthal am Samstag, den 1. Dezember. Zum Aufruf kamen 13 Nachkriegsmodelle von Mercedes-Benz, die der Sammlung der Wiener Mercedes-Benz-Autohändlerdynastie Wiesenthal angehörten.

Eine kleine Offerte, die allerdings rund 5 Millionen Euro einfahren konnte. Das höchste Ergebnis der Auktion, in deren Verlauf selbstverständlich alle Lose einen neuen Besitzer fanden, erzielte ein 1955 Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren, der einem Telefonbieter 1.492.600 Euro wert war. Alle Wagen kamen ohne Limitpreis zum Aufruf, der 300 SL war vor der Auktion allerdings bereits auf 900.000-1.200.000 Euro geschätzt worden.

Auch ein anderer 300 SL knackte die 1 Millionen Euro-Marke. Der vor der Auktion auf 750.000-950.000 Euro geschätzte Roadster wird nun seinem neuen Besitzer, der für ihn 1.123.000 Euro hinblätterte, viel Freude bereiten.

Was aktuell im Dorotheum ersteigert werden kann, können Sie gleich hier entdecken.


