1806 begannen die aus Hanau stammenden Brüder Jacob (1785-1863) und Wilhelm Grimm (1786-1859) damit, bis dahin nur mündlich überlieferte Volksmärchen zusammenzutragen und niederzuschreiben. Federführend war hier Wilhelm, der mit seiner Bearbeitung der Texte jenen Märchenstil erfand, der auch heute noch die Erzählweise von Märchen prägt.
1812 erfolgte die Veröffentlichung des ersten Bandes der „Kinder- und Haus-Märchen“ mit 86 Märchen, darunter Dornröschen, Aschenputtel, Hänsel und Gretel und Schneewittchen. 1815 folgte der zweite Band mit 70 weiteren, darunter Die zertanzten Schuhe, Vom klugen Schneiderlein und Die Sterntaler. 700 Exemplare soll die erste Ausgabe umfasst haben, von denen jedoch nur wenige erhalten sind.
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Nach ihrer Veröffentlichung lief der Verkauf der Märchenbände nur schleppend. Dennoch erschienen weitere Ausgaben, die als Grundlage für die Übersetzung der Märchen in 160 Sprachen dienten. Die kulturgeschichtliche Bedeutung der Bände ist mittlerweile längst anerkannt. Viele der Märchen sind weltweit ein Begriff und werden regelmäßig aufgegriffen und adaptiert.
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So verwundert auch nicht das rege Interesse aus dem In- und Ausland, auf das ein seltenes Exemplar der Erstausgabe in gutem Zustand stieß, das vergangene Woche im Zuge der Frühjahrsauktion des auf Bücher und Graphik spezialisierten Kölner Auktionshauses Venator & Hanstein zum Aufruf kam. Für das Los mit den beiden Bänden von 1812 bzw. 1815 waren mindestens 100.000 Euro gefordert, der Schätzpreis hatte bei 120.000 Euro gelegen.

Der Hammer fiel schließlich bei 170.000 Euro, zuzüglich Aufgeld beläuft sich das Ergebnis auf 215.000 Euro, was einem neuen Weltrekord für eine Erstausgabe der „Kinder- und Haus-Märchen“ der Brüder Grimm entspricht.
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Im Juni 2011 wurde ein zweiter Band der Erstausgabe bei Sotheby’s für 206.500 US-Dollar (143.517 Euro) versteigert. 2022 erzielte ein Exemplar der ersten „Kleinen Ausgabe" mit 50 Märchen, die ab 1825 in zehn Auflagen erschien, bei Christie’s 138.600 US-Dollar (125.156 Euro). Das besondere an diesem Exemplar war die darin erhaltene Widmung der Brüder Grimm an Amalie Hassenpflug. Die Familie Hassenpflug war eine der ergiebigsten Quellen beim Zusammentragen der Märchen gewesen.
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