Formen und Farbe: Außergewöhnliches bei Schuler

Von der Genremalerei des 19. Jahrhunderts zur Konkreten Kunst, vom Meissner Koppchen mit Chinoiserien-Dekor zum zeitgenössischen Schmuckdesign: Das abwechslungsreiche Angebot der Septemberauktion im Zürcher Auktionshaus Schuler bietet mehr als 2000 außergewöhnliche Objekte von höchster Qualität.

Formen und Farbe: Außergewöhnliches bei Schuler

Zeitgenössische Malerei

Links: DAVID HOCKNEY (Bradford 1937) - "Lilies", Farblithographie, 32/65, signiert und datiert, 1971 Rechts: MAX BILL (Winterthur 1908–1994 Berlin) - "Vier Farben gleicher Menge", Öl/Lwd., signiert und datiert, 1970/72
Links: DAVID HOCKNEY (Bradford 1937) - "Lilies", Farblithographie, 32/65, signiert und datiert, 1971 Rechts: MAX BILL (Winterthur 1908–1994 Berlin) - "Vier Farben gleicher Menge", Öl/Lwd., signiert und datiert, 1970/72

Zwei Werke aus den 1970er Jahren gehören zu den Highlights der Kategorie Malerei der Auktion. Links sehen wir eine Lithografie des britischen Künstlers David Hockney, der im Juli seinen 80. Geburtstag feierte. Das Werk ist ein frühes Beispiel für Hockneys Vorliebe für die gegenständliche Malerei. Einen völlig anderen Ansatz hatte Max Bill bei der Gestaltung seines Werkes "Vier Farben gleicher Menge" von 1970/72. Als Vertreter der Konkreten Kunst lag sein Fokus auf den Gesetzmäßigkeiten der Farbenlehre und der Geometrie.

Gemälde des 19. Jahrhunderts

BENJAMIN VAUTIER D.Ä. (Morges 1829–1898 Düsseldorf) - "Schön brav sein, solange ich weg bin", Öl/Holz, signiert
BENJAMIN VAUTIER D.Ä. (Morges 1829–1898 Düsseldorf) - "Schön brav sein, solange ich weg bin", Öl/Holz, signiert

Aus dem 19. Jahrhundert erreichte dieses Werk des Schweizer Malers Benjamin Vautier die Auktion. Der Genremaler und wichtige Vertreter der Düsseldorfer Malerschule schuf realistische Gemälde, die häufig im ländlichen Bereich angesiedelt waren. Vautier war für seine detailreichen Darstellungen, die oft etwas Anekdotenhaftes innehatten, schon zu Lebzeiten sehr geschätzt. Als Modell für die "strenge Puppenmutter" könnte Vautiers Tochter Clara Antonia gedient haben.

Orientteppiche

Isfahan-Teppich, signiert, Zentral-Persien um 1880
Isfahan-Teppich, signiert, Zentral-Persien um 1880

Im zentralen Persien wurde um 1880 dieser detailreiche und sehr feine Teppich geknüpft. Als aufwändiges Motiv wurde das Portrait einer persischen Prinzessin gewählt, deren Kleid aus Höflingen und allerlei Tieren zu bestehen scheint. Umrandet wird das ovale Medaillon von einer floralen Borte. Der Teppich wurde zu einer Zeit gefertigt, in der in Persien ein wirtschaftlicher Aufschwung herrschte und die Basis für die moderne Teppichherstellung gelegt wurde.

Japanische Kunst

Bronzetafel mit applizierter Affen-Figur, signiert und gesiegelt, Japan, Meiji-Zeit (1868-1912)
Bronzetafel mit applizierter Affen-Figur, signiert und gesiegelt, Japan, Meiji-Zeit (1868-1912)

Weiter gen Osten führt uns diese interessante Bronzetafel der Meiji-Zeit in Japan. Dargestellt ist ein Affe im Kimono, der durch eine Brille das Netsuke eines weiteren Affen betrachtet, der zu einem ebenfalls abgebildeten Inrō gehört. Inrōs sind Siegel- oder Medizinschachteln, die von Männern am Gürtel ihres Kimonos getragen wurden. Zur Befestigung dienen die Netsuke.

Skulpturen

LUDWIG VON HOFER (1801–1887) - "Sandalenlösende Venus", Marmor, Stuttgart 1856
LUDWIG VON HOFER (1801–1887) - "Sandalenlösende Venus", Marmor, Stuttgart 1856

Ludwig von Hofer war Hofbildhauer am württembergischen Königshof. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts schuf er eine Reihe von Kopien antiker und moderner Plastiken, die den Stuttgarter Schlossgarten und den Park des Landschlosses Rosenstein "bevölkern" sollten. Die in der Auktion angebotene "Sandalenlösende Venus" aus weißem Marmor entstand nach dem Vorbild on Ivan Petrovich Vitales' Werk von 1852.

Porzellan & Silber

Links: MEISSEN - Koppchen mit Untertasse, Chinoiserien und Vergoldung, Meißen/Augsburg um 1725 Rechts: Paar Kerzenstöcke, Silber, Meistermarke Friedrich Jakob Biller, Augsburg 1783-87
Links: MEISSEN - Koppchen mit Untertasse, Chinoiserien und Vergoldung, Meißen/Augsburg um 1725 Rechts: Paar Kerzenstöcke, Silber, Meistermarke Friedrich Jakob Biller, Augsburg 1783-87

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war es üblich, dass die Porzellanmanufakturen die Bemalung ihrer Erzeugnisse "auslagerte" und diese Arbeit den sogenannten Hausmalern überließ. Zwei bedeutende Hausmaler lebten und arbeiteten in Augsburg: Bartholomäus Seuter und Johannes Aufenwerth. Auch Aufenwerths Töchter Elisabeth und Sabina arbeiteten als Hausmalerinnen. Im Chiniserien-Stil Elisabeth ist ein Meissner Koppchen mit Untertasse dekoriert, welches oben links im Bild zu sehen ist. Ebenfalls aus dem Augsburg des 18. Jahrhunderts stammt ein Paar silberner Kerzenstöcke mit Girlandendekor. Meister Friedrich Jakob Biller hat sie im Stile des Louis Seize ausgeführt.

 

Emaille-Kunst

MARGARETE SEELER (Berlin 1909–1996 USA) - "Family Cup", Emaille cloisonné, innen vergoldet, Künstlermonogramm
MARGARETE SEELER (Berlin 1909–1996 USA) - "Family Cup", Emaille cloisonné, innen vergoldet, Künstlermonogramm

Die in Berlin geborene Margarete Seele war eine der bedeutendsten Emaille-Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts und eine wahre Meisterin ihren Fachs. Nach dem 2. Weltkrieg erhielt sie Lehraufträge in den USA und siedelte bald ganz hinüber. Für die fantasievolle Gestaltung ihres "Family Cups" gab sie an, an einen Baum mit Wurzeln, einem Stamm und einer blühenden Krone gedacht zu haben, in der Tiere leben.

Schmuck

GIAMPAOLO BABETTO (*1947 Padua) Links: Designer-Collier Arquà Petrarca, Gold und Niello, nummeriert und signiert, um 1994 Rechts: Designer-Ring Arquà Petrarca, Gold mit roter Pigmentierung, signiert, um 2002
GIAMPAOLO BABETTO (*1947 Padua) Links: Designer-Collier Arquà Petrarca, Gold und Niello, nummeriert und signiert, um 1994 Rechts: Designer-Ring Arquà Petrarca, Gold mit roter Pigmentierung, signiert, um 2002

In der reichen Offerte mit altem und modernen Schmuck sind es vor allem die außergewöhnlichen Kreationen des italienischen Schmuckdesigners Giampaolo Babetto, die sofort ins Auge springen. Der mit 14 Stücken in der Auktion vertretene Babetto gehört zu den herausragenden Schmuckdesignern der heutigen Zeit, dessen Arbeiten sowohl durch Einfallsreichtum als auch durch eine präzise Verarbeitung hervorstechen. Dass Babetto ursprünglich Architektur studiert hat, kommt vor allem bei dem Collier zum Ausdruck.

Möbeldesign

WERNER MAX MOSER (Karlsruhe 1896 - 1970 Zürich) - Paar Sessel Modell 1434, Originale Ausführung Embru, Entwurf 1930
WERNER MAX MOSER (Karlsruhe 1896 - 1970 Zürich) - Paar Sessel Modell 1434, Originale Ausführung Embru, Entwurf 1930

Mit diesem Paar Stahlrohrsessel von Werner Max Moser schließt sich nun der Kreis der hier vorgestellten Objekte. Wie Giampaolo Babetto oder Max Bill, dessen Werk "Vier Farben gleicher Menge" wir am Anfang der Auktionsvorschau gesehen haben, war Moser studierter Architekt. Er wandte sich neben dem Entwerfen von Gebäuden jedoch nicht der Malerei oder dem Schmuckdesign zu, sondern designte moderne Möbel, die in ihrer qualitätsvollen Schlichtheit an Mosers Studienzeit am Weimarer Bauhaus erinnern.

Alle vorgestellten Objekte werden am 18. sowie vom 20. bis 22. September im Zürcher Auktionshaus Schuler versteigert. Bei der "Blauen Auktion" am 18. September handelt es um eine reine Onlineauktion. Bietaufträge für die dort angebotenen Objekte müssen bis zum 15. des Monats schriftlich oder online eingereicht werden. An den übrigen Auktionstagen beginnen die Versteigerungen jeweils um 9 Uhr. Die Ausstellung zur Auktion kann vom 9. bis 15. September jeweils von 11 bis 18 Uhr besucht werden.

Entdecken Sie das aktuelle Angebot des Auktionshauses Schuler hier bei Barnebys.