Am 21. März stehen die Zeichen in Satow erneut "auf Auktion", wenn 936 Lose aus Kategorien wie Grafik, Gemälde, Möbel, Schmuck, Uhren, Silber, Porzellan und Skulpturen zum Aufruf kommen. Den Auftakt zur Auktion bilden Gemälde und Aquarelle, eine breitgefächerte Kategorie mit Werken Alter Meister sowie moderner und zeitgenössischer Künstler.

Die in Ölfarbe auf Holz ausgeführte Darstellung einer eleganten Jagdgesellschaft wird dem niederländischen Barockmaler Philips Wouwerman zugeschrieben. Zu sehen sind die Jäger zu Pferd (darunter auch eine in ein blaues Kleid gewandete Dame mit Falke), die Jagdhelfer, die Meute sowie ein erlegter Hirsch. Die Personen rasten nach der also erfolgreichen Jagd auf einer Anhöhe, von der aus sie das Tal überblicken können, das den Gemäldehintergrund bildet.

Eine typische Arbeit des in Güstrow geborenen Genremalers Karl Behm ist das vorliegende Gemälde In der Schmiede. Behm, der nach seinem Kunststudium in Berlin und München in der bayerischen Hauptstadt blieb, malte häufig Interieurs mit Fenstern oder Türen im Hintergrund, die die wiedergegebene Szene erweitern oder beleuchten.

Der Berliner Maler Wilhelm Kohlhoff brachte sich das Malen und Zeichnen größtenteils selbst bei und konnte damit früh Erfolge feiern. Einfluss auf das Werk Kollhoffs hatte der Expressionist Lovis Corinth, der häufig Blumenvasen malte. Auch Kohlhoff wählte für das vorliegende Werk eine solche.

Nicht nur ein Bewunderer sondern ein Schüler Corinths war Ivo Hauptmann, Sohn des Schriftstellers Gerhart Hauptmann. Beeinflusst wurde Hauptmann aber auch vom Pointillisten Paul Signac, der auf der Suche nach Motiven die Küsten Frankreichs bereiste. Auch Ivo Hauptmann nimmt den Betrachter im vorliegenden Ölgemälde mit an eine solche.

Weiter geht es an der nordfriesischen Küste und den Grafiken der Auktion, die mit Segelboot auf See eine handsignierte Radierung Emil Noldes umfasst. Nolde war in den 1920er Jahren in seine Heimatregion zurückgekehrt, die ihn immer wieder für seine Werke inspirierte.

Unter den Skulpturen der Offerte ist besonders die braun getönte Gipsplastik Mutter mit schlafendem Kind im Schoß der Künstlerin Marga Böhmer von 1940 zu nennen. Böhmer war die Lebensgefährtin Ernst Barlachs, für den sie während der gemeinsamen Jahre ihre eigene Arbeit zurückstellte. Erst nach Barlachs Tod im Jahr 1938 widmete sie sich vermehrt wieder eigenen Projekten.

In der Schmuckofferte stechen zwei Stücke durch ihre leuchtend gelbe Farbe hervor. Bei einem Weißgoldring stammt diese von einem großen Turmalin mit natürlichen Wachstumsmerkmalen von 11,16 ct, der von Brillanten von zusammen 0,95 ct umgeben ist. Bei einer Art déco-Brosche wurde hingegen einer gelbgrüner Topas von 18,8 ct im Smaragdschliff als zentraler Stein gewählt, der jedoch ebenfalls von Brillanten (zus. 1,11 ct) begleitet wird.

Mit nur 18 Los eher klein ist die Kategorie Uhren. Doch findet sich gerade hier so manches Highlight des Auktionskatalogs, wie beispielsweise eine französische Konsoluhr aus dem frühen 19. Jahrhundert, die den spätbarocken Boulle-Stil aufgreift. Etwas älter ist eine Berliner Säulenuhr mit versilberten Elementen. Eines davon ist eine Vase unterhalb des Pendels, in die die Lebenden des 1786 verstobenen König Friedrich II. eingraviert wurden.

Das absolute Prunkstück unter den Möbeln der Auktion ist ein barocker Tabernakel-Aufsatzschrank aus furniertem Nussholz. Blickfang ist eine figürliche Intarsie aus Edelhölzern, die einen Edelmann in der Kleidung des späten 17. Jahrhunderts darstellt. Für eine Kommode aus Nuss- und Wurzelholz wurde im 19. Jahrhundert der Barockstil wieder aufgegriffen. Der an der Frontseite stark geschwungene Korpus verfügt über vier Schubladen und ein ebenfalls reiches Dekor aus Intarsien.
Die Auktion findet am 21. März ab 11 Uhr im Auktionshaus Satow statt. Aufgrund der aktuellen Umstände handelt es sich um eine "Stille Auktion", bei der die Gebote ausschließlich schriftlich, telefonisch oder online abgegeben werden können. Alle Informationen und den Katalog finden Sie auf der Website des Auktionshauses.


