Hans Hofmann wurde am 21. März 1880 im bayerischen Weißenburg als zweites von fünf Kindern geboren. Als er 6 Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach München, da sein Vater eine Arbeitsstelle bei der Regierung erhielt. Bevor er sich zur Kunst hingezogen fühlte, galten seine Neigungen der Mathematik und den Naturwissenschaften. Nach seinem Schulabschluss arbeite er als Assistent bei der Baubehörde, wo ihm seine Neigungen zugute kamen. Im Later von 18 Jahren wollte Hans Hofmann dann aber doch kreativer werden und begann Zeichenunterricht beim Maler Moritz Heymann zu nehmen.
Es war die Zeit, in der Hans Hofmann sowohl seiner zukünftigen Ehefrau Maria "Miz" Wolfegg als auch dem wohlhabenden Kaufhausbesitzer Philipp Freudenberg kennenlernte, der für die nächsten 10 Jahre sein Förderer werden sollte. Er war es auch, der Hans und Miz im Jahr 1901 den Umzug nach Paris bezahlte, wo der junge Künstler die Werke der Avantgardekünstler wie Matisse, Braque, Picasso und Delaunay kennenlernte und studierte.
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Zunächst wandte er sich jedoch dem von Seurat und Signac geprägten Pointillismus und malte als eines der ersten Werke nach dem Umzug ein Portrait von Miz in diesem Stil. Paris betrachtete Hans Hofmann als eine Art "Feuerprobe", die seine Entscheidung, als Künstler zu leben und zu arbeiten, bestätigen oder ablehnen sollte. Ein besonders gutes Verhältnis hatte er schon bald zum Ehepaar Delaunay, die als Pioniere des Orphismus Lyrik mit Farben auszudrücken wussten. Doch auch die kubistische Manipulation der Form inspirierte ihn.
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Im Sommer 1913 bereisten Hans und Miz die französische Insel Korsika, wo Hans seine Tuberkulose auskurieren sollte. Anschließend besuchte das Ehepaar Hofmann seine Heimatstadt München. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, war es ihnen nicht möglich, nach Paris zurückzukehren, sodass sie sich wieder in der bayerischen Hauptstadt niederließen.
Da Hans Hofmann aufgrund seines schlechten Gesundheitszustands ausmustert worden war, entschloss er sich 1915 eine Kunstschule zu eröffnen, die die erste ausgewiesene Schule für moderne Kunst werden sollte. Inspiriert von den Werken Kandinskys und Cézannes lehrte Hofmann die Grundsätze der Abstraktion, den Umgang mit Formen und Farben, Kunsttheorie sowie lebensnahes Zeichnen.
Der sehr praxisorientierte Unterricht zog Schüler aus aller Welt an, die daran interessiert waren, avantgardistische Stile und Techniken zu erlernen, die in den meisten, von Traditionen geprägten Kunstschulen nicht auf dem Unterrichtsplan standen. Nach Ende des Krieges hielt Hofmann auch Sommerkurse ab, zunächst im Alpenvorland (z. B. in Murnau am Staffelsee, das bereits vor dem Krieg von Kandinsky und Gabriele Münter als inspirierende Gegend entdeckt worden war), später auch an der Mittelmeerküste. Die Schule sollte 17 Jahre lang in Betrieb sein.
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1930 wurde Hofmann von einem seiner Studenten, Worth Ryder, eingeladen, einen Sommerkurs an der University of California in Berkeley zu geben. Als sich das politische Klima in Deutschland immer mehr zu verdüstern begann, ging Hans Hofmann nach New York, wo er im Herbst 1934 mit der Eröffnung der Hans Hofmann School of Fine Arts seine Liebe zum Unterrichten fortsetzte. Auch in Amerika leitete er Sommerkurse. Veranstaltungsort war das ehemalige Atelier des Künstlers Charles Webster Hawthorne auf Cape Cod, Massachusetts. Zu seinen Schülern gehörten Ray Eames, Robert de Niro, Sr., Marisol Escobar und die zukünftige Ehefrau von Jackson Pollock, Lee Krasner, die Hofmann mit dem Kunstkritiker Clement Greenberg bekannt machte. Greenberg wurde nach Philipp Freudenberg Hofmanns nächster wichtiger Förderer.
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In den 1940er Jahren experimentierte Hofmann mit neuen Techniken, wie Drip Painting, zu experimentieren. 1944 organisierte die Mäzenin und Sammlerin Peggy Guggenheim Hofmanns erste Einzelausstellung in ihrer Art of This Century Gallery, nachdem sie sein Atelier in New York besucht hatte.
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"Ich habe das erfunden, was ich als 'Push and Pull', 'Force and Counterforce' bezeichne", erklärte Hofmann. "Ich gehe damit sehr zurückhaltend um, aber es sind wirklich großartige Entwicklungen." Dieses neue Konzept sollte sich in den meisten seiner Kunstwerke widerspiegeln. Hofmanns Stil kombinierte abstrakte Formen mit lebendigen Farben, die er pastos auf die Leinwand auftrug.
Ich möchte immer in Farbe leben.
Hofmanns Bedeutung als Kunsttheoretiker ist nicht zu übersehen. Eines seiner wichtigsten Essays Das Farbproblem in der reinen Malerei - sein kreativer Ursprung verfasste er, um eine von Clement Greenberg kuratierte Einzelausstellung am Bennington College in Vermont zu begleiten. Darin stellte er fest, dass die Beziehungen zwischen Farben in einem Gemälde essentiell sind.
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Hans Hofmann schloss seine New Yorker Schule im Januar 1957, im selben Monat, in dem ihm das Whitney Museum of Art eine große Retrospektive mit 55 seiner Arbeiten widmete. "Kein amerikanischer Künstler könnte eine Ausstellung von größerer Kohärenz als Hans Hofmann zeigen", sagte der Kunstkritiker Harold Rosenberg. Im folgenden Jahr experimentiert Hofmann mit anderen Kunstformen, einschließlich der Erstellung eines Wandgemäldes für das Äußere der New York School of Printing in Manhattan.
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Für die Biennale von Venedig 1960 wurden 13 von Hans Hofmanns Gemälden zusammen mit Werken von Philip Guston und Franz Kline für den amerikanischen Pavillon ausgewählt, in dem Hofmann als "anerkannter Dekan des Abstrakten Expressionismus" und als ältester Befürworter der Bewegung in den USA präsentiert wird.
1963 starb Miz und Hans Hofmann stürzt sich zur Bewältigung seiner Trauer in seine Arbeit. Eine weitere große Retrospektive des Künstlers, die dieser gemeinsam mit seiner Frau vor deren Tod kuratiert hatte, wird im September des Jahres im MoMA eröffnet, bevor sie in weiteren Städten in den USA, Südamerika und Europa gezeigt wird.
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Zwei Jahre nach Miz' Tod heiratete Hans Hofmann die um 50 Jahre jüngere Deutsche Renate Schmitz. Hofmann war noch mit über 80 künstlerisch aktiv und vervollständigte die nach seiner zweiten Frau benannte Renate-Serie.
Am 17. Februar 1966 starb Hans Hofmann im Alter von 85 Jahren in New York an einem Herzinfarkt. Nach seinem Tod wurden seinem Werk in bedeutenden Museen zahllose Ausstellungen gewidmet, die ihn als "Vater des Abstrakten Expressionismus" zeigten, darunter die 1976 von seiner Witwe Renate organisierte Ausstellung im Hirshhorn Museum in Washington, DC.

Arbeiten von Hans Hofmann erzielen auf dem Auktionsmarkt Preise in Höhe von mehreren Millionen Dollar. Das aktuelle Rekordwerk ist Lava, das als 1963 auch als Titelbild für die Retrospektive im MoMA gedient hatte. 2017 wurde es bei Christie's für 8,9 Millionen USD (7,6 Millionen Euro) verkauft.
Weitere Künstlerbiografien finden Sie im Barnebys Magazin
Aktualisierte Version eines Artikels vom 31. März 2020




