13 Jahre ist es her, dass sich Mat Winter aus Cranbrook, Kent, wie schon des Öfteren auf den Weg zur örtlichen Mülldeponie machte, in der Hoffnung, dort auf einen Schatz zu stoßen. Im Kofferraum einer Dame entdeckte der damals 11-jährige einen interessanten Druck und er fragte, ob er ihn haben könne. Die Dame überließ ihm das Werk und Mat lagerte es gemeinsam mit anderen Objekte, die er entdeckt hatte, zuhause in einem Schrank ein.
Vor Kurzem überkam ihn jedoch das Bedürfnis, herauszufinden, ob der auf 1513 datierte und mit Albrecht Dürers berühmten Monogramm signierte Druck tatsächlich etwas Besonderes ist und er schickte ihn zur Bewertung an Jim Spencer von Rare Book Auctions in Lichfield, Staffordshire, der zunächst skeptisch war, als er von den Umständen des Fundes erfuhr. Doch bereits auf den ersten Blick ahnte Spencer, ein ausgewiesener Experte für antiquarische Bücher und Manuskripte, womit er es zutun hatte. „Ich öffnete das Paket, entfernte die Luftpolsterfolie und taumelte voller Ehrfurcht zurück. Meine Hände zitterten, als ich es gegen das Licht hielt. Das Büttenpapier war absolut passend für die Zeit. Die Qualität der Gravur war unbeschreiblich außergewöhnlich. Ich wusste, dass nur eine Person so etwas geschaffen haben konnte – es musste die Hand von Dürer selbst gewesen sein“, erinnert sich Spencer in einer Mitteilung seines Auktionshauses.
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Spencer war sich also sicher, es mit einem von Albrecht Dürer selbst ausgeführten Kupferstich des Motivs Ritter, Tod und Teufel, neben Melencolia I und Der heilige Hieronymus im Gehäus einer der drei Meisterstiche des bedeutenden Renaissancekünstlers, zu tun zu haben und nicht mir einer späteren Kopie. Um ganz sicher zu sein, brachte er ihn nach London ins British Museum, um ihn mit den dortigen Originalen zu vergleichen, was letzte Zweifel beseitigte: Mat Winter hatte 13 Jahre zuvor tatsächlich einen eigenhändigen und exzellent ausgeführten Kupferstich Dürers von 1513 entdeckt, der sich obendrein in sehr gutem Zustand befand. Der einzige Wermutstropfen war der Umstand, dass das alte Büttenpapier, vermutlich um 1900, auf ein Stück Karton geklebt worden war, was den Preis für das Kunstwerk, das in einwandfreiem Zustand Preise von bis zu 200.000 Euro erzielen kann, beeinträchtigen würde.
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Der Kupferstich wurde mit einem Schätzpreis in Höhe von 10.000-20.000 GBP in einer Onlineauktion von Rare Book Auctions angeboten, die am 18. September endete. Das weltweite Interesse war groß und den Zuschlag erhielt schließlich für 26.500 GBP (33.390 GBP inkl. Aufgeld) ein Privatsammler aus Deutschland, wie Spencer gegenüber der BBC verriet.
Die Onlineauktion war die allererste Auktion von Rare Books Auctions, das erst vor Kurzem von Jim Spencer gegründet wurde. Zuvor war Spencer acht Jahre lang Experte bei Hansons Auctioneers gewesen, wo er vor allem mit dem Aufspüren seltener Harry-Potter-Erstausgaben von sich reden machte.
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Dass die erste Auktion seines eigenen Auktionshauses nun direkt mit einem solchen Schatz bestückt werden konnte, ist sicherlich als ein gutes Omen für die Zukunft von Rare Book Auctions zu werten.
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