Vom 22.-23. September präsentiert die auf antike Waffen und Geschichte spezialisierte Landshuter Rüstkammer ihre große Jahresauktion, die 1.340 aus Nachlässen und Sammlungsauflösungen stammende Lose mit historischen Raritäten aus mehreren Jahrhunderten umfasst. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt antiker Militaria und entdecken Sie im Folgenden sechs Highlights der spannenden Offerte!

Aus einer namhaften westeuropäischen Sammlung stammt diese Rarität aus der Kategorie „Schutzwaffen und Rüstungen“. Der geschlossene Helm mit seltenem Hahnenkopfvisier wurde um 1540 von einem deutschen oder italienischen Schmied angefertigt und beeindruckt mit seinem vollplastisch herausgetriebenem Galluskopf, der durch einen fein gravierten Federdekor sowie einen niedrig gearbeiteten Kamm in Form eines gezackten Hahnenkamms ergänzt wird.

Etwa vierzig Jahre jünger ist die in derselben Kategorie angebotene Vollrüstung, deren Bestandteile allesamt geschwärzt und mit blanken, erhabenen Zierstreifen versehen wurden. Ein auffälliges Detail sind die ebenfalls schwarz-weiß gestalteten Schwebescheiben mit strahlenförmigem Dekor und zentralem Spitz. Schwebescheiben waren ab dem 14. Jahrhundert in Gebrauch, um die Achselhöhle des Trägers eines Plattenpanzers zu schützen, etwa wenn dieser während eines Kampfes zum Schlag ausholte.

Aus demselben Zeitraum wie die schwarz-weiße Vollrüstung stammt dieser italienische Anderhalbhänder, der eines der Highlights der Kategorie „Antike Blankwaffen & Stangenwaffen“ darstellt. Anderhalbhänder kamen im 13. Jahrhundert als Reaktion auf die verbesserten Rüstungen auf. Durch längere Klingen war die einhändige Führung eines Schwertes schwieriger, sodass der Griff ebenfalls länger wurde, um die Zuhilfenahme der zweiten Hand zu ermöglichen. Das vorliegende Exemplar, das vermutlich in Mailand angefertigt wurde, besticht mit seinem eisengeschnittenen und teilweise figürlichen Dekor.

Unter den orientalischen Waffen und Antiquitäten aus Afrika und Asien darf dieser um 1800 in Persien angefertigte Shamshir mit Wootzdamast-Klinge nicht unerwähnt bleiben. In Kartuschen auf Parierstange, Klinge, Griff und Scheide aufgebrachte Koransprüche sollten den Träger des Säbels vermutlich mit zusätzlichem Schutz und Stärke ausstatten. Einen ähnlichen „göttlichen Beistand“ erhoffte sich wohl auch jener Husarenoffizier aus dem 18. Jahrhundert, dessen Säbel mit Madonnenklinge die Auktion der Landshuter Rüstkammer aus einer Sammlung von österreich-ungarischen Blankwaffen und Militaria erreicht hat.

Natürlich sind in der Auktion nicht nur Blank-, sondern auch Feuerwaffen vertreten, wie etwa in der Kategorie „Schusswaffen Zivil und Jagdlich“. Hier muss unbedingt auf ein Paar hochwertige gebläute Steinschloss-Wendergewehre hingewiesen werden, das um 1740 in Österreich angefertigt wurde. Eine goldtauschierte Signatur im achtkantigen Laufbereich verrät sogar den Büchsenmacher: Balthasar Zellner (1703-1754), der in Zell am See und Salzburg tätig war. Die gravierten Eisenbeschläge des vorliegenden Gewehrpaares zeigen neben floralen und Rankenmotiven Reiter zu Pferd sowie eine von Trophäen umgebene Siegesgöttin.

Auch Orden und Ehrenzeichen sind eigene Kategorien gewidmet. Unter den internationalen muss der Sehr vornehme Orden der Krone von Thailand hervorgehoben werden, unter den deutschen dieser Bruststern zum Großkreuz mit Schwertern des Hausordens vom Weißen Falken, der zwischen 1870 und 1918 in Sachsen-Weimar verliehen wurde. Der erstmals 1732 gegründete Orden war 1815 wiederbelebt worden. Der wohl prominenteste Träger des Großkreuzes war Johann Wolfgang von Goethe, der zum Zeitpunkt seiner Auszeichnung im Jahr 1816 seit 40 Jahren als Geheimer Rat am Hof von Weimar tätig war.
Die großes Jahresauktion der Landshuter Rüstkammer findet am 22. und 23. September im Auktionshaus, Fischergasse 660, in Landshut statt. Auktionsbeginn ist an beiden Tagen um 11:30 Uhr. Allgemeine Vorbesichtigungen sind am 13. und 15. September sowie am 18. und 20. September jeweils von 14-18 Uhr möglich. Auktionsteilnehmer haben zusätzlich am 21. September (14-18 Uhr) sowie vorab den Versteigerungen (jeweils ab 9:00 Uhr) die Möglichkeit, die Lose in Augenschein zu nehmen.
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