So abwechslungsreich wie der Wechsel der Jahreszeit präsentieren sich die Kataloge zur nächsten Auktion im Hause Hampel, die am 24. und 25. September in München stattfindet. Einige Highlights, die perfekt in die aktuelle Jahreszeit passen, möchten wir Ihnen nun vorstellen.

In der rund 250 Lose starken Offerte der Alten Meister finden wir uns zunächst auf einem Fest in einem noch sommergrünen Laubwald wieder. Der Antwerpener Maler Bartholomeus Grondonck hat hier eine höfische Gesellschaft versammelt, die im Schatten der Bäume lustwandelt. Im Hintergrund sind mehrere Schlösser an und in einem Gewässer zu erkennen, von denen aus man in Booten zu diesem Vergnügen aufgebrochen ist.

Ebenfalls hervorgehoben werden müssen drei Stillleben von Malern, die wie Grondonck aus Antwerpen stammen. Für ein Früchtestillleben mit Orangen, Trauben, Feigen, Granatapfel, Beeren und zwei Austern entschied sich Joris van Son Mitte des 17. Jahrhunderts – ein wunderbares Sinnbild der Erntezeit.

Unter den Blumenstillleben sei auf Werke von Jan van Kessel d. J. und von Gaspar Pieter Verbruggen d. J. hingewiesen. Verbruggen vereinte in seinem Leinwandwerk gleich zwei prachtvolle Bouquets und erweist sich als Meister im Spiel von Licht und Schatten.

Van Kessel ergänzten seine auf Kupfer gemalten Tulpen und Rosen um einen geflochtenen Korb, eine Tazza sowie einen Papagei. Vielleicht um aus den Fußstapfen seines berühmten Vaters selbigen Namens herauszutreten, ging Jan van Kessel mit Anfang Zwanzig nach Madrid, wo er hauptsächlich damit beschäftigt war, als Hofmaler die Mitglieder der königlichen Familie zu porträtieren.
Auch unter den impressionistischen und modernen Werken ist ein Blumenstillleben zu finden, das hier Erwähnung finden soll. Ausgeführt wurde diese Vase mit prachtvollem Blumenstrauß um 1900 vom französischen Maler Armand Guillaumin. Der Impressionist Guillaumin, der mit Cézanne, Pissarro und van Gogh befreundet war, setzte bei diesem wundervollen Werk nicht allein auf die Blumen in der Vase, sondern auch auf eine geblümte Tapete, die eine interessante Ergänzung darstellt.

Eine sommerwarme Brise von der südfranzösischen Küste umweht jeden im Geiste, der dieses Gemälde von Jean-Pierre Cassigneul betrachtet – auch wenn Le beret jaune 1970 in Paris entstand, wie die Datierung verrät. Cassigneul, der als Erbe der Babis-Künstler arbeitete, ist damit ein Werk von mediterraner Leichtigkeit gelungen, das zurecht als eines seiner besten betrachtet wird.

Ebenfalls ein mediterranes Flair umgibt das Gemälde Junge beim Schälen einer Orange von Eugen Alfons von Blaas, das in der Offerte mit Gemälden des 19./20. Jahrhunderts zum Aufruf kommt. Seine Motive fand der italienische Genremaler sowohl in allen Schichten der Bevölkerung und auch historisierende Szenen sind in seinem Œuvre zu finden.

In der Möbel-Offerte ist Vorsicht geboten, denn in ein französisches Bureau plat aus dem 18. Jahrhundert kann man sich sofort verlieben. Die Lackverzierungen des herrlichen Schreibtisches von Jacques Dubois bilden ein Muster aus roten Chrysanthemenblüten. Chrysanthemen gehören zu den Spätblühern, die uns erst ab August, aber dafür bisweilen bis November erfreuen.

Während Dubois' Werk noch den Formen des Rokoko verschrieben ist, führte Jean-François Leleu diese Kommode im späten 18. Jahrhundert im Louis XVI-Stil aus, der bereits viele Elemente des nahenden Klassizismus vorwegnahm. Leleu war ein Schüler des bedeutenden Ebenisten Jean-François Oeben, dessen Werkstatt er nach dessen Tod übernahm.
In der Silber-Offerte zeigt uns Neptun, wer der wahre Herrscher über das Meer ist, das im Sommer an seine idyllischen Strände lockt, und in Herbst und Winter mit tosenden Wellen recht furchteinflößend sein kann. Der vom Meeresgott bekrönte Tafelaufsatz wurde im 20. Jahrhundert in Palermo ausgeführt.

In der Auktion "Hampel Living", die wie immer eine schöne Selektion dekorativer Objekte im Angebot hat, ist diese orientalische Tänzerin von ca. 1900 hervorzuheben, die im Stil der damals beliebten Chryselephantinfiguren geschaffen wurde. Statt mit Elfenbein ergänzte man in diesem Fall den Hauptteil aus vergoldeter Bronze mit weißem Carrara-Marmor.

Zum Schluss sei noch auf ein Werk hingewiesen, das bereits einen Ausblick auf den Winter gewährt, mit Weihnachten als dessen festliches Highlight. Auf dem Gemälde eines Vertreters der Toskanischen Schule des 16. Jahrhunderts ist die Heilige Familie nebst Johannesknaben zusehen, welcher von dem ihm zugewandten Christusknaben gesegnet wird.
Die Auktionen umfassen neben den genannten Kategorien auch Skulpturen & Kunsthandwerk, Antiken, Uhren, Dosen, Miniaturen & Schmuck, Russische Kunst sowie die Auflösung einer Villa mit weiteren dekorativen Stücken.
Auktionsbeginn ist an beiden Tagen um 10 Uhr. Die Versteigerungen sowie die Vorbesichtigungen vom 19.-23. September finden im Auktionshaus Hampel in der Schellingstraße 44 in München statt.



