Auf den ersten Blick eher unscheinbar, ist das 32,5 x 24,5 cm messendes Porträt eines Hundes, das Drouot Estimations am 26. Februar in Paris versteigern wird, eine kleine Sensation. Der Schöpfer des Werkes war nämlich Édouard Manet, der den kleinen Griffon Minnay um 1879 in Öl auf die Leinwand bannte und das Ergebnis, dessen Besitzerin schenkte, deren Erben es bis heute im Familienbesitz behielten.

Minnays Besitzerin war Marguerite Gauthier-Lathuille, Tochter des Besitzers des Gasthauses Père Lathuille im bei den Impressionisten beliebten Quartier des Batignolles im Norden von Paris.
Etwa zur selben Zeit wie das Porträt von Minnay malte Manet ein Porträt von Marguerite Gauthier-Lathuille (auch bekannt als La jeune fille en blanc), auf die er bei seinen Besuchen im Père Lathuille aufmerksam geworden sein dürfte.

Manets Arbeit an den beiden Gemälden war gänzlich unterschiedlicher Natur: Während er von der jungen Frau vor Ort Skizzen anfertigte und diese in seinem Atelier zu einem Gemälde zusammenfügte (das Porträt ging als Geschenk an Marguerites Vater), scheint das Porträt von Minnay aus einer spontanen Eingebung heraus entstanden zu sein, wie die schnellen Pinselstriche verraten.
Trotz dieser Spontanität ist es Manet gelungen, die Lebendigkeit des kleinen, wuscheligen Hundes perfekt einzufangen, was ein Zeugnis für sein Können und seine Technik darstellt.

Auch anderen scheint die Qualität des Werkes aufgefallen zu sein: So bat der Kunsthändler Paul Rosenberg Marguerite Gauthier-Lathuille 1928 in einem Brief, ihm das Bildnis zu verkaufen. Sie lehnte jedoch ab, sodass das Werk bis heute im Besitz der Familie verblieb. 1975 wurde es in das Werkverzeichnis Manets aufgenommen, war jedoch seit dem Zeitpunkt seines Entstehens nicht mehr öffentlich zu sehen gewesen. Nun wird es bei Drouot Estimations mit einem Schätzpreis von 220.000-280.000 Euro zum Aufruf kommen.
Weitere Neuigkeiten aus der Kunstwelt finden Sie ihm Barnebys Magazin!




