In drei Sitzungen versteigert das Pforzheimer Auktionshaus Kiefer vom 6. bis 8. Mai mehr als 3.000 Lose mit Kunst, antiquarischen Büchern, Manuskripten, Fotografie, Antiquitäten und interessanten Sammlerstücken.

Das mit einem sechsstelligen Betrag angebotene Top-Los der Offerte ist eine Sammlung mit 4500 Casino-Jetons aus aller Welt, darunter viele vollständige Jeton-Sätze. Hochinteressante und seltene Stücke sind beispielsweise Porzellan-Jetons aus Siam (Thailand) aus dem frühen 19. Jahrhundert, Jetons der deutschen Spielbank in Baden-Baden aus Mammuthorn (frühe 1830er Jahre) und Jetons aus dem Gründungsjahr der österreichischen Casinos 1934. Auch rund 300 Poker-Chips sind Teil dieser außergewöhnlichen Sammlung.

Eine weitere spannende Sammlung der Auktion umfasst 183 Keramikuhren, die meist von zwei Beistellern begleitet werden. Bei der Sammlung, die größtenteils auf belgischen Antiquitätenmessen zusammengetragen wurde, handelt es sich um eine der größten Keramikuhrensammlungen der Welt.

Und noch eine Sammlung darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben: 75 eigenhändig geschriebene Briefe der russischen Kaiserin Alexandra Feodorowna an ihren Bruder Prinz Carl von Preußen, in denen sie von ihrem Leben am russischen Zarenhof berichtet. Alexandra Feodorowna war 1798 als älteste Tochter von Wilhelm III.von Preußen und Luise von Mecklenburg-Strelitz zu Welt gekommen und hatte 1817 den zukünftigen russischen Zaren Nikolaus I. geheiratet.

Für Freunde der klassischen Musik dürfte dieses Los seht interessant sein: eine Haarlocke Ludwig van Beethovens. Die der Locke beigegebene handschriftliche Notiz erklärt, dass sie dem verstorbenen Beethoven am Tag vor seiner Beerdigung im März 1827 von Anton Gräffer abgeschnitten worden ist. Der mit Beethoven befreundete Gräffer, der ebenfalls als Komponist arbeitete, katalogisierte die musikalische Hinterlassenschaft seines genialen Kollegen nach dessen Tod.

In die Zeit der Ritterturniere entführt uns eine seltene Erstausgabe des Turnierbuchs des kaiserlichen Herolds Georg Rüxner Anfang: ursprung: unnd herkom(m)en des Thurnirs in Teutscher Nation, das er 1530, vermutlich im Auftrag seines Dienstherrn Johann II. von Simmern, drucken ließ. In dem Buch, beschreibt Rüxner Turniere, die zwischen dem 10. Jahrhundert und 1487 stattfanden bzw. stattgefunden haben sollen. Zudem zählt er alle turnierberechtigten Familien auf, sodass es ebenso eine Art genealogisches Handbuch darstellt.

Um eine wesentlich jüngere gedruckte Erstausgabe bzw. Erste Auflage handelt es sich bei Band 1 der beliebten Perry Rhodan-Reihe vom 8. September 1961. Der Erbe des Universums wird von weiteren Heften der Ersten Auflage begleitet.

Der Bereich Kunst der Auktion umfasst sowohl ältere als auch moderne Werke. Als ein Highlight ist hier das Ölgemälde Antonius von Padua, Wunder wirkend zu nennen, das dem niederländischen Maler Abraham van Diepenbeek zugeschrieben wird. Ausgeführt wurde das Werk um 1630 auf zwei zu einer Tafel zusammengefügten Eichenholzbrettern.

Keines Falls unerwähnt bleiben darf eines von Lyonel Feiningers bekanntesten Motiven, das er hier als Aquarell mit Tusche und Goldfarbe auf Schreibmaschinenpapier gemalt wurde: Ghosties („Kleine Geister“). Das Motiv ziert einen Brief Julia Feiningers, die Ehefrau des Künstlers, an Magarete und Wilhelm Köhler vom 22. Februar 1953. Köhler war Kunstkritiker und mit Feininger befreundet.

Aus dem Jahr 1976 stammt das Acrylgemälde Kopf des niederländischen Künstlers Karel Appel. Der Vorbesitzer des Gemäldes gab an, es direkt beim Künstler in dessen Pariser Atelier erworben zu haben.

Ein hochinteressantes Los ist auch in der Kategorie Fotografie zu finden. Es sind das Foto-Archiv des Karlsruher Fotografen Bernhard Kuno Schmidt mit über 10.000 Dias, Negativen und Originalabzügen. Besonders gut vertreten sind Aufnahmen aus Nordafrika und Ostasien, wobei vor allem die in Laos entstandenen Bilder hervorgehoben werden müssen.

Ergänzt wird die vor allem Druckwerk und Kunst gewidmete Offerte durch einige schmückende Objekte, die weder für die Wand noch ein Bücherregal geeignet sind. Einen Klassiker haben wir dabei mit diesem Rivière-Armband aus Gelbgold zu tun, das um 2020 in Antwerpen gefertigt und mit 39 Brillanten von zusammen ca. 15,76 ct besetzt wurde.

Ebenfalls für das Handgelenk gedacht ist dieser Chronograph Unico Magic Sapphire von Hublot. Die sportliche Armbanduhr ist mit einem transparenten Saphir-Kristallgehäuse, einem skelettiertem Zifferblatt und einem schwarzen Kautschukband ausgestattet.
Die Auktion findet vom 6. bis 8. Mai, jeweils ab 10 Uhr, ohne Saalpublikum im Auktionshaus Kiefer, Steubenstraße 36, in Pforzheim statt. Bieten Sie online, schriftlich oder telefonisch mit!
Den gesamten Katalog zur Auktion können Sie gleich hier entdecken.



