Im vergangenen Monat durften wir Ihnen die bevorstehenden Sommerauktionen des Berliner Auktionshauses Grisebach vorstellen. Am 5. und 6. Juni war es soweit und vier hervorragend bestückte Offerten mit Moderne, Zeitgenössischer Kunst sowie Kunst des 19. Jahrhunderts kamen unter den Hammer. Wie gewohnt, bildete die Versteigerung „Ausgewählte Werke“ das Herzstück der Auktionsreihe und lockte ein internationales Publikum an, das sich im Saal, am Telefon und online rege am Geschehen beteiligte und für so manchen Spitzenpreis sorgte.
Als Top-Los kam Lyonel Feiningers Vollersroda III von 1916 zum Aufruf, ein bedeutendes Werk mit hochinteressanter Provenienz und Ausstellungsgeschichte (Schätzpreis 1-1,5 Millionen Euro). Das Interesse war wie erwartet hoch und nach einem lebhaften Bietergefecht sicherte sich eine internationale Sammlung das Werk für 1,88 Millionen Euro (inkl. Aufgeld). Ein weiteres Ergebnis im siebenstelligen Bereich gab es für Max Beckmanns Orchester von 1932 (Schätzpreis 1-1,5 Millionen Euro), das für 1,143 Millionen Euro in eine amerikanische Privatsammlung wechselt.
Lesen Sie auch: Max Beckmann erzielt neuen deutschen Auktionsrekord

Die Bronzemedaille des Abends ging an Franz Marc, der mit dem Aquarell Vögel über dem Dorf von 1913 vertreten war. Geschätzt auf 400.000-600.000 Euro, sorgte das Höchstgebot eines Schweizer Privatsammlers (889.000 Euro inkl. Aufgeld) für eine Verdopplung des unteren Schätzwertes. Ebenfalls in eine amerikanische Privatsammlung geht Günther Förgs großformatiges Werk Ohne Titel von 2007, das 508.000 Euro (inkl. Aufgeld) erzielte (Schätzpreis 400.000-600.000 Euro), während Franz Wests imposante Skulptur Flora, die 571.000 Euro erzielte, künftig in einem Privatgarten in Hessen ein neues Zuhause finden wird (Schätzpreis 600.000-800.000 Euro).
Lesen Sie auch: Franz Marc: Die schöpferische Kraft

Als wäre das alles nicht schon erfreulich genug, konnte Grisebach auch noch einen neuen Auktionsweltrekord aufstellen: 150.000-200.000 Euro wurden für Per Kirkebys Fünf von 1989 erwartet, doch steigerten gleich sechs Telefonbieter das Ergebnis auf 571.500 Euro (inkl. Aufgeld), die von einem deutschen Privatsammler gezahlt wurden.
Möchten Sie Artikel wie diesen direkt in Ihrem Posteingang entdecken? Dann melden Sie sich noch heute für unseren kostenlosen Newsletter an!

Dazu Daniel von Schacky, Sprecher der Geschäftsführung und Partner, in einer Pressemitteilung: „Die herausragenden Ergebnisse unserer Sommerauktionen in Berlin bestätigen einmal mehr die internationale Strahlkraft und das Vertrauen, das Sammler weltweit in Grisebach setzen. Mit einer starken Nachfrage aus den USA, Deutschland und der Schweiz haben wir erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass Qualität weiterhin einen starken Markt hat. Wir freuen uns sehr über diesen Erfolg und blicken optimistisch auf das zweite Halbjahr.“
Tatsächlich sprechen die Zahlen für sich, denn die Verkaufsquote der Auktion „Ausgewählte Werke“ lag bei knapp 90% der unteren Schätzpreise. Auch konnte das Auktionshaus im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzanstieg von 54% verbuchen. Insgesamt wird Grisebachs Umsatz in der ersten Jahreshälfte 2025 voraussichtlich 22 Millionen Euro betragen.
Weitere Neuigkeiten vom Auktionsmarkt finden Sie im Barnebys Magazin




