"Nigeria hat einige der bekanntesten und ikonischsten Künstler des internationalen Kunstmarktes hervorgebracht, darunter Yinka Shonibare und Njideka Akunyili Crosby. Aber auch eine neue Generation junger nigerianischer Künstler ist im Entstehen, die allmählich zu Recht internationale Anerkennung erhält", sagt Michael Elmenbeck, Mitgründer des Stockholmer Kunstraumes CFHILL.
"Stop, listen!" umfasst 40 Kunstwerke, die in der Hauptgalerie von CFHILL, ein Palast aus dem 17. Jahrhundert im Herzen von Stockholm, ausgestellt werden und in ihrer visuellen Ausdruckskraft variieren. Die sorgfältig kuratierte Selektion besteht überwiegend aus Gemälden, die mit kräftigen Farben und tiefgründigen Botschaften begeistern. Von Oliver Okolo wird ein leuchtendes Porträt in Kohle und Öl gezeigt, das eine Reminiszenz an die Porträtmalerei des 19. Jahrhunderts darstellt. Die reichen, gesättigten Farbtöne, der goldene Hintergrund und der kontemplative Blick des Dargestellten machen es unmöglich, sich unberührt abzuwenden.

"Dieses Gemälde wurde nicht nur aus ästhetischen Gründen geschaffen, sondern auch, um die afrikanische Gemeinschaft und die Diaspora dahingehend anzusprechen, wie großartig wir alle sind", erklärt Oliver Okolo.

Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Katalog begleitet, der allen Künstlern die Möglichkeit bietet, sich zu ihren künstlerischen Praktiken und der Aussage ihrer Werke zu äußern. Mehrere Künstler beziehen sich auf die zivile End SARS-Protestbewegung, die im Oktober 2020 ihren Höhepunkt erreichte hatte und die gegen Polizeigewalt in Nigeria gerichtet war. Anschließend wurde End SARS aufgelöst, ihr Engagement blieb jedoch bestehen.

Die Frage, wie es sich anfühlt, Teil einer Ausstellung mit ausschließlich nigerianischen Künstlern in Stockholm zu sein, wurde fast allen beteiligten Künstlern gestellt. Die positiven Antworten fielen sehr unterschiedlich aus.
"Als ich von CFHILL kontaktiert wurde und sie mir mitteilten, dass sie die Vorkommnisse in Nigeria verfolgt hätten und dass sie eine Ausstellung planen möchten, war ich begeistert. Mir erschient die Ausstellung wie ein Ritter in glänzender Rüstung, der jeden dazu bringt "anzuhalten und zuzuhören", was die junge nigerianische Generation zu sagen hat", sagt Ozoemena Nzubechukwu.

Barnebys: Gibt es eine Verbindung zwischen den vorherigen Ausstellungen "L.A. Dreams" und "Black Voices/Black Microcosmos" und "Stop, listen!"?
Michael Elmenbeck: Einige der Künstler in "Stop, listen!" waren bereits mit unserem Netzwerk verbunden, teilweise durch die Künstler, deren Werke wir letztes Jahr in der "Black Voices"-Ausstellung gezeigt haben. Unsere Ambition besteht darin, die inspirierendsten Künstler zu zeigen, manchmal mit einem vorgegebenen Thema oder aus einer bestimmten geografischen Region. Ähnlich sind wir 2018 bei "L.A. Dreams" und 2019 bei "L.A. Dreams 2" verfahren. Der Vorteil bei diesem Ausstellungskonzept ist, dass wir zeigen können, wie unterschiedlich Künstler aus der selben Region sein können. Es ist eine Möglichkeit, Stereotypen herauszufordern. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas, man kann sich die Bandbreite der künstlerischen Ausdruckskraft also kaum vorstellen.

"Stop, listen!" ist lebendig, dynamisch, voller Energie und verbindet eine Vielzahl von Geschichten – verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart. Vor allem transportiert es die Stimmen des jungen Nigeria und fordert den Betrachter auf, tatsächlich anzuhalten und zuzuhören!

Besuchen Sie die Ausstellung im CFHILL Art Space, Västra Trädgårdsgatan 9, Stockholm
22. Januar - 12. Februar 2021
Teilnehmende Künstler: Bara Sketchbook, Ozoemena Nzubechukwu, Abe Odedina, Barry Yusufu, Ikeorah Chisom Chi-FADA, John Madu, Johnson Eziefula, Olamide Ogunade, Oliver Okolo, Tonia Nneji, Talut Kareem, Temitayo Ogunbiyi, Victor Ubah, Chiderah Bosah, Kelechi Nwaneri, Wole Lagunju, Adegboyega Adesina, Tosin Kalejaye



