Jugendstil und Art déco gehören zu den Spezialgebieten des Auktionshauses Quittenbaum, in dem am 10. Mai 1998 zum ersten Mal eine Versteigerung stattfand. Die beiden nach wie vor beliebten Kunstepochen stehen 25 Jahre später im Mittelpunkt, wenn Quittenbaum am 23. und 24. Mai zur Auktion nach München einlädt.
Insgesamt kommen mehr als 650 Lose zum Aufruf, von denen 322 aus dem Katalog mit Glaskunst des Jugendstils und Art décos stammen, der die dreiteilige Auktionsreihe am 23. Mai um 15 Uhr eröffnet. Treffen Sie hier die Meister ihres Fachs, die das gleichermaßen faszinierende wie auch vielseitige Material ihrer Wahl zu Kunstwerken von hoher ästhetischer Schönheit verarbeitet haben.

Zu den bekanntesten Namen der Jugendstil-Epoche zählt zweifellos Émile Gallé, der in der Offerte mit rund 40 Vasen besonders gut vertreten ist. Die Stücke stammen aus dem Zeitraum zwischen 1878 bis 1904 und umfassen somit frühe Arbeiten, die aus der Zeit vor dem Jugendstil stammen, sowie Werke, die Gallé auf der Höhe seiner Meisterschaft zeigen. Hierzu zählt die um 1900 geschaffene Vase Cattleya, die farbloses, violettes und orangebraunes Überfangglas mit eingeschmolzener silbriger Edelmetallfolie und einer Patinage vereint.

Ebenfalls hervorzuheben ist die Kegelstumpfvase Teichlandschaft, die vom Jugendstilmaler Karl Schmoll von Eisenwerth entworfen und in der Glashütte Ferdinand von Poschinger, eine der führenden Manufakturen für Kunstgläser in jener Zeit, im Bayerischen Wald ausgeführt wurde. Ebenfalls in der Auktion vertreten sind einige „Pfauenfedervasen“, die mit ihren feinen, gekämmten Mustern und irisierendem Farbspiel à la Tiffany begeistern und für die die Manufaktur bei der Pariser Weltausstellung mit einer Silbermedaille ausgezeichnet wurde.
Die Jugendstil- und Art déco-Auktion wird am 24. Mai, ebenfalls um 15 Uhr, fortgesetzt. Die Offerte setzt sich in 208 Losen aus Möbeln, Silber und Schmuck (unter anderem aus der Darmstädter Künstlerkolonie) sowie Keramik und figürlicher Bronze zusammen.

Zu den Highlights der letztgenanten Gruppe gehören die beiden Figuren Danseuse au Cothurne und Danseuse à la Marguerite aus Agathon Léonards Tafelaufsatz Jeu de l’Echarpe von 1898. Der belgisch-französische Künstler hatte die Figurengruppe, die er nach berühmten Tänzerinnen der damaligen Zeit, darunter die amerikanische „Serpentinentänzerin“ Loïe Fuller, schuf, zunächst als Relief geplant. 1898 entstand in der Manufaktur Sèvres ein Tafelaufsatz aus zunächst zwölf und schließlich fünfzehn Figuren aus Bisquitporzellan, der 1901 von der Bronzegießerei Susse Frères aufgegriffen wurde.

Etwa dreißig Jahre nach Agathon Léonards Entwurf entstand die Bronzefigur Cleopatra, die die letzte ägyptische Königin auf einem von Sphingen flankierten Kanapee liegend darstellt. Schöpfer war der Art déco-Künstler Demètre H. Chiparus, der mit seinen exotische Tänzerinnen darstellenden Chryselephantinfiguren berühmt wurde. Weitere hervorzuhebende Figuren stammen von Maurice Guiraud-Rivière, Ferdinand Preiss und Bruno Zach.
Den krönenden Abschluss bildet am 24. Mai um 18 Uhr die mit „Joie de vivre“ betitelte Versteigerung einer Privatsammlung von figürlicher Keramik und Limoges-Vasen, die in insgesamt 122 Losen zum Aufruf kommen. In diesem Katalog treffen wir erneut auf zwei Tänzerinnen aus Agathon Léonards Jeu de l’Echarpe – dieses Mal jedoch in der Sèvres-Ausführung aus Porzellan.

Allgemein spielt das Thema Tanz hier eine große Rolle, so auch bei den insgesamt 34 Goldscheider-Figuren der Offerte. Auch dafür standen häufig Tänzerinnen aus dem realen Leben Modell, wie etwa Niddy Impekoven, die Josef Lorenzl um 1922 in ihrer Darbietung als Gefangener Vogel verewigte.

Für viel Aufsehen sorgten in den 1910er und 1920er Jahren die Dolly Sisters, ein amerikanisches Zwillingsschwesternpaar ungarischer Herkunft, die in den Ziegfeld Follies in New York genauso auftraten wie im Pariser Moulin Rouge. Die Dolly Sisters machten sowohl mit ihren Auftritten, als auch ihrem Privatleben von sich reden und inspirierten so manchen Künstler, darunter Stephan Dakon, der 1926/27 nach ihrem Vorbild die Gruppe Revue schuf.
Die Auktionen finden am 23. und 24. Mai im Auktionshaus Quittenbaum, Theresienstraße 60, in München statt. Vorbesichtigungen sind dort vom 17.-22. Mai möglich.
Alle aktuellen Lose von Quittenbaum können Sie gleich hier entdecken!



