Bedeutende Gemälde, Möbel und Kunsthandwerk stehen auf dem Programm, wenn das Bamberger Kunstauktionshaus Schlosser am 24. und 25. November zur Auktion bittet. Während der erste Auktionstag ab 15 Uhr Gemälden, Graphik und Skulpturen gewidmet ist, darf am zweiten Tag ab 11 Uhr auf Kunst und Antiquitäten aus fünf Jahrhunderten mitgeboten werden.

Zunächst muss auf ein museales Los hingewiesen werden, das im Zusammenhang mit der k.u.k.-Monarchie steht. Gemeint ist eine elegante Garnitur von Salonmöbeln, die um 1810 im damals modernen Empire-Stil ausgeführt wurde. Die Garnitur besteht aus drei Fauteuils, vier Stühlen, drei Tabourets sowie einem runden Salontisch. Verarbeitet wurden verschiedene Laubhölzer, die geschnitzt und teilvergoldet und mit Intarsien und Schwarzlotmalerei verziert wurden. Zwei teilweise identische Stühle wurden vom kaiserlichen Hofmobiliendepot als Möbel aus dem Appartement von Kaiserin Maria Ludovica, der dritten Ehefrau Kaiser Franz’ I. (II.) gelistet. Vielleicht zierten sie einst deren um 1810 in der Hofburg eingerichtetes Ägyptisches Kabinett, das heute im Wiener Möbelmuseum besichtigt werden kann?
Die Gemäldeofferte, die alte und moderne Kunst gleichermaßen umfasst, hat als Highlights ein um 1520 von einem niederländischen Meister ausgeführtes kleines Triptychon mit der Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige sowie ein Aquarell Emil Noldes von ca. 1925 im Angebot.

Ebenfalls hervorgehoben werden muss ein Leinwandgemälde, das dem flämischen Barockmaler Daniel Seghers zugeschrieben wird und das drei Putten umgeben von einem Blütenkranz zeigt. Seghers, der sich als Blumenmaler etablieren konnte, arbeitete für Werke wie dieses mit anderen Malern zusammen, die die Figuren beisteuerten. In diesem Fall handelt es sich dabei um drei Putten in einer Steinkartusche, die als illusionistische Brauncamaieumalerei ausgeführt wurde.

1989 begann der österreichische Künstler Ernst Fuchs, der Meister des Phantastischen Realismus, mit der Ausgestaltung der Südkapelle der Kirche St. Egid in Klagenfurt. Erst 2010 war das Projekt abgeschlossen. Als Bildthema hatte Fuchs die Apokalypse aus der Offenbarung des Johannes gewählt und auch bei Schlosser liegt eine Arbeit des Künstlers zu diesem Thema vor. Das 190 x 242 cm messende Leinwandwerk wurde vom Einlieferer direkt beim Künstler erworben, der es nicht nur signiert hatte, sondern auch eine handschriftliche Bescheinigung ausstellte.

Auch die Skulpturenofferte hat alte und moderne Arbeiten zu bieten. Hier muss zunächst auf den aus Lindenholz geschnitzten Kopf eines Bischofs hingewiesen werden, der in der Würzburger Werkstatt des Bildhauers und Bildschnitzers Tilman Riemschneider, einer der bedeutendsten Künstler am Übergang von der Gotik zur Renaissance, hingewiesen werden. Die Arbeit besticht durch die für Riemenschneider typische individuelle und organische Ausarbeitung. Nicht mehr feststellen lässt sich jedoch, ob es sich um eine Büste oder den Kopf einer Figur handelt. Riemenschneider kam in Würzburg durch Aufträge von Klerus und Bürgertum zu Ansehen und Vermögen, welches er jedoch durch seine Rolle im Bauernkrieg zum Teil einbüßte.

Fast fünfhundert Jahre später entstand die Bronzeplastik Il Pescatore („Der Fischer“) des italienischen Bildhauers Augusto Murer. Murer zählte zu jenen Künstlern, die die nach dem Zweiten Weltkrieg Italien im Allgemeinen und dessen Kunstszene im Besonderen erneuern wollten. Dabei konzentrierte sich Murer auf existenzielle Themen wie Liebe, Kampf und Arbeit. In diesem Zusammenhang kann auch die vorliegende Arbeit betrachtet werden, die einen Fischer in größtmöglicher Einfachheit darstellt.

Abschließend darf auch ein Highlight der Schmuckofferte nicht unerwähnt bleiben, ein Platinhals mit Anhänger, der als Rahmen für einen sehr großen (ca. 3,8 x 2,7 x 1,9 cm), oval facettierten Heliodor dient. Der Stein wird von einem weiteren Helidior sowie Diamanten von zusammen ca. 1,77 ct begleitet. Heliodore (aufgrund ihrer Farbe auch „Goldberyll“ genannt) sind eine Varität des Minerals Beryll und somit mit dem Smaragd verwandt.
Die Versteigerungen finden am 24. und 25. November im Kunstauktionshaus Schlosser, Karolinenstraße 11, in Bamberg statt. Vorbesichtigungen sind dort noch bis zum 23. November möglich.
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