Während andere Urlaub gemacht haben, haben Sotheby's und Christie's den Sommer über hart gekämpft, um sich die begehrtesten Sammlungen der Saison für die Marquee Sales, die im November in New York stattfinden werden, zu sichern.
Wer den jeweiligen Zuschlag erhielt, steht nun fest: Christie's darf die Sammlungen von Elaine Wynn (Schätzung über 75 Millionen US-Dollar) sowie von Robert und Patricia Weis (rund 180 Millionen US-Dollar) versteigern, während bei Sotheby's Kunstwerke aus den Sammlungen von Cindy und Jay Pritzker (bis 120 Millionen US-Dollar) sowie Leonard A. Lauder (über 400 Millionen US-Dollar) auf die Suche nach einem neuen Besitzer gehen. Insgesamt haben wir es bei diesen vier Sammlungen mit Kunst im Wert von fast 800 Millionen US-Dollar zu tun, was einmal mehr unterstreicht, dass Single-Owner-Collections einen wichtigen Antrieb für den High-End-Markt darstellen.
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Diese Auktionswoche folgt auf die starke Marquee Week im Mai, die von verschiedenen privaten Sammlungen getragen worden war, welche zu dem soliden Gesamtergebnis beigetrugen. Die wichtigste unter ihnen war die Riggio Collection bei Christie's, die 271,9 Millionen US-Dollar einbrachte und auch das Spitzenlos der Woche umfasste, einen Mondrian für 47,6 Millionen US-Dollar. Hinzu kamen die beiden White-Glove-Auktionen der Nachlässe von Barbara Gladstone und Daniella Luxembourg bei Sotheby's.
Die Sammlung von Robert F. und Patricia G. Ross Weis (180 Millionen US-Dollar, Christie’s)

Eine der ersten bedeutenden Einlieferungen, die für die November-Auktionen angekündigt wurde, ist die Sammlung von Robert F. Weis, langjähriger Vorstandsvorsitzender der Lebensmittelhandelskette Weis, und Patricia G. Ross Weis. Geschätzt auf 180 Millionen US-Dollar, umfasst die Offerte rund 80 Kunstwerke von der frühen Moderne bis zum Abstrakten Expressionismus. 18 Werke werden in einer gesonderten Auktion vor Christie's 20th Century Evening Sale angeboten, während die übrigen in den Day Sales mit moderner und Post War-Kunst zum Aufruf kommen.
Zu den Highlights zählen Pablo Picassos La Lecture (Marie-Thérèse) (1932; Schätzpreis ca. 40 Millionen US-Dollar), Mark Rothkos No. 31 (Yellow Stripe) (1958; Schätzpreis ca. 50 Millionen US-Dollar), Piet Mondrians Composition with Red and Blue (1939-41; Schätzpreis 20-30 Millionen US-Dollar) sowie Henri Matisse' Figure et bouquet (Tête ocre), für das bis zu 25 Millionen Us-Dollar erwartet werden. Über Jahrzehnte vom Ehepaar Weis zusammengetragen, zeichnet die Sammlung die wichtigsten Entwicklungen der Kunst des 20. Jahrhunderts in Europa und in den Vereinigten Staaten nach.
Die Sammlung von Elaine Wynn (75 Millionen US-Dollar, Christie’s)

Christie's wird in seinen November-Auktionen auch Werke aus der Sammlung der verstorbenen Casino-Magnatin und Philanthropin Elaine Wynn anbieten. Der Schätzpreis liegt hier bei über 75 Millionen US-Dollar. Die Sammlung umfasst Werke vom 19. bis zum 21. Jahrhundert, darunter bedeutende Arbeiten von Lucian Freud, Richard Diebenkorn, William Turner und Joan Mitchell.
Zwei Lose wurden jeweils mit einem oberen Schätzpreis in Höhe von 25 Millionen US-Dollar ausgestattet: Freuds The Painter Surprised by a Naked Admirer (2004–05) and Diebenkorns Ocean Park #40 (1971), deren letzte Versteigerung erst wenige Jahre her ist. Für Turners Ehrenbreitstein, or The Bright Stone of Honour and the Tomb of Marceau werden bis zu 18 Millionen US-Dollar erwartet, ebenso für Mitchells Sunflower V (1969). Zu den weiteren Highlights zählen Fernand Légers Les Confidences (Les deux femmes au bouquet) (1921) und Wayne Thiebauds River Stretch (2000). Die Versteigerung folgt auf die kürzlich erfolgte Bekanntmachung, dass Wynns Nachlassverwaltung Francis Bacons Three Studies of Lucian Freud (1969) dem Los Angeles County Museum of Art (LACMA) gespendet hat.
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Die Sammlung von Cindy und Jay Pritzker (120 Millionen US-Dollar, Sotheby’s)

Auf der Upper East Side präsentiert Sotheby's bei seiner ersten Marquee Week im neuen Firmensitz die Sammlung der Chicagoer Sammler Cindy und Jay Pritzker. Die auf bis zu 120 Millionen US-Dollar geschätzte Sammlung umfasst Werke von Vincent van Gogh, Henri Matisse, Paul Gauguin, Max Beckmann und Joan Miró.
Als Top-Los kommt Van Goghs Romans Parisiens (Les Livres jaunes) (1887) zum Aufruf, ein Stillleben mit Taschenbüchern, das auf rund 40 Millionen US-Dollar geschätzt wird und zuletzt im Jahr 1988 auf dem Auktionsmarkt angeboten wurde. Dazu gesellen sich Matisse' Léda et le cygne (1944-46; Schätzpreis 7-10 Millionen US-Dollar), Gauguins La Maison de Pen du, gardeuse de vache (1889; Schätzpreis 6-8 Millionen US-Dollar) und Beckmanns Der Wels (1929; Schätzpreis 5-7 Millionen US-Dollar). Auch auf Arbeiten von Miró, Kirchner und Pissarro darf mitgeboten werden. Die Sammlung widerspiegelt die breit gefächerten kulturellen Interessen des Paares und seine langjährigen Verbindungen zu den Institutionen Chicagos, vom Art Institute bis zum öffentlichen Bibliothekssystem, das Cindy Pritzkers Handschrift trägt.
Die Sammlung von Leonard A. Lauder (400 Millionen US-Dollar, Sotheby’s)

Abgerundet werden die November-Auktionen von Sotheby's durch die beste Sammlung der Saison: eine Gruppe von 55 Kunstwerken aus dem Nachlass von Leonard A. Lauder, die mit einem Schätzwert von insgesamt über 400 Millionen US-Dollar zum Aufruf kommen. Die Sammlung umfasst Werke von Gustav Klimt, Henri Matisse, Edvard Munch und Agnes Martin, die der verstorbene Estée Lauder-Erbe und Mäzen des Whitney Museums über Jahrzehnte hinweg zusammengetragen hat.
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Angeführt wird die Auktion von Klimts Porträt der Elisabeth Lederer (1914-16), das auf über 150 Millionen US-Dollar geschätzt wird und nur eines von nur zwei ganzfigurigen Porträts Klimts darstellt, das sich in Privatbesitz befindet. Zwei Landschaftsbilder von Klimt – Blühende Wiese (1906), geschätzt auf über 80 Millionen US-Dollar, und Waldhang in Unterach (1917), geschätzt auf über 70 Millionen US-Dollar – sind ebenfalls Top-Lose der Auktion. Weitere Highlights sind eine Folge von sechs Matisse-Bronzen im Wert von rund 30 Millionen US-Dollar, Munchs Midsummer Night (ca. 1901-03), geschätzt auf über 20 Millionen US-Dollar, und Agnes Martins The Garden (1964), das mit seiner Schätzung von über 10 Millionen US-Dollar einen Rekordschätzwert für die Künstlerin erreicht hat.
Um die Einlieferung abzusichern, hat Sotheby's dem Vernehmen nach eine finanzielle Garantie abgegeben. Das bedeutet, dass das Auktionshaus selbst oder Drittparteien etwaige Defizite bei Werken decken werden, die unter dem garantierten Preis verkauft werden oder sogar gar keinen Käufer finden. Der Erlös kommt dem Lauder Trust zugute.
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