Am Abend des 17. September fand bei Sotheby's der Evening Sale mit 55 Kunstwerken aus der Londoner Sammlung von Pauline Karpidas statt. Alle Lose fanden einen neuen Besitzer und erzielten insgesamt 73 Millionen GBP (ca. 83 Millionen Euro), was deutlich über den vorab der Auktion erwarteten 39,1-55 Millionen GBP lag. Es ist das höchste Ergebnis, das bislang mit einer einer einzelnen Sammlung gewidmeten Auktion in London erzielt werde konnte.
Pauline Karpidas, die mit dem verstorbenen griechischen Reeder Constantinos Karpidas verheiratet gewesen war, begann in den 1970er Jahren Kunst zu sammeln. Die Anregung dazu erhielt sie vom Galeristen Alexander Iolas. Über fünf Jahrzehnte hinweg trug sie eine vielseitige, aber fokussierte Sammlung zusammen, die surrealistische Malerei, Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst sowie einzigartiges Design umfasste. Sie freundete sich mit Künstlern wie Andy Warhol, Les Lalanne und Jeff Koons an und gab Werke, die für ihr Londoner Haus bestimmt waren, in Auftrag. Kunst und Design waren fest in ihrem Alltag verankert. Vor zwei Jahren versteigerte Sotheby's Paris bereits Kunstwerke aus Pauline Karpidas' Wohnsitz auf Hydra für 35,6 Millionen Euro; nun kam der größere Teil der Sammlung unter den Hammer.

Angeführt wurde die Offerte von René Magrittes La Statue volante (1961), das mit den erzielten 10,1 Millionen GBP innerhalb der Schätzung lag. Insgesamt kamen elf Werke des Künstlers zum Aufruf, wobei kleinere Arbeiten die Erwartungen weit übertrafen. Die Büste Tête erzielte 914.400 GBP, was einen neuen Auktionsrekord für eine Gipsskulptur Magrittes bedeutete, während die Gouache La Race blanche für 1,8 Millionen GBP verkauft wurde – zuletzt hatte das Werk 1985 für 41.000 GBP den Besitzer gewechselt.
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Insgesamt konnten die surrealistischen Werke der Auktion 30,2 Millionen GBP erzielten. Die 2,5 Millionen GBP, die Yves Tanguys Titre inconnu (1929) einbrachte, sind eines der höchsten Ergebnisse für den Künstler bei einer Auktion, und Francis Picabias Deux amies (1940/41) wurde sogar für 3,3 Millionen GBP verkauft. Auch Arbeiten von Hans Bellmer, Dorothea Tanning, Max Ernst und André Masson erzielten starke Ergebnisse.
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Auch die Kategorie Design erwies sich als begehrt. Die neun Kreationen von Claude und François-Xavier Lalanne, die beinahe ausnahmslos speziell für Pauline geschaffen wurden, erzielten zusammen 13,6 Millionen GBP, gegenüber der oberen Schätzung von 2,6 Millionen GBP. Der einzigartige Spiegel mit Wandleuchte Structure végétale stieg auf 3,6 Millionen GBP (beinahe das Achtfache seines Schätzpreises), während ein Paar Konsoltische mit den erzielten 3,8 Millionen GBP ihre Schätzung sogar um das Fünfzehnfache überboten.
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Weitere Highlights waren Andy Warhols The Scream (After Munch), das für 6,6 Millionen GBP einen neuen Besitzer fand und seine obere Schätzung mehr als verdoppelte, und Jeff Koons' Poodle, das 2,4 Millionen GBP erzielte. Picassos späte Arbeit Buste d’homme lag mit 2,5 Millionen GBP im oberen Bereich ihrer Schätzung.
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Dieses starke Ergebnis dürfte Sotheby's einen Vertrauensschub geben, wenn es seinen Fokus im November nach New York verlagert, um die hochkarätigen Sammlungen von Cindy Pritzker und Leonard Auder zu versteigert. Insgesamt spiegelte der Abend in London zwei starke Strömungen des heutigen Marktes wider: Der Surrealismus, der noch immer von den Feierlichkeiten – inklusive bedeutender Ausstellungen – zu seinem 100. Geburtstag im vergangenen Jahr beflügelt wird, ist weiterhin ein hart umkämpfter Markt, dessen Preise weit über alle historischen Benchmarks hinaus klettern. Gleichzeitig gehören die Versteigerungen von Sammlungen einzelner Eigentümer nach wie vor zu den stabilsten Segmenten des Auktionsmarktes, da Sammler begierig darauf sind, Objekte mit Provenienz und Persönlichkeit zu ersteigern. Pauline Karpidas, eine bedeutende Mäzenin mit kühnem und vielseitigem Blick, hat beides zu bieten – eine Kombination, die dazu beigetragen hat, die Auktion in der vergangenen Woche zu einem bedeutenden Abend in London zu machen.
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