Die Brücken über der Themse, die die Stadtteile Londons an beiden Ufern des Flusses miteinander verbinden, haben im Zusammenspiel mit der Silhouette der Stadt und dem typischen Nebel schon viele Künstler inspiriert. In den 1830er Jahren war es der Romantiker William Turner, um 1900 Claude Monet, dessen Ansicht der Charing Cross Bridge kürzlich in New York in zweistelliger Millionenhöhe versteigert wurde.

1926 reiste der Impressionist, der vor allem für seine lebendigen Ansicht des wilhelminischen Berlins bekannt ist, zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben nach London, seine Malutensilien natürlich im Gepäck, sodass während des Aufenthalts mehrere Bilder entstanden. Eines davon, das vermutlich wie das oben erwähnte Werk Monets die Eisenbahnbrücke Charing Cross Bridge (eigentlich Hungerford Bridge) zeigt, führt die Auktion am 30. November im Auktionshaus Stahl in Hamburg an. In einem ungewöhnlichen Bildausschnitt hat Ury hier einen die Brücke überquerenden Zug festgehalten. Im Hintergrund angedeutet: Die Westminster Bridge und das Parlamentsgebäude.
Allgemein ist die Offerte mit Gemälden, Grafik und Fotografie breit aufgestellt und wird als erstes zum Aufruf kommen. In der "Kunst des 20. Jahrhunderts" gut vertreten ist der Expressionist Emil Nolde, unter anderem mit dem 1930/40 entstandene Aquarell Gewitter über der Nordsee, mit dem uns der Künstler ein weiteres Mal in seiner nordfriesische Heimat einführt.

Ein weiteres interessantes Los ist ein Ölgemälde des in Peru geborenen Malers Albert Lynch, der den Großteil seines Lebens in Frankreich verbrachte, wo er sich auf die Darstellung eleganter junger Damen der Belle Époque spezialisierte. So auch in dem vorliegenden Fall, für den er eine junge Dame in einem für damalige Verhältnisse sportlichen Kostüm an Bord der Segelyacht Aranella malte. Das Boot gehörte dem Großherzog von Mecklenburg, der damit 1893 bei der Regatta von Cannes antrat.

Unter den zeitgenössischen Arbeiten ist besonders Gerhard Richters diffuse Fotografie Pyramide hervorzuheben, die 1966 in einer Auflage von nur 10 Stück herausgegeben worden war. Bei dem vorliegenden Exemplar handelt es sich um einen nicht nummerierte und unlinierte Probedruck.

Große Namen sind auch unter den Werken Alter und Neuerer Meister anzutreffen. Aus dem Umreis Albrecht Dürers stammt das auf Holz ausgeführte Ölgemälde Die Vision des Hl. Eustachius. Als Vorlage dazu diente Dürers gleichnamiger Kupferstich von 1501. Das vorliegende Gemälde ist vermutlich zeitnah dazu entstanden.

In der Fotografie-Offerte wie auch im Jahr 1956 sorgt dieses Paar Ameisenbären für Aufsehen. Der vorliegende Silbergelatineabzug ist ein späterer Abzug des vom Fotografen Peter Brüchmann in Italien geschossenen Fotos.

Im Anschluss an die Kunst wird das Kunstgewerbe aufgerufen, das sich aus Porzellan, Skulpturen, Design, Möbeln und Silber zusammensetzt. Zu den Highlights zählt hier ein seltenes Paar dreiarmiger Leuchter aus Sterlingsilber von Georg Jensen. Ein schönes Designer-Sitzmöbel kommt mir dem Sessel Angelica White des italienischen Herstellers Fiori Bepi zum Aufruf. Der obere Teil der ledernen Rückenlehnenpolsterung erinnert an die Form eines Rochens.

"Mein großer grüner Kaktus steht drinnen auf dem Flur" - denn bei diesem außergewöhnlichen Stück des italienischen Designerduos Guido Drocco und Franco Mello handelt es sich tatsächlich um einen Kleiderständer! Auf eine andere Art floral ist dieser seltene Vintage-Armreif von Cartier aus dem Jahr 1994: Das gelbgoldene Stück zieren Blätterranken, die mit 215 Brillanten von zusammen ca. 5,50 - 5,60 ct besetzt sind.

Wie der Armreif ist auch dieser Art déco-Anhänger Teil der Schmuck-Offerte der Auktion. Hingucker dieser um 1925 in Graz hergestellten Pretiose ist die kostbare große Naturperle, die in mit Altschliff-Diamanten besetzte Platinranken eingefasst wurde.

Den Abschluss der Auktion bilden Armband- und Taschenuhren. Ein schönes Stück ist hier die Skeleton Flach Medium aus Gelbgold von Audemars Piguet, deren Sichtfenster Einblick in das rege Treiben im Inneren des Zeitanzeigers gewährt.
Die Auktion findet am 30. November um 11 Uhr im Auktionshaus Stahl im Graumannsweg 54 in Hamburg statt. Die Ausstellung zur Auktion ist dort vom 23.-29. November geöffnet.
Alle Lose des Katalogs können sie aber auch gleich hier entdecken!



