Es ist nicht das erste Mal, dass der schwedische Fotograf Mikael Jansson in der Stockholmer Galerie CFHILL ausstellt. In Speed of Life wurde 2017 Janssons intime Begegnung mit der Formel-1 gezeigt, neun Jahre davor standen mit seiner Serie The Archipelago die schwedische Natur und das Model Daria Werbowy im Mittelpunkt. Jetzt sind es Iggy Pop, Wiz Khalifa, Kary Perry, Isabella Rossellini und etwa zwanzig weitere Ikonen, die vom 6. bis 28. November in der Galerie betrachtet werden dürfen.

Aus den Tausenden seiner Aufnahmen hat Mikael Jansson 32 seiner bekanntesten Porträts ausgewählt, die zwischen den frühen 1990er Jahren und heute entstanden. Die Ausstellung Unscripted Scenes legt Janssons ganzes Talent auf diesem Gebiet offen – mal mit bunten, mal mit schwarzweißen Bildern.

In seiner Zeit als Fotograf hat Jansson mit Supermodels und Stars wie Isabella Rossellini, Anja Rubik, Christy Turlington, Gary Oldman, Miuccia Prada und Penelope Cruz zusammengearbeitet. Ikonen in exklusiver Kleidung abzulichten ist ein wiederkehrendes Motiv in der Modefotografie. Jansson besitzt jedoch die Gabe, durch den offensichtlichen Luxus hindurchzusehen und die Stimmung des Augenblicks einzufangen, wodurch es dem Betrachter ermöglicht wird, dem Unerreichbaren nahezukommen.
„Die Zusammenarbeit mit Mikael Jansson ist ein Privileg. Seine Fähigkeit, die Grenzen zwischen Glamourösem und Alltäglichem zu verwischen und wie er so natürlich mit zeitlosen künstlerischen Prinzipien in Dialog treten kann, sorgt dafür, dass niemanden seine Arbeit unberührt lässt", sagt Michael Elmenbeck, Ausstellungsleiter bei CFHILL.

Oft gibt Jansson subtile Hinweise auf Fotografie-Legenden wie Jacques Henri Lartigue, Brassaï, Henri Cartier-Bresson, Edward Weston, Paul Strand und Irving Penn. So erinnert sein Porträt von Tatjana Patitz aus dem Jahr 1994 an Paul Strands Young Boy, Gondeville, Charente, France von 1951. Patitz tritt mit ihrem durchdringenden Blick, dem voluminösen Haar und der gebräunten Haut als weibliches Äquivalent zu Strands Porträt in Erscheinung.

So wie Pablo Picasso oder Andy Warhol arbeitet auch Mikael Jansson oft mit denselben Modellen. Eine davon ist Kate Moss, die er unzählige Male in Anlehnung an Marilyn Monroe oder Anita Pallenberg porträtiert hat.

Für Unscripted Scenes hat Jansson vier Platinabzüge von Hand angefertigt. Für ihn ist der Herstellungsprozess sehr wichtig, mit kleineren Formaten und einer begrenzten Auflage. Einige seiner Arbeiten werden in der Größe präsentiert, die Jansson für das jeweilige Porträt für optimal hält, darunter das Porträt von Michelle Pfeiffer aus dem Jahr 2017.

Mikael Jansson ist ein seltenes Phänomen unter den heutigen Fotografen, da er mit fortschrittlicher digitaler Technologie arbeiten, dann aber seine Aufnahmen in Dunkelkammern von Hand entwickelt. Mehrere Jahre lang schuf er seine eigenen Platin-Palladium-Drucke: Ein aufwändiges, 1873 erfundenes Verfahren, das Materialien erfordert, die teuerer als Gold sind.

Musik ist in Janssons Werk von hoher Bedeutung. In den 1970/80er Jahren fing er Musiker in Momenten voller Ekstase ein. Die perfekte Bühne dafür fand er in New York, wo er nach seiner Ausbildung bei schwedischen Fotografen Assistent von Richard Avedon wurde.

In den 1990er Jahresbeginn in der Modeindustrie ein neues goldenes Zeitalter der Kreativität. Jansson gilt nicht nur als einer der Fotografen, die diesen Trend aufgegriffen haben, sondern auch als einer derjenigen, die dessen Ideale geformt und formuliert haben. Nur wenige Modefotografen haben es geschafft, so viele Jahrzehnte in der Branche erfolgreich zu sein, da dieser ein Konzept der steten Erneuerung innewohnt.



