Mit dem Beginn der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert begann sich die Welt nachhaltig und auf spektakuläre Weise zu verändern. Auch das Leben, Denken und Schaffen veränderte sich, was sich natürlich auch in der Kunst bemerkbar machte. Der Alltag rückte immer stärker in den Fokus, scharf beobachtet von Künstlern, die dadurch nach neuen Themen suchten. Und sie stellten fest, dass Schönheit überall zu finden ist.
Am 19. März taucht das Auktionshaus Rossini mitten hinein in diese revolutionäre Ära und präsentiert eine Auktion, in der Kunst vom Postimpressionismus bis zur École de Paris im Rampenlicht steht. Teil dieser wunderbaren Offerte sind 17 Werke aus der Sammlung von Doktor Charles Grupper, einem Kunstliebhaber, der bei seinen Erwerbungen stets auf seinen Instinkt und sein Herz hörte.
Obwohl ihn so mancher als Vertreter des Impressionismus bezeichnet, so ist Paul Signac doch eher dem Postimpressionismus zuzuordnen und teilt sich mit Georges Seurat den ersten Platz in der Entwicklung des Pointillismus. Durch seine Leidenschaft fürs Segeln verbrachte er einen großen Teil seiner Arbeitszeit in Häfen, die er portraitierte und deren einzigartige Atmosphäre er einfing. 1892 ging er zum ersten Mal auf eine Segelreise, während der er verschiedene Hafenstädte Frankreichs besuchte, bevor er sich in St. Tropez niederließ und junge Kollegen ausbildete. Paul Signac ist in der Auktion mit einer Federzeichnung der Seine in Paris sowie einem Aquarell, das den Hafen von Saint-Malo darstellt, vertreten.

Mit einem bemerkenswerten Korpus von 13 Werken des nicht klassifizierbaren Malers Louis Valtat bietet Rossini ein wundervolles Panorama mit dessen Lieblingsmotiven, nämlich Landschaft, Stillleben und Blumensträuße. Die Besonderheit von Valtat liegt in seiner Unabhängigkeit von den Künstlergruppen, die seine Zeit geprägt haben.
Auch wenn er mit dem Postimpressionismus der 1890er Jahre und dem Fauvismus des frühen 20. Jahrhunderts gleichgestellt wurde, folgte Valtat immer seinem eigenen Weg und entwickelte seinen Stil entsprechend seiner eigenen Wünsche und Empfindungen. So sind in seinem Œuvre die Tänzer der Kabarette, die er in seiner Pariser Frühzeit portraitierte, genauso zu finden, wie die Landschaften des Südens, die Näherinnen des Ateliers in seiner Straße oder sein eigener Garten. Wie Rossini-Experte Raphaël Maket anmerkt, verfolgte Louis Valtat keine Mode, vielmehr war er ein "freier Künstler mit einem unersättlichen Appetit, dessen einziges Bedürfnis darin bestand, immer mehr zu malen".
Édouard Vuillard, Gründer der Nabi-Bewegung, wuchs in einer bescheidenen Umgebung auf. Während seines Studiums an der École des Beaux-Arts in der Klasse von Jean-Léon Gérôme entdeckte er ein ausgeprägtes Interesse an Stillleben und Interieurs. Angetrieben vom Begriff der „Moderne“ findet Vuillard seine Themen im Alltag und ging in den 1890er Jahren sogar so weit, eine der Grundlagen der Malerei in Frage zu stellen, indem er sich an der Synthesistenmethode versuchte (die mehr auf der Erinnerung als auf direkter Beobachtung beruhte). Seine Interieurs wie La Table d'hôte, Bagnoles-de-l'Orne, die die süße Atmosphäre des Alltags neu transkribieren, qualifizieren ihn als „intimen“ Künstler.
Weitere Höhepunkte der Auktion stammen von Vertretern der École des Paris, dem Dreh- und Angelpunkt des künstlerischen Schaffens in der französischen Hauptstadt bis in die 1960er Jahre, der jedoch weit davon entfernt war, eine echte Schule oder Bewegung zu sein. Einer dieser Künstler ist Moïse Kisling, der in den 1910er Jahren der Künstlerszene von Montparnasse angehörte und mit Modigliani und Jules Pascin befreundet war, die im selben Haus wohnten wie er. Kieslings Œuvre zeichnet sich vor allem durch weibliche Akte und Stillleben aus, aber auch durch Landschaften, deren traumhafter Stil an den von Marc Chagall erinnert.
"Der Begriff École de Paris wird beibehalten, weil kein anderer die Vormachtstellung der Hauptstadt in Bezug auf Kunst in den Nachkriegsjahren besser beschreiben könnte", äußerte sich die Kunsthistorikerin Lydia Harambourg dazu.
Kieslings polnisch-französischer Zeitgenosse Eugène Zak trat 1900 dem Atelier von Jean-Léon Gérôme bei und prägte den Nabi-Stil. Wie so viele andere Künstler jener Zeit erlag er dem Charme der Bretagne, die wiederholte besuchte. Um 1920 ersetzten, wie in Homme avec une pipe, die einsamen Charaktere, die er in den Salons und anderen öffentlichen Orten entdeckte, die zuvor gemalten Fischer, Seeleute und Händler.
Die hervorragende Skulptur von Cecil de Blaquière Howard, Arlequin, Colombine et Pierrot ergänzt die Auswahl an Werken der École de Paris.
Den Abschluss der Versteigerung bilden Künstler wie Bernard Buffet, vertreten mit Nature morte au bouquet aus dem Jahr 1962, oder Salvador Dalí, von dem eine Gouache zum Aufruf kommen, die 1960 zur Illustration der bei Les Heures Claires editierten Göttlichen Komödie diente. Ein entsprechendes Echtheitszertifikat liegt bei.
Entdecken Sie alle Lose, die am 19. März bei Rossini zum Aufruf kommen, gleich hier bei Barnebys!



