Kino, Wellnessbereich, Swimmingpool und Hubschrauberlandeplatz: den bis zu 16 Passagieren der 106 Meter langen Megayacht Amadea, die im Juli 2014 bei der Lürssen-Kröger-Werft im schleswig-holsteinischem Rendsburg vom Stapel lief, mangelt es gewiss nicht an Optionen, sich den Aufenthalt in diesem schwimmenden Palast so angenehm wie möglich zu machen. Neben dieser obligatorischen Ausstattung eines solchen Bootes könnte es auf der Amadea aber noch ein ganz besonderes Dekorationsobjekt geben: ein kostbares Fabergé-Ei.
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Dieser Fund wurde bereits im April von den US-Behörden gemacht, kam jedoch erst kürzlich im Zuge des Sicherheitsforums in Aspen an die Öffentlichkeit. Zwar nannte die stellvertretende US-Generalstaatsanwältin Lisa Monaco den Namen der damals konfiszierten Yacht nicht, jedoch mit dem Hafen von San Diego deren aktuellen Liegeplatz, was Medien wie The Guardian auf die entsprechende Spur brachte.
Eigentümer der unter den Flagge der Caymaninseln dahinschippernden Amadea ist vermutlich der russische Oligarch und Parlamentsabgeordnete Suleiman Abusaidowitsch Kerimow, der seit März auf der Sanktionsliste der Europäischen Union steht, auf jener der Vereinigten Staaten bereits seit 2018.
Ob es sich bei dem Fundstück auf der Luxusyacht tatsächlich um ein echtes Fabergé-Ei handelt – vielleicht sogar um eines der nach der Russischen Revolution von 1917 verschwundenen imperialen Eier – muss noch geklärt werden.
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Das erste imperiale Ei war 1885 von Zar Alexander III. als Osterüberraschung für seine Frau Maria Fjodorowna beim herausragenden Juwelier und Goldschmied Fabergé in Auftrag gegeben worden. Nach dem Tod seines Vaters setzte Nikolaus II. diese Tradition fort und schenkte seiner Mutter und seiner Frau Alexandra Fjodorowna jeweils ein kostbares Fabergé-Ei zum Osterfest. Insgesamt gab es 52 kaiserliche Eier, von denen sechs als verschollen gelten.

Ob es tatsächlich eine Yacht mit einem Fabergé-Ei gibt, bleibt also abzuwarten. Was es jedoch nachweislich gibt, ist ein Fabergé-Ei mit einer Yacht. Gemeint ist das Ei Standart Yacht, das Nikolaus seiner Alexandra 1909 zu Ostern schenkte. Das Ei besteht aus Bergkristall und ist mit Delfinen und Adlern aus Lapislazuli verziert. In seinem Inneren befindet sich ein goldenes Modell der kaiserlichen Yacht Standart.

Die Standart wurde ab 1896 von Nikolaus II. und seiner Familie genutzt. Mit einer Länge von 128 Metern war sie die größte royale Yacht jener Zeit, die natürlich äußerst luxuriös ausgestattet war, auch wenn der Luxus von damals mit jenem von heute, wie ihn beispielsweise die Amadea beherbergt, geradezu verblasst.










