Blanche Hoschedé Monet war Claude Monets Stieftochter, Schwiegertochter und einzige Schülerin. Von den Tagen ihrer Kindheit an bis zu seinem Tod sog Blanche das Wissen des Meisters auf und dankte es ihm durch die aufopferungsvolle Hingabe, mit der sie ihn in seinen letzten Jahren unterstützte.
Blanche erblickte 1865 als Tochter von Ernest und Alice Hoschedé in Paris das Licht der Welt. Ihr Vater war nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Kunstsammler und -kritiker, dessen besonderes Interesse den impressionistischen Malern der damaligen Zeit galt. Claude Monet förderte er seit Beginn von dessen Künstlerkarriere und im Laufe der Zeit entwickelte sich eine enge Freundschaft zwischen den beiden Männern. Auf professioneller Ebene vermittelte Hoschedé die Werke Monets und seiner Zeitgenossen, darunter Edgar Degas, Camille Pissarro und Alfred Sisley, als Monets Freund gab er bei ihm Werke zu seinem eigenen Vergnügen in Auftrag, beispielsweise 1876, als er einige dekorative Tafeln und Landschaftsgemälde für sein Château de Rottembourg bestellte.
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Ernest Hoschedé war für seinen extravaganten Lebensstil bekannt, doch sein Glück hielt nicht lange an: 1877 war er bankrott. Die Konsequenz daraus war die Versteigerung seiner Kunstsammlung. Doch Claude Monet ließ seinen Freund nicht im Stich und nahm ihn, seine Frau Alice und die sechs Kinder bei sich und seiner eigenen Familie in Vétheuil auf. Ernest hielt sich dort jedoch nicht oft auf und verbrachte die meiste Zeit in Paris; später zog er nach Belgien. Claude und Camille Monet hatten zwei Söhne, Jean und Michel. Camille starb jedoch bereits 1879, sodass sich der Maler und Alice Hoschedé nun gemeinsam um eine achtköpfige Kinderschar kümmerten; zunächst in Vétheuil, ab 1881 in Poissy und ab 1883 schließlich in Giverny. Alice und Ernest ließen sich nie scheiden, doch die Beziehung zwischen Alice und Monet wurde mit jedem Tag enger. Nach Ernests Tod im Jahr 1891 heirateten sie.
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Blanche, die zweite Tochter der Hoschedés, und ihre fünf Geschwister waren nun die offiziellen Stiefkinder des großen Malers. Von den insgesamt acht Kindern, die in Montes Obhut lebten, zeigte nur Blanche ein Interesse an der Malerei. Im Alter von 11 Jahren begann sie zu malen und verbrachte viel Zeit in Monets Atelier, aber auch im Studio von Édouard Manet. Mit 17 arbeitete sie als Assistentin von Monet und wurde seine einzige Schülerin. Inspiriert von ihrem Lehrer, griff sie dessen impressionistischen Stil auf und malte dieselben Motive wie der Meister in dessen typischen grün-violetten Farbschema.
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In Giverny gab es damals eine amerikanische Künstlerkolonie. Blanche nahm Kontakt zu den Bewohnern auf und malte gemeinsam mit Theodore Earl Butler und John Leslie Breck. Bald begann sich eine Romanze zwischen ihr und Breck zu entwickeln. Monet gefiel das gar nicht und er machte dem Ganzen schnell eine Ende – vielleicht weil er bereits einen anderen Bräutigam für seine geliebte Stieftochter im Sinn hatte.
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1897 heiratete Blanche Claude Monets ältesten Sohn Jean und wurde somit die Schwiegertochter des Malers. Das Paar blieb der Normandie treu und lebte zunächst in Rouen und später in Beaumont-le-Roger, beides etwa 70 Kilometer von Giverny entfernt. Die Landschaft ihrer Umgebung diente Blanche als Motiv und ab 1905 stellte sie regelmäßig im Salon des Indépendants in Paris aus. 1911 starb Alice. Nach dem Tod ihres Mannes drei Jahre später übernahm Blanche den Haushalt Claude Monets und blieb fest an dessen Seite, als sich bei ihm eine Depression und der zunehmende Verlust des Augenlichts bemerkbar machten.
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Es war einer ihrer Freunde, der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau, der Blanche als "Monets blauen Engel" (l'ange bleu) bezeichnete und die Kunsthistorikerin Dr. Janine Burke argumentierte, dass es wohl Blanche gewesen sein muss, die Monet bei der Ausführung seiner Grandes Décorations geholfen hat: „Angesichts der schieren Größe der Oberflächen, die mit den Grandes Décorations bedeckt wurden, ist es logisch anzunehmen, dass Monet einen Assistenten hatte, und wer wäre da besser geeignet gewesen als Blanche?.”
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Blanches Œuvre ist ausgesprochen impressionistisch, mit Landschaften voller Bäume wie Kiefern und Pappeln, Wiesen und Flüssen. Auch nach Claude Monets Tod im Jahr 1926 blieb sie in dessen Haus in Giverny wohnen. Sie kümmerte sich um den paradiesischen und von Monet mit viel Liebe angelegten Garten und nutzte ihn, so wie ihr großes Vorbild, als Motiv. Blanche Hoschedé Monet starb 1947 im Alter von 82 Jahren während eines Kuraufenthaltes in Nizza.
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