Male gut, male schnell und verkaufe billig.
Manchmal kann das Leben eines Künstlers die Art und Weise beeinflussen, wie seine Kunst betrachtet wird. So pflegten beispielsweise Picasso, Kahlo und Warhol einen unglaublichen Bohème-Lifestyle, der auf ihren Leinwänden spürbar ist und die Käufer genauso in die Auktionen lockt wie ihre leuchtenden Persönlichkeiten.
Mag Morris Katz auch nicht den selben Wiedererkennungswert besitzen, so lebte er dennoch seine einzigartige Leidenschaft und Persönlichkeit sowohl auf als auch abseits der Leinwand.

Geboren am 5. März 1932 in Polen, überlebte Katz den Holocaust, verlor aber die meisten seiner Familienangehörigen in Konzentrationslagern. 1949 kam er als Flüchtling in die Vereinigten Staaten, wo er zunächst in einer Tischlerei arbeitete. Das Malen war sein Hobby und er begann mit Spachteln und Lappen zu experimentieren, was dazu führte, dass er die Verwendung von Pinseln 1956 an den Nagel hängte. Für seine Technik setzte Katz fortan auf Spachtel und Papiertaschentücher, um Schatten und Formen wiederzugeben.
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Als selbsternannter „King of instant painting“ („König der Sofortmalerei“), stellte Katz den Weltrekord für die schnellste Fertigstellung eines Gemäldes auf. Am 9. Mai 1988 bemalte er eine 30,48 x 40,64 cm messende Leinwand mit dem Bild eines Kindes im Schnee in nur 30 Sekunden, nach weiteren 8 Sekunden hatte er sein Werk sogar gerahmt. Im Jahr davor hatte er während einer 12-stündigen Session im Penta Hotel (das heutige Hotel Pennsylvania) in Manhattan 103 Gemälde geschaffen, von denen er 55 zugunsten der Boy Scouts of America verkaufte.
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Neben diesen schnellen Arbeiten, war Morris Katz aber auch fähig, charaktervolle Porträts und Landschaften voller Tiefe zu schaffen. Nach dem Attentat auf John F. Kennedy im Jahr 1963 startete er sein Presidential Collection-Projekt, das die Porträts sämtlicher Präsidenten von George Washington bis George H. W. Bush umfasst. 1965 wurde er vom Vatikan ausgewählt, um das Porträt von Papst Paul VI. zu malen, von dem 3 Millionen Kopien verkauft wurden.
Katz wurde eine kleine Berühmtheit und stand sowohl bei der David Letterman Show als auch bei Oprah Winfrey auf der Gästeliste. Über 100 Museen weltweit haben seine Werke ausgestellt und besitzen sogar welche, darunter auch das Smithsonian.
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Auch mit dem Titel des produktivsten Malers ist Katz im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen. Er malte mehr als 280.000 Bilder und verkaufte davon zu Lebzeiten 225.000, womit er 1985 den bisherigen Rekordhalter, Pablo Picasso, vom Thron schubste.
Morris Katz starb am 12. November 2010 in der Bronx, New York. Doch bleibt er durch seine Rekorde und natürlich auch durch seine Kunst, die heute für Tausende Dollar auf dem Markt gehandelt wird, unvergessen.
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