Im 19. Jahrhundert erfuhr die norwegische Malerei internationalen Ruhm, der auf der Produktion herausragender Landschaftsbilder beruhte. Um die Jahrhundertmitte blühte die norwegische Nationalromantik auf, bei der die norwegische Landschaft und Historie im Mittelpunkt standen. Mit dem Aufkommen des Expressionismus im 20. Jahrhundert rückten weitere Künstler ins Rampenlicht, allen voran natürlich Edvard Munch.
Norwegen hat viele bedeutende Künstler hervorgebracht, deren Werke international geschätzt werden und bei Auktionen hohe Preise erzielen. Diese neun Kunstschaffenden aus dem nordischen Königreich sollten man auf jeden Fall kennen.
Johan Christian Dahl

Johan Christian Dahl wurde 1788 in Bergen geboren. Obwohl Dahl den größten Teil seines Berufslebens in Dresden verbrachte, spielte seine Kunst eine entscheidende Rolle in der Nationalromantik seines Heimatlandes, was ihm den Titel des „Vaters der norwegischen Malerei“ einbrachte. Nachdem Dahl seine Karriere als Dekorationsmaler in seiner Heimatstadt begonnen hatte, zog er zum Studium nach Kopenhagen. Schließlich wurde er Professor an der Dresdner Kunstakademie und unterrichtete angehende Künstler wie Thomas Fearnley und Jacob Calmeyer. Dahls emotionale und detailreiche Malerei zeichnet sich durch eine herausragende Präzision aus, insbesondere was seine Ölstudien von Wolkenformationen und des Himmels betrifft.
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Peder Balke

Der 1804 geborene Peder Balke malte Hauptsächlich die weiten Landschaften Nordnorwegens in einem romantisch-dekorativen Stil. Er bereiste ganz Europa und konnte 1846 viele Arbeiten an Frankreichs letzten König, Louis Philippe I., verkaufen. Nachdem Balke nach seinem Tod im Jahr 1887 weitestgehend in Vergessenheit geriet, lebte das Interesse an ihm und seinem Werk wieder auf, als die National Gallery in London ihm 2014/15 eine Ausstellung widmete.
Hans Fredrik Gude

Ein weiterer bedeutender norwegischer Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts war der in Oslo (damals Christiania) geborene Hans Fredrik Gude. Gude verließ seine Heimat, um in Düsseldorf bei Andreas Achenbach zu studieren. Später wurde Gude selbst Professor für Landschaftsmalerei in Düsseldorf, dann Direktor der Karlsruher Akademie und anschließend Leiter der Meisterklasse für Landschaftsmalerei an der Berliner Akademie. Neben Ansichten seiner Heimat malte Gude auch die Landschaft am Chiemsee, wo er sich oft aufhielt. In Deutschland können Gemälde Gudes in der Alten Nationalgalerie in Berlin, in der Galerie Neue Meister in Dresden und in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe bewundert werden.
Frits Thaulow

Auch Frits Thaulow erblickte 1847 im damaligen Christiania das Licht der Welt. Einen Teil seiner Ausbildung absolvierte er bei seinem Landsmann Hans Fredrik Gude in Karlsruhe. Im Laufe seiner Karriere wurde Thaulow zu einem der international bekanntesten Maler Norwegens, der die dortige Landschaft mit großer Sensibilität zu porträtieren verstand. Ab den frühen 1890er Jahren lebte Thaulow überwiegend in Frankreich, wo er von Naturalismus und Impressionismus beeinflusst wurde. Auch gehörte Thaulow zu den frühesten Malern, die in Skagen die Landschaft der Nordspitze Jütlands malten und sich bald darauf zu der berühmten Künstlerkolonie zusammenschlossen.
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Edvard Munch

Keine Liste bekannter norwegischer Künstler wäre vollständig ohne den legendären Edvard Munch. Mit seinen intensiven Farben und kräftigen Pinselstrichen gilt er als einer der Wegweiser für den Expressionismus. Munch beeinflusste ganze Künstlergenerationen und wurde vor allem für den deutschen Expressionismus zu einer wichtigen Inspirationsquelle. Munchs Leben war weitgehend von seinen Ängsten überschattet, was sich auch in seinen Arbeiten widerspiegelt, vor allem in der Ikone Der Schrei (1893). Tod, Melancholie und menschliche Qualen sind wiederkehrende Themen in Munchs Werk, von dem ein großer Teil seit 1963 im Munch-Museum in Oslo bewundert werden kann.
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Christian Krohg (und Oda Krohg und Per Krohg)

Ein Mentor von Edvard Munch war der Maler und Schriftsteller Christian Krohg, der zudem eine der führenden Persönlichkeiten des norwegischen Kulturlebens war. Krohg malte häufig Szenen aus seinem eigenen häuslichen Umfeld, in denen Intimität und familiäre Beziehungen im Mittelpunkt stehen. Seine Frau Oda Krohg war ebenfalls eine renommierte Künstlerin, die ein relativ freies Leben im Kreis der Christiania-Bohemiens führte, jedoch stets vom Schaffen ihres Ehemanns in den Schatten gestellt wurde. Der gemeinsame Sohn Per wurde ebenfalls Maler. Ein großformatiges Werk von seiner Hand ziert den Sitzungssaal des UN-Sicherheitsrats in New York.
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Gustav Vigeland

Der wohl bedeutendste Bildhauer Norwegens ist Gustav Vigeland, der in den 1890er Jahren begann, kleine ausdrucksstarke Skulpturen nach dem Vorbild Auguste Rodins zu schaffen. Thematisch bildeten die verschiedenen Lebensabschnitte des Menschen die Eckpfeiler von Vigelands Schaffen, meist ausgearbeitet in Granit oder Bronze. Im Vigeland Park in Oslo sind mehr als 200 Werke Vigelands zu sehen.
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Kjartan Slettemark

Kjartan Slettemark kam 1932 zur Welt und wurde in den 1960er Jahren zu einem der wichtigsten zeitgenössischen Künstler Norwegens. Slettemark arbeitete mit klassischen Medien wie Bildhauerei und Malerei sowie als Performance- und Konzeptkünstler. Als politischer Künstler kommentierte er Themen wie Wohnungsnot und Polizeigewalt, den Vietnamkrieg und die Politik von US-Präsident Richard Nixon. Nach Slettemarks Tod im Jahr 2008, haben seine Arbeiten auf Auktionsmarkt hohe Preise erzielt. In Schweden, wo er den Großteil seines Lebens verbrachte, ist er vielleicht am bekanntesten für seine Fotomontage von Nixon.
Odd Nerdrum

Der zeitgenössische Künstler Odd Nerdrum wurde 1944 im schwedischen Helsingborg geboren. In den 1960er Jahren übernahm er die Führung in der norwegischen neoromantischen Bewegung, die aus jungen Künstlern bestand, die die politisierte Kunst der Jahrhundertmitte ablehnten und ihre Ideale in nostalgischen Landschaften und Porträts suchten. Nerdrums Kunst ist oft eine Nachahmung älterer Werke, jedoch mit modernen Elementen und Nuancen. Seine symbolistische Malerei ruft sowohl in Norwegen und auf internationaler Ebene große Bewunderung hervor.
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Diese Namen sollten Sie auf jeden Fall im Hinterkopf haben, wenn Sie eine Erweiterung Ihrer Kunstsammlung mit Werken norwegischer Künstler planen. Des Weiteren dürfen auch Olav Christopher Jenssen, Bjarne Melgaard, Fredrik Værslev, Charlotte Wankel, Inter Sitter und Odd Tandberg nicht gänzlich unerwähnt bleiben, nach deren Arbeiten auf dem Auktionsmarkt eine solide bis gute Nachfrage besteht.



