Il Pomeriggio di Arianna ("Der Nachmittag der Ariadne") entstand in dem bedeutsamen Jahr 1913 und war eines der acht Werke, die Giorgio de Chiricos erste Serie im Stil der Metaphysischen Malerei bildeten, was die Kunstgeschichte grundlegend verändern sollte.
Von den acht Leinwandarbeiten der Serie, die in den Jahren 1912 und 1913 entstand, befinden sich fünf in Museen, darunter das Met in New York und die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf, und nur drei, einschließlich dem vorliegenden, in Privatsammlungen. Von den anderen Bildern der Serie hebt sich Il Pomeriggio di Arianna durch sein imposantes Format von 135,3 x 64,6 cm ab.

Wie Sotheby's in einer Pressemitteilung angab, löste Il Pomeriggio di Arianna, eines der schönsten frühen metaphysischen Werke De Chiricos in privater Hand, einen neunminütigen Bieterkrieg zwischen zwei Interessenten aus, bevor der Hammer bei 15.890.400 USD (13.557.784 Euro) schließlich fiel. Diese Summe konnte den 2009 aufgestellten Rekord für ein Werk des italienischen Künstlers brechen. Damals war Il ritornante (1918) aus der Sammlung Yves Saint Laurent und Pierre Bergé bei Christie's für 14,1 Millionen USD versteigert worden.

Im Zentrum von Il Pomeriggio di Arianna steht die Ariadne aus der griechischen Mythologie, die auf der Insel Naxos ruht, nachdem sie von Theseus verlassen wurde. Für seine Darstellung der Ariadne ließ sich De Chirico von antiken Statuen inspirieren. In jedem der acht Gemälde dieser Ariadne-Serie sieht man die schlafende Ariadne in verschiedenen Versionen einer Piazza und aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Türme, Bögen und ein fahrender Zug vervollständigen jeweils die Komposition. Nur in zwei der acht Gemälde, darunter auch das neue Rekordwerk, ist auch ein Schiff zu sehen. Es ist das Schiff von Theseus, der sich von der Insel entfernt, während ihr zukünftiger Ehemann, der Weingott Dionysos, mit dem Zug ankommt. Erstmals identifiziert wurde die berühmte Serie vom Kurator und Kunstkritiker James Thrall Soby, dessen persönliche Sammlung, die auch mehrere Arbeiten Giorgio de Chiricos umfasste, nach seinem Tod in den 1970er Jahren in den Besitz des Museum of Modern Art in New York überging.

Als Sohn italiensicher Eltern in Griechenland geboren, war Giorgio de Chirico von kleinauf mit den Bildern der Antike vertraut. Die klassische Mythologie, Geschichte, Kunst und Architektur waren für den Maler eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration, allen voran Ariadne, die in seinem Œuvre immer wieder auftaucht.
Der Begriff "metaphysische Malerei" wurde erstmals 1914 von Guillaume Apollinaire verwendet, der sich damit auf die Rätselhaftigkeit der Stadtlandschaften von Giorgio de Chiricos bezog. Die Bilder des Künstlers, durchsetzt mit architektonischen und skulpturalen Motiven, Quadraten und antiken Figuren, waren nicht nur ein Wendepunkt in dessen Karriere, sondern legten auch den Grundstein für die surrealistische Ikonographie, die im folgenden Jahrzehnt aufkam.
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Seine von den Surrealisten einstimmig bewunderten Werke wurden später von diesen ebenso einstimmig abgelehnt. Der letzte Bruch mit der von André Breton geschaffenen Bewegung kam 1928. Die surrealistischen Maler organisierten sogar eine Gegenausstellung mit dem Titel Ci-gît Giorgio de Chirico ("Hier ruht Giorgio de Chirico") um ihre Opposition gegen seine Gemälde zum Ausdruck zu bringen. De Chirico hatte nämlich damit begonnen, sich von seinem ursprünglichen metaphysischen Stil abzuwenden, um sich mit einer eher akademischen Malerei auf dem europäischen und amerikanischen Kunstmarkt zu etalblieren.
Das Gesamtergebnis der beiden Auktionen, die Sotheby's Ende Oktober zeitgenössischer und moderner Kunst sowie dem Impressionismus gewidmet hatte, belief sich auf 283,9 Millionen USD. Ein Hauptwerk von Alberto Giacometti, Femme Leoni, wurde für 25,9 Millionen USD versteigert, zwei Arbeiten von Jean-Michel Basquiat erzielten zusammen 15,1 Millionen USD, während Man Rays Black Widow (Nativity) für 5,8 Millionen USD den Besitzer wechselte.
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