Wir sind stolz, diese erste Zeichnung und ihre Geschichte mit den Besuchern unseres Museums teilen zu können.
Seit mehr als einem Jahrhundert befindet sich die Zeichnung im Besitz derselben Familie. Als der jetzige Eigentümer, ein Privatsammler, der anonym bleiben möchte, an das Van Gogh Museum in Amsterdam herantrat um die Arbeit prüfen zu lassen, konnten die dortigen Experten die Urheberschaft Van Goghs sofort bestätigen.
Dazu Teio Meedendorp, Senior Researcher am Van Gogh Museum: „Stilistisch passt [die Zeichnung| perfekt zu den vielen Figurenstudien, die wir aus Van Goghs Zeit in Den Haag kennen und die Verbindung zu Wort Out ist offensichtlich.“ Auch die verwendeten Materialien entsprechen denen, die man von anderen Zeichnungen Vincent van Goghs aus jener Zeit kennt: ein dicker Bleistift, grobes Aquarellpapier und eine Fixierungslösung aus Wasser und Milch. Ein weiteres interessantes und bedeutendes Detail sind die beschädigten Ecken, die daher rühren, dass der Künstler die Blätter mit Stärke auf sein Zeichenbrett klebte.
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„Nur selten kann Van Gogh ein neues Werk zugeschrieben werden. Wir sind stolz, diese erste Zeichnung und ihre Geschichte mit den Besuchern unseres Museums teilen zu können“, sagt die Leiterin des Van Gogh Museums Emilie Gordenker.
Die wiederentdeckte Zeichnung ist eine Vorstudie zu der im November 1882 Arbeit Worn Out („Ausgelaugt“), einer der ausdrucksstärksten Figurenstudien, die Van Gogh während seiner Den Haager Zeit anfertigte. In Briefen an seinen Bruder Theo und seinen Freund Anthon van Rappard beschrieb der Maler ausführlich den Entstehungsprozess von Worn Out. Die Entdeckung der Vorstudie stellt eine schöne Ergänzung dazu dar.
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Die Darstellung eines vom Leben gebeutelten alten Mannes widerspiegelt Vincent van Goghs Interesse an dem Schicksal der sozial Benachteiligten. Im Mai 1890 griff er für sein Gemälde An der Schwelle zur Ewigkeit auf das acht Jahre zuvor entstandene Worn Out zurück. Van Gogh befand sich damals in einer Nervenheilanstalt in Saint-Rémy, wo er sich von einem Nervenzusammenbruch erholte. Nun bekommt das Motiv des gebrochenen Mannes einen autobiografischen Kontext. Nur zwei Monate später begeht der Maler Selbstmord.
Die Vorstudie zu Worn Out kann noch bis zum 2. Januar 2022 in der Dauerausstellung des Van Gogh Museums besichtigt werden.
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