Die erste Drucktechnik war der Holzschnitt. Eine Methode, die um 1500 in den Rang der obersten Künste aufstieg, nicht zuletzt durch Albrecht Dürer, der diese Technik wie kein anderer beherrschte und sie auch zu vermarkten wusste. In der Folge wurden weitere Techniken entwickelt, darunter der Kupferstich, der noch feinere Abbildungen ermöglichte. Es war eine Innovation in der damaligen Zeit, Kunst zu reproduzieren anstatt neue Kunst zu schaffen.

Auch Peter Paul Rubens war ein Meister der derartigen Vermarktung seiner Werke und beschäftigte gleich mehrere Kupferstecher in seinem Atelier. Es war sozusagen eine frühe Variante der heutigen kommerziellen Massenproduktion. Während sich bereits Dürer mit den Schattenseiten dieser Technik, dem Plagiat, auseinandersetzen musste, war es Rubens, der eine erste Version des Begriffs des Urheberrechts im Bereich der Reproduktion einführte.
Originaldruck, Originalwerk
Der Begriff "Druck" umfasst mittlerweile eine Vielzahl von Techniken, die in Hoch- (u.a. Holzschnitt, Linolschnitt) und Tiefdruckverfahren (u.a. Kupferstich, Radierung, Aquatinta), Flachdruck (Siebdruck) und Durchdruck (Siebdruck, Seriegrafie) sowie weitere Techniken wie Glasklischee und Monotypie unterteilt wird. Um einen Originaldruck handelt es sich, wenn die verwendete Druckform vom Künstler selbst stammt und von diesem verwendet oder in die kundigen Hände eines Druckermeisters gelegt wurde.
Im späten 19. Jahrhundert wurde es üblich, dass Künstler ihre Drucke nummerierten und signierten - eine Vorgehensweise, die im Laufe des 20. Jahrhunderts immer mehr an Bedeutung gewann.
Werke renommierter Künstler

Drucke ermöglichen es auch bei schmalerem Portemonnaie, das Werk eines Künstlers zu erwerben, für dessen Arbeiten auf Auktionen Millionen von Euros gezahlt werden. Da wäre zum Beispiel David Hockney, der im November 2018 mit der Versteigerung von Portrait of an Artist (Pool with Two Figures) für 90,3 Millionen USD einen persönlichen Rekord aufstellen konnte und für einige Monate zum teuersten lebenden Künstler der Welt wurde. Wie sich der Preisdatenbank von Barnebys entnehmen lässt, ist Hockneys Lithografie Olympic Diver von 1970 durchaus bereits für 2.733 Euro zu haben.
Drucke gibt es in allen Preisklassen. Sie stellen eine elegante und zugängliche Möglichkeit dar, die heimischen Wände mit hochwertiger Kunst zu dekorieren.
Auch andere große Namen, wie Henri de Toulouse-Lautrec, Lucio Fontana und Joan Miró (um nur einige zu nennen) sind in der Preisdatenbank mit Ducken vertreten: Toulouse-Lautrec beispielsweise mit der Lithografie Moulin Rouge: l’union franco-russe (1894), die auf einer Auktion 2.800 Euro erzielte, Fontana mit der Aquatinta Concetto Spaziale (1968), die für 2.500 Euro den Besitzer wechselte, und Miró, dessen Oda a Joan Miró (signiert, 1973) für 2.820 Euro einen Abnehmer fand.

"Es ist lange her, dass Drucke in Mode waren, das Interesse an ihnen ist in den letzten Jahren jedoch wieder gestiegen. Die großen Auktionshäuser verzeichnen mehr Verkäufe, was offenbar auch an die kleineren Auktionshäuser weitergegeben wurde. Internationale Künstler wie Marc Chagall, Pablo Picasso, Andy Warhol und Edvard Munch haben natürlich immer noch die höchsten Bewertungen, aber auch die Preise einiger zeitgenössischer Künstler, wie beispielsweise Banksy oder David Hockney, steigen tendenziell", sagt Barnebys' Mitgründer Pontus Silfverstolpe.
Eine Sammlung anlegen
Das erschwingliche Medium Druck ermöglicht es, unterschiedliche Künstler zu sammeln oder auch thematische Gruppen zu bilden. Zu den produktivsten Künstlern gehört Rembrandt, der viele kommerzielle Radierungen mit biblischen Motiven herstellte, darunter Rast auf der Flucht nach Ägypten (1626). Seine Werke erscheinen regelmäßig auf dem Auktionsmarkt, wie beispielsweise Der Triumph des Mordechai, das gerade heute (22. Oktober) im Wiener Auktionshaus im Kinsky für 5.000 Euro versteigert wurde (Schätzpreis: 1.500-2.500 Euro).

Auch andere Künstler haben fleißig Drucke produziert und könnten Gegenstand einer Sammlung sein: z.B. Karl Schmidt-Rottluff, Horst Janssen, Erich Heckel, HAP Grieshaber, Alphonse Mucha... Wer sich eher von Themengebieten angezogen fühlt, kann seine Sammlung auf Basis einer bestimmten Zeit, Region oder Motivgruppe aufbauen.
Drucke können stark dazu beitragen, ein Interieur zu verschönern und persönlich zu gestalten. Ach Drucke, die bereits ab 30 Euro angeboten werden, können einen Neuling bereits zufriedenstellen. "Die jüngeren Generationen begeistern sich immer mehr für das Anlegen von Sammlungen. Drucke gibt es in allen Preisklassen. Sie stellen eine elegante und zugängliche Möglichkeit dar, die heimischen Wände mit hochwertiger Kunst zu dekorieren", fasst Silfverstolpe zusammen.

Gaël Bordet, Sammler von Drucken und Nutzer von Barnebys, war so freundlich, uns einige Fragen zu beantworten.
Warum sollte man Drucke sammeln?
Es ist ein Medium, dessen Techniken außerordentlich vielseitig sind und es ermöglicht, das Vergnügen zu variieren. Wie bei einer Skulptur kann man auch die verschiedenen Stufen eines Œuvres sammeln (manche sind nur in sehr wenigen Exemplaren verfügbar und daher umso wertvoller) und so die aufeinanderfolgenden Arbeiten eines Künstlers verfolgen, auf dem Weg seiner Gedanken, Überlegungen und Recherchen zu wandeln. Man hat quasi das Gefühl, ins Atelier des Meisters selbst eingeladen worden zu sein!
Was hat der Aufbau einer solchen Sammlung zu bieten?
Es ist das Vergnügen, nach Stücken für die Sammlung zu suchen. Jeder Druck hat seine eigene Geschichte, was sich manchmal in den kleinen Hinweisen zeigt, die ein Blatt enthält: Hinweise zum Empfänger der Probeabzüge, Bestandsnummern von Sammlungen (Katalog Lugt) sind das Sesam-öffne-Dich zu der großen Familie früherer Besitzer. Es lohnt sich immer, einen Druck auch einmal von seiner Rückseite zu betrachten oder seinen Rahmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Nicht selten tragen die scheinbar unwichtigen Seiten eines Drucks dazu bei, sein Leben verfolgen zu können. Mir persönlich liegen diese Zeichen besonders am Herzen. Zum Beispiel war es für mich sehr bewegend, auf der Rückseite eines Rahmens einer Lithografie von Henri Fantin-Latour eine Widmung zu entdecken, die sie als Geschenk eines Vaters an seinen Sohn im Teenageralter entlarvte: "March 25 1908, from Father". Selbstverständlich habe ich den Rahmen behalten!

Erzählen Sie uns von einem Kauf, der für Sie sehr wichtig war!
Es gibt einen Druck, der mir sehr am Herzen liegt: Das Bild eines holländischen Marineschiffs des in Vergessenheit geratenen Künstlers Charles Duvent. Die Arbeit gehörte dem großen Kunstkritiker Roger Marx, den ich sehr bewundere. Des Weiteren bin ich immer auf der Suche nach Arbeiten von Rodolphe Bresdin, für den ich daher auch einen Suchalarm bei Barnebys erstellt habe. So habe ich anstehende Versteigerungen seiner Werke weltweit im Blick!



