In der im Winter 1959/60 stattfindenden Surrealisten-Ausstellung in Paris erregten die Werke eines deutschen Künstlers die Aufmerksamkeit der Anwesenden, von denen einige so beeindruckt waren, dass sie sich zu einem Kauf entschlossen. Die Käufer hießen unter anderem Max Ernst, Pablo Picasso und Georges Pompidou, der Künstler Friedrich Schröder, der sich rund dreißig Jahre zuvor den Beinamen Sonnenstern zugelegt hatte.
Dem Surrealismus gehörten Schröder-Sonnensterns Werke jedoch nicht an. Vielmehr sind sie der Outsider Art bzw. Art brut zuzuordnen und zählen zu den bedeutendsten Werken dieser Kunstform, deren Vertreter sich das Malen und Zeichnen in ihrem meist abseits der Gesellschaft geführten Leben autodidaktisch aneignen.
Nachdem bei Schröder-Sonnenstern in jungen Jahren eine psychische Erkrankung diagnostiziert worden war, verbrachte er viele Jahre in Erziehungsanstalten und psychiatrischen Einrichtungen. Später kamen Aufenthalte im Gefängnis und im Arbeitslager hinzu.

Mit dem Zeichnen hatte Schröder bereits in den frühen 1930er Jahren in seiner Wahlheimat Berlin begonnen, 1949 wandte er sich vollends der Kunst zu und malte bizarre Wesen, die nicht selten eine Mischung aus Mensch und Tier darstellten. Im Auktionshaus Satow kommt am 20. November mit Die Märchenwundersau vom Kuhdamm ein bedeutendes frühes Werk Schröder-Sonnensterns zum Aufruf, das aus dem Jahr 1949 stammt.

Neben diesem Top-Los hat die Gemälde-Offerte der Auktion natürlich noch viele andere Highlights zu bieten. So nimmt uns Industrie- und Marinemaler Leonard Sandrock mit auf einen Ausflug, der uns sowohl an die Ost-, als auch an die Nordsee führt.

Ostseefischer zeigt zwei Männer, die inmitten einer von einer herannahenden Schlechtwetterfront aufgepeitschten See ihrer Arbeit nachgehen. Die in Öl ausgeführte Helgoland-Farbskizze Westerland (Nachmittags) zeigt die berühmten roten Klippen, inklusive der „Langen Anna“, der Insel, die seit 1890 zu Deutschland gehört.

Vom Expressionisten Paul Kother kommt das Gemälde Ansicht einer Dorfkirche zum Aufruf. Während seiner Jahre in Dresden und Berlin stand Kother in Kontakt mit einflussreichen Künstlern wie Max Pechstein, Otto Mueller, Ernst Ludwig Kirchner und Conrad Felixmüller.

Ein weiteres Highlight stammt vom österreichischen Maler Peter Apolonius Etzer. Sowohl thematisch, als auch stilistisch ist Bauerngartl im Salzkammergut eine typische Arbeit Etzers, der die Landschaften seines Heimatlandes im pointillistischen Stil à la Georges Seurat auf die Leinwand bannt.

Unter den Skulpturen der Auktion muss zunächst die dunkelbraun patinierte Bronzegruppe Raub der Sabinerinnen hervorgehoben werden. Die insgesamt 41 cm hohe Arbeit auf hellem Marmorsockel ist eine Kopie der berühmten Marmorgruppe des Bildhauers Giovanni da Bologna (1529-1608).

Ein eher ungewöhnliches Material verwendete der Frankfurter Bildhauer Wilhelm Oscar Prack um 1910 für diese 140 cm hohe Skulptur. Allegorie auf den Herbst wurde aus schwarzer Steinkohle geschaffen, die Prack abschließend polierte und auf einem Granitsockel platzierte.

Auch die Porzellan-Offerte hat einige Highlights zu bieten, darunter diese Jugendstil-Flötenvase, die zwischen 1914 und 1918 bei der KPM Berlin hergestellt wurde. Das von Lorenz Lang entworfene Dekor beinhaltet ein umlaufendes Relief mit Blüten, Blättern und vier Papageien.

Mit dieser in Pâte-sur-Pâte-Technik ausgeführten Bildplatte haben wir ein Unikat aus der Manufaktur Meissen vor uns. Schöpfer des pastelltonig gemalten Blumenmotivs war 1977 der Maler und Porzellankünstler Heinz Werner, der viele beliebte Dekore für die Manufaktur entworfen hat.

Die Schmuck-Offerte wird von diesem Set aus Gelb- und Weißgold angeführt, das aus einem Collier, einem Ring und einem Paar Ohrstecker besteht. Alle Schmuckstücke sind mit Diamanten im Princess-Schliff besetzt, die zusammen ein Gewicht von 8,07 ct ergeben.

Mit dem bald anstehenden Weihnachtsfest im Hinterkopf werfen wir auch noch einen Blick auf dieses Paar Ohrhänger, an deren mit Brillanten besetzten Steckern in Herzform jeweils ein großer, roter Korallentropfen hängt.
Neben den vorgestellten Kategorien kommen auch Silber & Versilbertes, Druckgrafiken & Multiples sowie Teppiche, Großuhren und Sammlerstücke zum Aufruf.

Den Abschluss der Auktion bildet jedoch die Möbel-Offerte, die Antiquitäten aus verschiedenen Epochen, aber auch modernes Design umfasst. Stellvertretend für die 112 Lose dieser Kategorie möchten wir Ihnen diesen Barock-Dielenschrank vorstellen, dessen geradlinig gehaltener Korpus aus Nussbaum durch Intarsien mit bezaubernden Vogelmotiven aufgelockert wird.
Die Versteigerung wird am 20. November um 11 Uhr als „Stille Auktion“ abgehalten. Gebote können daher nur schriftlich, telefonisch oder online abgegeben werden. Vorbesichtigungen sind im Auktionshaus, Sonnenstraße 8, in Satow jedoch vom 13. bis 19. November möglich.



